Schwarzer Tag für die Bezirksligisten

Fußball: Bezirksliga 9

Drei Spiele, drei Niederlagen - das ist die Bilanz der drei Castrop-Rauxeler Bezirksligisten. Während Frohlinde im Topspiel gegen Langenbochum zumindest nur knapp unterlegen war, setzte es für Obercastrop und Schwerin zwei richtig derbe Klatschen. Wacker darf zumindest sagen, eine ordentliche Leistung gezeigt zu haben.

CASTROP-RAUXEL

, 21.09.2014, 19:49 Uhr / Lesedauer: 4 min
Schwarzer Tag für die Bezirksligisten

Fußball: Bezirksliga 9 Spvg Schwerin - Vestia Disteln 1:6 (0:1) Ein halbes Dutzend Gegentreffer, davon drei kurz nach der Pause fast im Minutentakt, da blieb auch dem Schweriner Trainer, Thomas Faust, die Spucke weg. Lange Zeit hockte der sonst an der Linie so engagierte Coach schon während des Spiels unter dem Dach der Trainerbank. Dabei hatte Faust selbst noch in der Halbzeitpause lautstark so richtig Gas gegeben, dass die Kabinenwände wackelten. Die laute Ansprache fand beim Gros der Spieler kein Gehör. Im Gegenteil. Statt selbst das Spiel nach dem 0:1 aus der 29. Minute zu bestimmen, gestatteten die „Blauen“ ihren bis dato nicht gerade stark auftrumpfenden Gegenspielern viele Freiräume. Viel zu viele. Jürgen Klahs, der vor einiger Zeit Schwerin und Disteln trainierte und seinen Sohn Dorian im Gäste-Team zuschaute, war begeistert: „ Das war ganz stark“, lobte er das Gäste-Team, mit dem er in der Vorsaison aus der Landesliga abstieg. Das war die Phase, als die Distelner innerhalb von fünf Minuten (52./53./55.) schier unglaublich den 4:0-Zwischenstand aufbauten.Gegner aufgebaut Die Schweriner schauten zumeist tatenlos zu. Die „aufgebauten“ Vestia-Burschen hatten eine Sicherheit bekommen, die es im ersten Spielabschnitt so nicht gab. Da bemühte sich die Elf von Trainer Faust. Aber bemühen, das weiß man aus Bewerbungs-Schreiben, ist nicht gut genug. Aber wie das so ist, hätte auch alles anders werden können, ehe wieder die Kritik-Keule ausgepackt werden musste. So tauchten Marcos Hill (5.) und Ron Hibbeln (12.) ganz alleine vor dem Keeper auf. Tore: Fehlanzeige. Das tat besonders weh. Selbst Coach Faust verzweifelte: „Was für Chancen brauchen wir denn noch?“ Das machte Disteln besser. Dabei war der Ball eigentlich schon geklärt. Plötzlich stand ein Gegner frei vor Torwart Marco Schulz und konnte sich zum 0:1 (29.) die Ecke aussuchen. Der Anfang vom bitteren Ende. Hatte Ron Hibbeln (51.) mit einem feinen Querpass, der keinen Abnehmer fand, so etwas wie Schweriner Torgefahr entwickelt, brachen auf der anderen Seite die Dämme. Erst das Treffertrio, dann das 5:0 (70.), das Hill mit dem Ehrentor (87.) konterte. Disteln „stach“ fast postwendend mit einem Foulelfmeter (89.) noch einmal zu.TEAM UND TORE SCHWERIN: Schulz, Handt, Dapi, Godinho, Hill, Foitzik, Michna, Hibbeln (65. Poslednik), Meißner (65. Sänger), Karakabak, Hipe (65. Geiger).Tore: 0:1 (29.), 0:2 (52.), 0:3 (53.), 0:4 (55.), 0:5 (70.), 1:5 (86.) Hill, 1:6 (89.) Foulelfmeter.

