Prügelei vor dem Giro - Sieberg startete mit gebrochener Nase

Radsport

CASTROP-RAUXEL/MÜNSTER Münster ist kein gutes Pflaster für Marcel Sieberg. 2008 stürzte er beim Münsterland-Giro kurz vor dem Ziel und zog sich einige Schürfwunden zu. In diesem Jahr wurde der Castrop-Rauxeler Radprofi vom Team Columbia am Abend vor dem Rennen in der Innenstadt brutal attackiert. Die Folgen: Eine gebrochene Nase und eine Platzwunde am Kopf. Sieberg startete mit Schmerzen und landete nur auf Platz 122.

von Von Jan Große-Geldermann

, 04.10.2009, 14:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marcel Sieberg, Team Columbia.

Marcel Sieberg, Team Columbia.

Nach der Erstversorgung der Blessuren im Teamhotel startete Sieberg trotz starker Schmerzen beim Rennen am Samstag. „Leider hat mich die Verletzung doch mehr behindert als ich gedacht hatte“, sagte Sieberg, der am Ende mit drei Minuten Rückstand auf die Spitze als 122. über die Ziellinie fuhr. Auch für seinen amerikanischen Rennstall Columbia lief das Rennen nicht nach Wunsch. Andre Greipel konnte seinen Vorjahressieg nicht wiederholen, weil sich Columbia und die anderen Spitzenteams verzockten und ihre Sprintstars nicht in Position bringen konnten.

Stattdessen gelang Aleksejs Saramotins die Sensation. Der 27-jährige Lette vom kleinen dänischen Team Designa Kokken, der in der kommenden Saison für Columbia fahren wird, gewann als Solist die 4. Auflage Münsterland-Giro über 198 Kilometer von Ahlen nach Münster. Statt zur Saisonabschlussfeier mit seinen Teamkollegen fuhr Sieberg nach dem Rennen ins Krankenhaus. Das Röntgenbild bestätigte die schlimmsten Befürchtungen: Die Nase war gebrochen. „Eigentlich hätte ich gar nicht starten dürfen“, sagte Sieberg, der daraufhin das Abschiedsrennen seines Freundes Ralf Grabsch am Sonntag in Hürth schweren Herzens absagen musste. Am Montag entscheidet ein Spezialist, ob Siebergs Nase operiert werden muss. Im schlimmsten Fall würde dann sogar der bereits gebuchte Malediven-Urlaub ins Wasser fallen 

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