Roland Rauxel und Post SV müssen Plastikbälle kaufen

Tischtennis

Die Tischtennisspieler von der DJK Roland Rauxel und des Post SV müssen sich mit Beginn des Jahres 2019 auf neue Bälle einstellen. Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) schreibt dann Plastik- anstelle der gängigen Zelluloid-Kugeln vor. Für die heimischen Vereine ist dieser Wechsel auch mit Sorgen verbunden.

CASTROP-RAUXEL

, 08.12.2016, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Chroscinski (links), der Vorsitzende der DJK Roland Rauxel, und sein Jugendtrainer Karo Ali haben aktuell noch jede Menge Zelluloidbälle auf Lager.

Christian Chroscinski (links), der Vorsitzende der DJK Roland Rauxel, und sein Jugendtrainer Karo Ali haben aktuell noch jede Menge Zelluloidbälle auf Lager.

Zu Beginn der laufenden Saison wurde der Plastikball in den höchsten deutschen Tischtennisligen verpflichtend eingeführt. So langsam geht es schrittweise dem altbekannten Zelluloidball, den es bereits seit dem Jahr 1890 gibt, an den Kragen.

Es gibt auch in den Bezirksligen und Kreisligen bereits Vereine, die zu Meisterschaftsspielen das neue Modell auf die Tische legen. Heinz-Günter Hiller, Vorsitzender und Spieler der zweiten Mannschaft des heimischen Post SV (Kreisliga), berichtet: „Wir spielen derzeit schon bei Gegnern, die Plastikbälle haben. Verloren haben wir aufgrund der Bälle dort aber bestimmt nicht.“

Hiller erklärt, dass die Plastikbälle geringfügig größer und durch weniger Rotation langsamer seien – und sagt: „Einige meinen, er würde schnell verschleißen. Das kann ich aber nicht bestätigen. Zudem wird der Ball ebenso wie früher der Zelluloidball, der einst auch schnell kaputt ging, weiterentwickelt.“

Die Postler wollen ebenso wie Ortsnachbar DJK Roland Rauxel noch so lange wie möglich das alte Ball-Modell nachkaufen. Der Roland-Vorsitzende Christian Chroscinski hat Sorge, dass auf seinen Verein höhere Kosten für das Spielmaterial zukommen. Aktuell verlangen die Händler 1,60 Euro für einen Plastikball. Für das Auslauf-Modell aus Zelluloid werden derzeit zwischen 1 Euro und 1,20 Euro fällig. Zumeist kaufen die Clubs Pakete zu je 72 oder 144 Stück.

Sollte durch die neuen Bälle der Etat gesprengt werden, will Chroscinkski über eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nachdenken. Hiller sagt: „Das wäre eine Maßnahme. Ansonsten müsste jeder Spieler zum Training selbstgekaufte Bälle mitbringen.“

"Ein fader Beigeschmack bleibt"

Christian Chroscinski berichtet von seiner Erfahrung mit den neuen Bällen: „Sie zerplatzen oft, wenn man sie zu hart schlägt oder unglücklich mit der Schlägerkante trifft.“ Der Roland-Chef sieht „die Einführung des Plastikballs kritisch“.

Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Einführung des Balles vor allen Dingen persönlichen und wirtschaftlichen Interessen gedient habe. Ein Mitglied der Materialkommission der Internationalen Tischtennis-Förderation (ITTF) hatte den neuen Ball unterstützt. Seine Frau und ein persönlicher Freund hielten das Patent an eben diesem Ball. Chroscinski sagt: „Für uns Vereine steigen die Kosten bei momentan zweifelhafter Qualität. Ein fader Beigeschmack bleibt.“

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