Westfalia Langenbochum - FC Frohlinde 3:2 Arif Secen (5., 14.) hatte in einer frühen Phase des Spiels zwei gute Chancen für Frohlinde, scheiterte jedoch jeweils am Langenbochumer Schlussmann. Auf der anderen Seite brachte eine unglückliche Aktion von FCF-Torwart Daniel Schultz die Führung für die Gastgeber. Ein Hertener Spieler war in den Strafraum eingedrungen, hätte aber den Ball wohl nicht mehr vor der Torauslinie erlaufen können. Schultz ging dennoch mit vollem Risiko dazwischen und holte den Gegner von den Beinen. Den fälligen Strafstoß nutzte Langenbochum zum 1:0 in der 20. Minute. Nachdem die Frohlinder noch einmal Glück hatten, als ein Hertener völlig freistehend an den Pfosten köpfte (37.) gehörte ihnen die Schlussphase des ersten Durchgangs. Noch vor dem Seitenwechsel gelang der Elf von Trainer Jürgen Litzmanski der Ausgleich. Dietrich Liskunov setzte sich energisch auf der linken Angriffsseite durch und brachte eine maßgerechte Flanke auf Michael Wurst, der freistehend aus kurzer Distanz das 1:1 markierte (45.).Vorbereiter Liskunov  Den Schwung dieses Erfolgserlebnisses nahmen die Castrop-Rauxeler mit in den zweiten Durchgang. In der 52. Minute hatte Vaidas Rocys nach einer weiteren schönen Vorarbeit von Liskunov die FCF-Führung auf dem Fuß, sein Abschluss landete jedoch in den Armen des Torhüters (52.). Stattdessen folgte die „kalte Dusche“. Bei einem Hertener Angriff klärte die FCF-Hintermannschaft nicht entschlossen genug. Nutznießer war Mike Rogowski, der Langenbochum erneut in Führung brachte (54.). In der 72. Minute legte er das 3:1 nach. Doch die Frohlinder kämpften sich in die Partie zurück. Wurst wurde im Strafraum gefoult (77.) und verwandelte selbst den Elfmeter zum 2:3. Nachdem FCF-Keeper Schultz mit einer Glanzparade (85.) das vierte Hertener Tor verhinderte hatte, gab es für die Gäste in der Nachspielzeit noch einen Freistoß, den Langenbochum nur mit großer Mühe klären konnte. Es blieb aber bei der knappen Frohlinder Niederlage.TEAM UND TORE FROHLINDE: Schultz, Muzaffer, Niebert, Thimm, Hoffmann (73. Günther), Lauth, Wurst, Secen (70. Obi), Liskunov, Ruffer, Rocys (63. Janas).Tore: 1:0 (20./FE), 1:1 (45.) Wurst, 2:1 (54.), 3:1 (72.), 3:2 (77./FE) Wurst.Bes. Vorkommnisse: Rote Karte gegen Langenbochum wegen Schiedsrichterbeleidigung (90.+3).Eintracht Datteln - Wacker Obercastrop 4:1 (2:0) Was für eine widersprüchliche Statistik: Der Trainer des SV Wacker Obercastrop, Dennis Hasecke, hatte sein Team klar im Vorteil gesehen, musste aber Eintracht Datteln in der Fußball-Bezirksliga mit 4:1 (2:0) den Sieg überlassen. Immerhin, die Eintracht mit ihrem Castrop-Rauxeler Trainer Andreas Köhler, hat sich damit den dritten Tabellenplatz ergattert. Die Obercastroper sind auf Platz elf abgedriftet. Hasecke: „Wir hatten 25 Torschüsse und nur einen Treffer, Datteln hat viermal auf unser Tor geschossen.“ Das Ergebnis stellt jegliche statistische Zahlen auf den Kopf. Schon bevor die Hausherren mit einem direkten Freistoß in der 17. Minute trafen, besaß das Hasecke-Team selbst beste Einschuss-Möglichkeiten. Der Trainer: „Wir haben richtig Dampf gemacht.“ Aber eben nicht getroffen. Der starke Tom Wisnewski, Niko Kresic oder Abdel-Lativ Boudhan, brachten die Kugel nicht über die Torlinie. Das machten die Hausherren besser und abgeklärter. Die zweite Chance, das zweite Tor (24.). Das Spiel schon jetzt auf den Kopf gestellt. Und noch mehr. Dattelns 3:0 (58.) konterte zwar Maurice Ottberg mit dem 3:1 (67.), doch schon zwei Minuten später, war mit dem 4:1 auch dieser Hoffnungsschimmer verflogen. Zu allem sportlichen Übel musste Ottberg nach einem Kopfball-Zweikampf (86.) mit „klaffender Kopfwunde“ (Hasecke) ins Krankenhaus gebracht werden.TEAM UND TORE OBERCASTROP: Scholka, D. Firch (62. Sahinli), Fritsch, Ottberg, Kresic, Kitowski, Boudhan, Budde, Herder (62. Moutaouafik), Wisnewski, T. Firch (46. Schröder).Tore: 1:0 (17.), 2:0 (24.), 3:0 (58.), 3:1 (67.) Ottberg, 4:1 (69.).

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