Pia Coenen steigt auch über 20 Jahre nach dem letzten WM-Triumph noch ins Boot

mlzWas macht eigentlich...?

London, Hamburg, Johannesburg, Toulouse: Pia Coenen war schon an vielen Orten der Welt zuhause. Die frühere Ruderin pflegt ihre alten Freundschaften - und den Kontakt zu Castrop-Rauxel.

von Dieter Duewel

Castrop-Rauxel

, 18.07.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heute lebt die 42-jährige Pia Ehlers, die unter ihrem Mädchennamen Pia Coenen im Rudersport bekannt wurde, mit ihrem Mann Richard und ihren drei Kindern im südfranzösischen Toulouse.

Den Kontakt zu ihrer Heimatstadt Castrop-Rauxel und zum Rudern hat sie allerdings bis heute aufrecht erhalten. „Vor allem seit wir weiter weg wohnen und mehrfach umgezogen sind, besuche ich meine Familie und Freunde regelmäßig. Der Kontakt zu meiner Heimat ist mir wichtig, auch wegen der Kinder, für die die Europastadt ihr deutsches Zuhause ist“, betont Pia Ehlers.

Ihr Sohn ist in Hamburg zur Welt gekommen, ihre beiden Töchter in Johannesburg. Auch den Kontakt zu ihren früheren Ruderkolleginnen hat sie aufrecht erhalten: „Wir treffen uns normalerweise einmal im Jahr. Und da alle in unterschiedlichen Ländern wohnen, besuchen wir uns dann abwechselnd, wie zuletzt bei mir in Toulouse, wo wir auf der Garonne gerudert haben.“

Pia Ehlers schaffte schnell den Sprung nach oben

Zum Rudersport kam Pia Ehlers, als sie mit ihren Klassenkameraden an einem Schnupperkurs beim Ruderverein Rauxel teilnahm. „Dann ging alles relativ zügig. Die damaligen Trainer beim RVR haben mich von Anfang an gefördert und dafür gesorgt, dass ich an landesweiten Wettkämpfen und an Leistungsüberprüfungen teilnehmen konnte“, so Ehlers, „nachdem ich 1992 den dritten Platz im Juniorinnen Einer bei meiner ersten Deutschen Meisterschaft belegt hatte, wurden die Verantwortlichen beim Deutschen Ruderverband auf mich aufmerksam und ich wurde in sein Fördersystem aufgenommen.“

In den folgenden Jahren stellten sich die Erfolge schnell ein. 1993 saß Pia Ehlers im Junioren-Achter, der in Norwegen die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften holte. „Die Gemeinschaft und die Freundschaften, die durch den Sport entstanden sind, haben mich immer motiviert. Ohne diese wären die anstrengenden Trainingseinheiten schnell zur Qual geworden“, betont Pia Ehlers.

Pia Coenen steigt auch über 20 Jahre nach dem letzten WM-Triumph noch ins Boot

Pia Ehlers (l.) beim Treffen mit ihren früheren Weggefährtinnen vor dem Bootshaus in Toulouse. © privat

Das gilt vor allem auch für ihre Freundschaft mit Nicola Schröder, mit der sie 1994 im Junioren-Zweier Weltmeisterin und Deutsche Meisterin wurde: „Nicola lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, aber wir haben immer noch Kontakt. Zuletzt sind wir in Toulouse und in Hamm gemeinsam ins Boot gestiegen.“

Auch mit ihrer Schwester Anna erruderte sich Pia Ehlers Erfolge. 1997 saßen sie gemeinsam im Vierer ohne Steuermann, der bei der Weltmeisterschaft im französischen Aiguebelette Bronze holte. Im gleichen Jahr wurden die beiden ‚Coenens‘ Deutsche Sprintmeister im Zweier ohne Steuermann.

Pia Ehlers lernte ihren Mann bei Wettkämpfen kennen

Die nachhaltigste Ruderfreundschaft hat dann den Lebensweg von Pia Ehlers entscheidend verändert. Sie lernte ihren Ehemann Richard, einen südafrikanischen Ruderer, bei Wettkämpfen kennen. Bedingt durch seine berufliche Tätigkeit bei Airbus verbrachte die Familie zunächst knapp acht Jahre in Hamburg und danach fünf Jahre in Johannesburg.

Seit drei Jahren ist die fünfköpfige Familie in Toulouse zuhause. Die ehemalige Castroperin ist als selbständige Kommunikationsberaterin für Nachhaltigkeitsprojekte tätig. Nach ihrem Abitur am Ernst-Barlach-Gymnasium und ihrem Studium der Kommunikationswissenschaft, Anglistik und Politikwissenschaft in Essen arbeitete sie als Kommunikationsberaterin für Unternehmen wie Unilever oder das Internationale Paralympische Komitee.

Pia Coenen steigt auch über 20 Jahre nach dem letzten WM-Triumph noch ins Boot

Pia Ehlers in ihrer neuen Heimat im südfranzösischen Toulouse. © privat

Ihr Familien- und Berufsleben in Toulouse lässt ihr aber noch Zeit für sportliche Aktivitäten: Rudern und Jogging. Sehr interessiert ist Pia Ehlers auch weiterhin an den Ruderwettbewerben: „Vor allem durch die verstärkte Präsenz des Sports in den sozialen Medien und durch vielfältige Online-Formate ist es in den letzten Jahren einfacher geworden, den Sport unabhängig vom Standort zu verfolgen.“

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