Nur wenige Vereine trauen sich auf die Sportplätze und in die Hallen

mlzSport unter Corona-Auflagen

Das Warten hat jetzt ein Ende: Die wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Sportstätten in Castrop-Rauxel dürfen wieder bespielt werden. Aber nicht alle Clubs legen sofort los.

Castrop-Rauxel

, 14.05.2020, 19:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Donnerstag (14. Mai) können die Vereine wieder auf ihren Sportplätzen und in den Hallen trainieren - allerdings ohne Körperkontakt. Es wurden und werden jene Sportstätten von der Castrop-Rauxeler Stadtverwaltung geöffnet, für die Clubs einen Hygieneplan aufgestellt haben. Die Sportler müssen unter anderem den Abstand von 1,50 Metern zueinander wahren.

13 von 68 Vereinen legen los

68 Sportvereine gehören mit insgesamt rund 12.500 Mitgliedern dem Stadtsportverband Castrop-Rauxel (SSV) an. Davon haben bis Donnerstag sieben Vereine mit Hallensportarten im Rathaus angemeldet, dass sie kurzfristig das Training wieder aufnehmen. Drei davon noch in dieser Woche, berichtete Uta Stevens vom Presseamt der Stadt Castrop-Rauxel: „Die Rückmeldungen sind bisher sehr verhalten, die meisten visieren einen Trainingsstart ab Juni an.“ Dann werden auch Entscheidungen der Landesregierung zu weiteren Lockerungen abgewartet.

Auf den Sportplätzen stellt sich die Situation ähnlich da. Sechs Fußballvereine sowie ein Leichtathletikverein wollten ab Donnerstag, Freitag (15. Mai) oder Montag (18. Mai) auf die Anlagen.

Der SuS Pöppinghausen mit dem Vorsitzenden Torsten Leder, hier selbst im Einsatz, hat am ersten Tag der Sportplatz-Öffnungen die Gunst der Stunde genutzt.

Der SuS Pöppinghausen mit dem Vorsitzenden Torsten Leder, hier selbst im Einsatz, hat am ersten Tag der Sportplatz-Öffnungen die Gunst der Stunde genutzt. © Volker Engel

Bereits am Donnerstag nutzten die Kreisliga-C-Fußballer des SuS Pöppinghausen die Gunst der Stunde. Ihr Vorsitzender Torsten Leder berichtete: „Unser Hygienekonzept erfüllt die Anforderungen. Es liegt der Stadtverwaltung und dem Ordnungsamt vor. Da die Spieler den Auftakt nicht erwarten konnten, haben wir direkt mit dem ersten Training für unsere beiden Senioren-Mannschaften begonnen.“ Testweise war die Spielerzahl auf 20 begrenzt.

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Am Freitag planen die Bezirksliga-Kicker der Spvg Schwerin für 19.30 Uhr ihr erstes Corona-Training am Grafweg - für 60 Minuten. Bauzäune regeln den Einlass und Ausgang. Vereins-Geschäftsführer Peter Wach ist der Corona-Beauftragte. Er sagte: „Ich werde bei allen Mannschaften darauf achten, dass alle Regeln eingehalten werden. Im Ernstfall lasse ich ein Training abbrechen.“

Die beiden kommenden Freitage sollen die Spieler der Trainer Dennis Hasecke und Marco Taschke - auf freiwilliger Basis - den Platz nutzen können. Wach: „Dann ist für sie Sommerpause.“

Peter Wach ist Corona-Beauftragter der Spvg Schwerin.

Peter Wach ist Corona-Beauftragter der Spvg Schwerin. © Volker Engel

Der Westfalenliga-Aufsteiger SV Wacker Obercastrop möchte ab Montag, 18. Mai, trainieren. Der Vorsitzende Martin Janicki sagt: „Wir starten mit einer Test-Woche, in der neben unseren Senioren jeweils auch eine ausgewählte Nachwuchsmannschaft auf den Platz kann.“ Janicki hofft auf weitere Lockerungen am Ende des Monats, „damit Zweikämpfe und Kopfbälle wieder möglich sind“.

