Nach Spielabbruch wegen Kopf-Tritt widersprechen sich die Beteiligten massiv

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Nach dem Spielabbruch am vergangenen Wochenende zwischen dem VfB Habinghorst und Zonguldakspor Bickern schildern die Beteiligten beider Seiten das Geschehen unterschiedlich.

Habinghorst

, 21.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Spiel zwischen dem VfB Habinghorst und Zonguldakspor Bickern endete in einem einzigen Chaos - und für einen Habinghorster Spieler im Krankenhaus. Bei der Polizei sind gleich drei Strafanzeigen eingegangen, darunter zwei wegen Körperverletzung. Doch was genau ist passiert? Wir haben mit Vertretern beider Seiten gesprochen.

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Der Auslöser der Tumulte, die schließlich für den Spielabbruch sorgten, datiert aus der 88. Minute. VfB-Spieler Thomas Bragin wird im Strafraum gefoult, der Schiedsrichter entscheidet auf Strafstoß - zum bereits dritten Mal zugunsten von Habinghorst in diesem Spiel.

Im Anschluss daran soll der Bickerner Torwart den am Boden liegenden Bragin gegen den Kopf getreten haben. Marc Olschewski, Trainer von Habinghorst, sagt, dies sei mit Absicht und im vollen Bewusstsein geschehen: „Das war absolut grenzüberschreitend, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Dem widerspricht der Sportliche Leiter von Bickern ausdrücklich.

„Das war niemals Absicht“

„Das war eine normale Szene. Unser Torwart trifft den gegnerischen Spieler versehentlich im Nacken- oder Halsbereich, aber das war niemals Absicht“, so die Schilderung von Ali Incebacakli und ergänzt: „Wenn es so ist, wie Marc Olschewski sagt, warum hat dann unser Torwart keine Rote Karte bekommen?“

„Dass man bei dem dritten Elfmeter gegen sich emotional wird, kann ich ja total verstehen. Aber das, was der Torwart macht, ist das Schlimmste - jemanden zu treten, der am Boden liegt“, so wiederum Olschewski.

Hier steht Aussage gegen Aussage - der Polizei obliegt es herauszufinden, wer die Wahrheit spricht.

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Im Anschluss an diese Szene, ausgelöst durch die offenkundigen Schmerzen Bragins, laufen mehrere Zuschauer auf den Platz, darunter auch Bragins Vater. „Da ist es zu Rangeleien gekommen“, bestätigt Olschewski, gegen den nun ebenfalls eine Anzeige vorliegt. Er soll den Kapitän der Gäste wüst beleidigt haben, so die Schilderung Incebacaklis.

Und auch in diesem Fall wird Aussage gegen Aussage stehen. Olschewski bestreitet den ihm vorgeworfenen Wortlaut und sagt, dass der Schiedsrichter sein Zeuge sei: „Ich bin nicht der ruhigste, aber ich bin sicher nicht unsportlich. Der Schiedsrichter war dabei, deshalb hoffe ich auf ein seriöses Verfahren.“

Bickern spielt nicht weiter und sorgt für den Spielabbruch

Und dann wäre da noch der dritte Punkt, in dem sich die Beteiligten massiv widersprechen - der Abbruch der Partie. „Weil sich die Situation weitestgehend beruhigt hatte, waren wir bereit, das Spiel zu Ende zu bringen“, erzählt Olschewski. Die Ordner, die zwischenzeitlich die Polizei zur Hilfe gerufen hatten, hätten die Lage unter Kontrolle gehabt, obendrein waren nur noch wenige Minuten zu absolvieren.

Aus Sicht von Incebacakli war die Situation allerdings eine andere: „Die Zuschauer sind auf das Feld gerannt und haben unseren Torwart bedrängt. Die von Habinghorst eingesetzten Ordner konnten uns nicht den Schutz bieten, den wir gebraucht haben. Deswegen haben wir das Spiel nicht fortgesetzt - die Lage konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden.“

In dieser Szene sei ein Bickerner Spieler von einem Habinghorster getreten worden, so Incebakali - gegen den VfB-Spieler liegt eine Anzeige wegen leichter Körperverletzung vor.

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„Bickern sagt, wir hätten zu wenig Ordner gehabt, aber das ist Blödsinn“, meint Olschewski, „wir hatten geschätzt mindestens zehn Leute im Einsatz“. Der Gegner, so die Schilderung des Habinghorster Trainers, habe schon von Beginn an überhart gespielt. Dass die Situation schließlich eskalierte, habe sich demnach angebahnt: „Schon das allererste Foul im Spiel war eine klare Rote Karte!“ Der Schiedsrichter beließ es bei einer Gelben Karte, nach einer guten halben Stunde gab es „Gelb-Rot“ für Bickern.

„Das war normale Härte, wir spielen englischen Fußball“, entgegnet Incebakali, „von den drei Elfmetern war im Übrigen auch nur einer berechtigt und uns wurde ein klarer Strafstoß verwehrt.“

Verhandlung vor dem Kreissportgericht

Ein denkwürdiges Spiel, das die Beteiligten noch lange beschäftigen wird. Habinghorst erwägt, zum Rückspiel nicht anzutreten. Für drei Beteiligte steht eine Anzeige im Raum. Auch vor dem Kreissportgericht wird der Fall verhandelt werden. Vermutlich wird es auch vor diesen Instanzen heißen: Aussage gegen Aussage

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