Spvg Erkenschwick und TuS Sinsen schieben Frust nach Liga-Einteilung

Fußball-Westfalenliga

Das ist sicher eine Überraschung für die Fußball-Fans der Spvg Erkenschwick und des TuS 05 Sinsen - und keine angenehme: Die Westfalenligisten spielen in der Saison 2020/21 anstatt in der Staffel 2 in der 1.

Castrop-Rauxel

von Thomas Braucks

, 21.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Spvg Erkenschwick feiert im vergangenen Sommer 2019 den Derbysieg in Sinsen. Das Duell gibt es auch in der kommenden Spielzeit - aber in der Westfalenliga 1.

Die Spvg Erkenschwick feiert im vergangenen Sommer 2019 den Derbysieg in Sinsen. Das Duell gibt es auch in der kommenden Spielzeit - aber in der Westfalenliga 1. © Thomas Braucks

Für Punkt 12 Uhr am Montag (20. Juli) hatte der Westfälische Fußballverband (FLVW) die Staffeleinteilung der überkreislichen Ligen angekündigt. Schon zehn Minuten vor Ultimo liefen bei Spvg Erkenschwick und TuS 05 Sinsen die Mobiltelefone heiß.

Da war längst durchgesickert: Der FLVW hat die beiden Klubs aus dem Kreis Recklinghausen von der Westfalenliga 2 in die Staffel 1 versetzt. Für Schwarz-Rote und Schwarz-Weiße bedeutet das: Keine Duelle mehr gegen die Reviernachbarn DSC Wanne-Eickel, SV Sodingen, DJK TuS Hordel oder YEG Hassel.

Dafür heißen die Gegner künftig 1. FC Gievenbeck, SV Rödinghausen II, TuS Tengern und Fichte Bielefeld. Weite Reisen inklusive.

„Zweiter Nackenschlag“ für Erkenschwick

„Das ist für uns der zweite Nackenschlag binnen weniger Tage“, sagt Erkenschwick-Geschäftsführer Andreas Giehl. „Erst nimmt uns der Fußballkreis das Halbfinale im Kreispokal gegen Schermbeck weg, ohne uns das vernünftig zu erklären. Und jetzt müssen wir auch noch rüber in die Westfalenliga 1.“

Besonders schmerzlich aus Erkenschwicker Sicht: Aufsteiger SV Rot-Weiß Deuten aus dem Nordwesten des Fußballkreises darf in der Westfalenliga 2 antreten. „Wer lässt sich so etwas einfallen?“, fragt Andreas Giehl.

Beim TuS 05 Sinsen konnte auch niemand der Lage etwas Gutes abgewinnen: „Vollkatastrophe“ „Unglaublich“, „Nicht zu fassen“ – das waren die Schlüsselvokabeln in allen Kommentaren. „Kein Wunder“, meinte der Sportliche Leiter Christos Karaissaridis. „Wir sind eben alle total geschockt.“

Was am Montagmittag zusätzlich für Verwirrung beim TuS 05 Sinsen sorgte: In der offiziellen Staffeleinteilung des FLVW ist der Verein mit dem ausdrücklichen Vermerk „auf Wunsch umgruppiert“ der Westfalenliga 1 zugeschlagen.

Schlechter Scherz auf Kosten des TuS Sinsen?

Da habe sich der Verband offenbar einen schlechten Scherz auf Kosten des Klubs erlaubt: „Das ist definitiv falsch und nicht unser Fehler“, beteuerte Christos Karaissaridis. „Wir haben einen Antrag auf den Verbleib in der Westfalenliga 2 gestellt.“ Das könne man belegen. Am Nachmittag war die Anmerkung auf der Seite des FLVW dann verschwunden.

Einen Antrag hatte auch die Spvg Erkenschwick fristgerecht eingereicht. Hintergrund: die Corona-Krise und der daraus resultierende Saisonabbruch. „Als wir gesehen haben, wer nach Abbruch der Saison alles aufsteigen würde, haben wir befürchtet, dass uns etwas drohen könnte“, berichtet Geschäftsführer Giehl. „Deshalb haben wir einen Antrag auf Verbleib in der Westfalenliga 2 gestellt.“ Wie sich nun herausgestellt hat: vergeblich.

Bei der Spvg haben sie am Montag schon fix hochgerechnet, die Kosten für Reisen werden beträchtlich anwachsen. Möglicherweise um eine fünfstellige Summe. Andreas Giehl: „Wir brauchen zu jedem Auswärtsspiel einen Bus.“ Ausnahme: das Derby in Sinsen.

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