Schwerins Euphorie-Blase platzt nach 1:3-Pleite

Landesliga 3

CASTROP-RAUXEL Die schöne Stimmung ist dahin: Nach der völlig unnötigen 1:3 (1:0)-Niederlage der Spvg Schwerin gegen den VfB Günnigfeld brach auch der zuletzt so euphorische wirkende Zusammenhalt auf dem Berg wie ein schlecht gebautes Kartenhaus in sich zusammen.

von Von Jürgen Weiß

, 25.10.2009, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Spvg Schwerin - hier Lars Kattner (r.) - gab gegen Günnigfeld das Heft aus der Hand.

Die Spvg Schwerin - hier Lars Kattner (r.) - gab gegen Günnigfeld das Heft aus der Hand.

Mit einer Stunde mehr Schlaf im Rücken durch die Zeitumstellung wirkten die Platzherren von Beginn der Partie an hellwach. Die Bochumer Gäste, in denen immer noch der 41-jährige Ex-Profi Peter Közle (VfL Bochum/MSV Duisburg) den Ton vorgibt, wirkten überhaupt nicht ausgeschlafen. Die Schweriner, bei denen Cihangir Sahinli und Ahmed Caki zunächst auf der Auswechselbank saßen, sprühten vor Spielfreude, als ob sie sich schon auf einen gemeinsamen Bummel über den Viktualienmarkt anschließend in der Altstadt freuten. Doch Freude kam später nicht mehr auf. Man würde es kaum glauben, wenn man es nicht persönlich erlebt hätte.

Den ersten positiven Aspekt lieferte Stephan Hornberger, der in der fünften Minute das Außennetz traf. Negativ bleibt dagegen sein Abgang in der Schlussphase in Erinnerung, als ihn Lewark auswechselte und Hornberger ein Spektakel inszenierte, über das sicherlich noch zu reden sein wird. Dabei wäre es zu solch einem Eklat bestimmt nicht gekommen, hätten Hornberger und Co. doch nur das Tor häufiger getroffen. So blieb der Treffer zum 1:0 (10.), den Tobias Wille nach einem langen Einwurf von Enver Muzaffer erzielte, der einzige Freudenfunken. Weitere ganz dicke Dinger verpufften, weil nicht entschlossen nachgesetzt wurde. Was hat zum Beispiel Chris Kasprzak für schöne Bälle von der linken Seite vor das Tor gebracht. Muzaffer oder Vaidas Rocys reagierten zu spät oder gar nicht. Immer wieder tauchte auch Hornberger vor dem gegnerischen Tor auf. Doch entweder wurde der Schuss abgeblockt, oder der Keeper konnte das an eine alte Geschichte erinnernde erfolglose „Hornberger Schießen“ entschärfen. Was soll ein verzweifelter Trainer da an der Außenlinie machen. Lewark: „Wir haben wirklich gut gespielt, der Gegner hatte doch überhaupt keine Chance.“

Die Aussage hielt bis kurz nach dem Wechsel. Wieder hatten die Schweriner Fahrt aufgenommen und wieder nicht getroffen. Als ein Freistoß von Bastian Fritsch abgeblockt wurde und sich der von seinem Coach Lewark lautstark kritisierte Steve Kozole auch noch nach vorne aufgemacht hatte, sorgte ein langer Pass dafür, dass die Gäste wie aus dem Nichts das 1:1 (55.) erzielten. Die Platzherren waren sichtlich geschockt. Und als sie dann doch wieder das Heft in die Hand nahmen, fiel es ihnen schnell aus den Fingern: 1:2 (64.). Alle weiteren Mühen waren vergeblich. Muzaffer vergab leichtfertig und Rocys traf aus naher Distanz nur den Pfosten. Das 1:3 (90.) nach einem Konter stellte schließlich den Spielverlauf auf den Kopf.

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