Noch einige Zeit menschenleer bleibt der Fußballplatz (Mitte) an der Frohlinder Brandheide, während auf der benachbarten Tennisanlage die Schläger bereits wieder geschwungen werden.

Noch einige Zeit menschenleer bleibt der Fußballplatz (Mitte) an der Frohlinder Brandheide, während auf der benachbarten Tennisanlage die Schläger bereits wieder geschwungen werden. © Jens Lukas

Die Stadtverwaltung stattet die Sportstätten nach und nach mit Corona-Hinweisen und Desinfektionsmitteln aus. Davon möchte der FC Frohlinde noch nicht profitieren. Der FCF gehört zu den Vereinen, die sehr zurückhaltend mit der Sportstätten-Öffnung umgehen.

Eine Projektgruppe des FCF hatte zuletzt in Kooperation mit dem Präventionszenrum Ruhrgebiet (Dortmund) über mögliche Trainingsformen nachgedacht. Das hatte der Frohlinder Vorstand auf seine Homepage geschrieben. Und: „Die zahlreichen, nachvollziehbaren Auflagen vom Verband und der Stadt werden wir trotzdem nicht erfüllen können.“ Weshalb an der Brandheide frühestens am 31. Mai trainiert werden soll.

Handball-Trainer Sebastian Clausen (l.) wartet mit seiner HSG Rauxel-Schwerin bis Juni für das erste Training unter Corona-Auflagen.

Handball-Trainer Sebastian Clausen (l.) wartet mit seiner HSG Rauxel-Schwerin bis Juni für das erste Training unter Corona-Auflagen. © Volker Engel

Ebenfalls bis zum Juni warten möchte Trainer Sebastian Clausen mit seinen Landesliga-Handballern der HSG Rauxel-Schwerin. Zumal er selbst sich bis dahin im Urlaub befindet. Ralf Utech, Coach des Bezirksliga-Aufsteigers TuS Ickern, meint: „Das Hygiene-Konzept unserer Abteilung ist fertig. Meine Männer-Mannschaft startet erst am 2. Juni. Zu Pfingsten sind ja die Hallen dicht. Und dann schauen wir, wie es in der Welt aussieht und welche Auflagen dann Gültigkeit haben.“

Ickerner Handball-Frauen trainieren Kraft

Die Bezirksliga-Handballerinnen des TuS Ickern möchten ab Montag die Halle nutzen. Trainer Fabian Wolf erklärt: „Wir werden unter Einhaltung der Hygienevorschriften und des Mindestabstandes mit Kondition, Kraft und Athletiktraining starten. Jeder trainiert freiwillig.“

David Hafemann, der Vorsitzende der BF Schwerin, verlässt wie seine Vereinsmitglieder nach dem Training künftig das Spiellokal über den Notausgang.

David Hafemann, der Vorsitzende der BF Schwerin, verlässt wie seine Vereinsmitglieder nach dem Training künftig das Spiellokal über den Notausgang. © Engel

Die Spieler der Billardfreunde Schwerin können ab sofort in den Vereinsräumen der ehemaligen Pestalozzischule ihrem Sport nachgehen. Unter großen Auflagen. Dazu hat der Vereinsvorsitzende David Hafemann mit seinen Vorstandskollegen drei Seiten Hinweise veröffentlicht.

Neben dem Einhalten von zwei Meter Abstand ist wichtig, dass die Banden-Rahmen und Billardkugeln vor Beginn jeder Partie desinfiziert werden. Je Tisch sind zwei Spieler zulässig. Auf drei Tischen darf gespielt werden. Nur zwei Personen sind im Nebenraum zulässig. Die Vereinsräume können über den normalen Eingang betreten werden. Als Ausgang dient der Notausgang.

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Der Tauchclub (TC) Tümmler hält seine Trainingszeiten normalerweise im Hallenbad an der Bahnhofstraße oder im Freibad an der Recklinghauser Straße ab. Beide Schwimmbäder sind aufgrund der Corona-Pandemie allerdings geschlossen. Ulrich Wilde vom TC Tümmler bedauert das sehr und blickt auch noch nicht sehr hoffnungsvoll in die Zukunft: „Da das Freibadfest nicht stattfinden kann, werden wir unser Schnuppertauchen nicht anbieten können.“

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