Müssen die Vereine zahlen? Sitzung am Mittwoch

Nutzungsgebühren

18 Euro pro Jahr für jeden Erwachsenen, 6 Euro für Kinder und Jugendliche - so sieht das Pauschal-Modell für die Nutzungsgebühren für städtische Sportanlagen aus, das der Stadtsportverband (SSV) und die Mitgliedsvereine erarbeitet haben. Am Mittwoch, 7. November, beraten erstmals Castrop-Rauxels Politiker darüber.

CASTROP-RAUXEL

von Von Carsten Loos

, 07.11.2012, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Oberliga-Tischtennisspielerinnen Nicola Schuchardt (links) und Tina Schlegel haben offenbar nur fünf Jahre den Schutz, dass sich die Nutzungsgebühren für die städtischen Sportanlagen nicht erhöhen.

Die Oberliga-Tischtennisspielerinnen Nicola Schuchardt (links) und Tina Schlegel haben offenbar nur fünf Jahre den Schutz, dass sich die Nutzungsgebühren für die städtischen Sportanlagen nicht erhöhen.

 

Der Lösung mit den Pauschalen haben die heimischen Sportvereine Anfang Oktober in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des SSV mit großer Mehrheit zugestimmt. Unter anderem deshalb, weil die Beträge für zehn Jahre festgeschrieben werden sollten, wie es der SSV-Vorsitzende Ulrich Romahn den Vereinen immer wieder ans Herz gelegt hatte. Wenn nun am Mittwoch, 7. November, die Gebührenordnung, die ab 1. Januar 2013 gelten soll, erstmals im Betriebsausschuss 1 beraten wird, ist in dem Vorschlag der Stadtverwaltung lediglich davon die Rede, dass "die Pauschal-Entgelte bis zum 31. Dezember 2017 festgeschrieben" werden sollen. Fünf Jahre statt zehn Jahre: Jene Planungssicherheit, auf die die Sportvereine gesetzt haben, um jährlich neu berechneten Stundengebühren zu entgehen, ist glatt halbiert. Dabei hatte selbst Sportdezernent Michael Eckhardt vor der Abstimmung während der SSV-Tagung an die Vereinsvertreter appelliert: "Wenn Sie als Verein Planungssicherheit haben wollen, würde sich die Verwaltung auch über Planungssicherheit durch viele Pauschalzahlungen freuen."

 Der SSV-Chef Romahn hält die zehnjährige Zeitspanne für wichtig, weil sie dem Konsolidierungs-Zeitraum im Stärkungspakt entspricht. Er räumte jedoch auch ein, dass "die fünf Jahre der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung" sind: "Die Politik hat dann zehn Jahre signalisiert. Davon gehe ich weiterhin aus." Im Vorfeld der SSV-Mitgliederversammlung sei die Stadtverwaltung an den Beratungen zwischen SSV und den Sportvereinen stets beteiligt gewesen, wie Romahn betonte. Nach der Sitzung habe es keine weiteren Gespräche mit dem Rathaus gegeben, wohl aber mit den Fraktionen im Rat der Stadt.

 In ihrer Vorlage für den Betriebsausschuss 1 streicht die Stadtverwaltung zudem heraus, dass die erwarteten Jahres-Einnahmen an Nutzungsgebühren in Höhe von 215.000 Euro nur "etwa zehn Prozent der Gesamtkosten für die städtischen Sportanlagen" ausmachen würden. An Kosten werden 2,14 Millionen Euro angeführt. Dabei hatte der SSV bereits bei seinen Beratungen bemängelt, dass etwa die von der Stadt aufgelisteten 1,1 Millionen Euro allein für die Bäder nicht nur für Übungsstunden der Vereine anfallen, sondern für den kompletten Betrieb, also mit öffentlichen Badezeiten, Schwimmunterricht und Vereinstraining. Der SSV ist in seinen Berechnungen auf 1,3 Millionen Euro für alle Sportstätten gekommen. Zu denen würden die Vereine tatsächlich über 16 Prozent beitragen. Das Rathaus wolle die jetzige Sitzung des Betriebsausschusses 1 "nur als Information" nutzen, sagte Romahn: "Um zu klären, ob die Politik dem Vorschlag folgen will." Weshalb der Rat der Stadt noch nicht am 15. November über die künftige Entgelt-Ordnung abstimmen soll, sondern erst in der nächsten Ratssitzung am 6. Dezember.   

Sitzung ab 17 Uhr - "Stille Demonstration" am 15. November 
Der für den Sport zuständige Betriebsausschuss 1 tagt am Mittwoch, 7. November, ab 17 Uhr im Ratssaal. An dem Aufruf zur einer "Stillen Demonstration" der heimischen Sportler unter dem Motto "Wir sind der Sport in Castrop-Rauxel" am 15. November vor der kommenden Ratssitzung hält der SSV indes fest.

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