Stefan Kitowski: „Wacker ist seit sieben Jahren meine Fußball-Heimat“

mlzFußball-Westfalenliga

Bereits seit sieben Jahren spielt Stefan Kitowski für den SV Wacker Obercastrop. Lokalsport-Reporter Hans Jürgen Weiß hat mit der „Wacker-Legende“ an einem ungewöhnlichen Ort telefoniert.

Obercastrop

, 24.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der einzige telefonische Termin war nur auf der Autobahn möglich. Denn Stefan Kitowski hatte schon avisiert, dass er als Supply-Chain-Manager für seinen Arbeitgeber auf der Sauerlandlinie Richtung Frankfurt unterwegs sein wird. Dank Freisprecheinrichtung war das Gespräch mit dem frisch verheirateten Kicker möglich. Nach einer langen Fußballer-Laufbahn soll die kommende Westfalenliga-Saison seine Karriere in der ersten Mannschaft ausklingen lassen. Das und noch viel mehr erzählte der Mittelfeldspieler, der einst seine ersten Schritte bei den Mini-Kickern des FC Frohlinde unternahm - und der Wacker Obercastrop als seine Fußball-Heimat ansieht.

Seit 2012 ist Stefan Kitowski ein Wackeraner.

Seit 2012 ist Stefan Kitowski ein Wackeraner. © Engel

Hallo Stefan, ist das in Ordnung, dass wir per Handy sprechen, während Du Auto fährst?

Na klar das geht in Ordnung, ich habe das ja auch so angeboten. Aber ich bin es ja täglich gewohnt, wenn ich beruflich unterwegs bin.

Das ist Stefan Kitowski

  • Stefan Kitowski ist am 7. Januar 1989 in Castrop-Rauxel geboren. Seit sieben Jahren spielt er beim SV Wacker Obercastrop. Er wohnt heute in einer 120 Quadratmeter großen Wohnung in Herne am Gysenberg.
  • Seine Fußball-Karriere startete der als schlitzohrig geltende Mittelfeldspieler bei den Mini-Kickern des FC Frohlinde. In der Jugend stehen in seinem Vereinsnachweis Spvg Schwerin, VfL Bochum, wieder Schwerin und der SuS Merklinde.
  • Seit Jahren ist er ein fester Bestandteil der ersten Obercastroper Mannschaft. Er hat viele Aufstiege und Meisterschaften - auch in der Halle - gefeiert. Beruflich ist der Kicker als Supply-Chain-Manager für eine große Firma unterwegs.
  • Am 11. Juli 2020 hat Stefan Kitowski im ostfriesischen Wangerland seine Partnerin Leonie geheiratet. Als Gast war auch seine Freund und Kapitän Moritz Budde dabei, mit dem er oft Läufe durch den Gysenberg unternimmt.

Dann erstmal eine private Frage. Du hast Deine Leonie geheiratet. Wann und wo? Und in welchem Rahmen?

Wir sind mit Verwandten und Freunden freitags ins Wangerland nach Ostfriesland gefahren, am Samstag war die Trauung, und wir hatten auch Zeit an die Nordsee zu gehen. Mein Freund, Wacker-Mannschaftskapitän Moritz Budde, war auch dabei.

Wobei wir bei der Mannschaft sind. Habt Ihr den Aufstieg in die Westfalenliga schon gut verarbeitet?

Ich habe ja schon viel mitgemacht, überrascht hat mich das nicht, weil wir ja schon seit Jahren eine eingespielte Truppe haben. Deshalb glaube ich auch, dass wir in der neuen Liga gut mithalten können. Wir haben ja auch Spieler, die schon höherklassig gekickt haben.

Wie Du. Wie hoch hast Du denn in deiner Zeit beim VfL Bochum gespielt?

Ich war dort bis zur B-Jugend. Da ging es immer um höhere deutsche Ligen, aber so profimäßig wie heute in einer Bundesliga wurde das noch nicht geführt. Damals hieß das eher Sonderklasse oder DFB-Runde. Aber dann wurde ich ja quasi wie viele andere auch aussortiert.

Angefangen hast Du ja bei den Mini-Kickern des FC in Frohlinde. Kannst du Dich noch daran erinnern?

Sicher, das war eine lustige Truppe unter anderem mit Jerrit Klein. Ich kann mich auch an Spiele gegen den VfR Rauxel erinnern. Da war auch Manuel Backes, mit dem ich ja auch in Obercastrop spielte, ehe er zur SG Castrop wechselte.

Wobei wir wieder in Obercastrop sind. Was hast Du Dir denn für die Saison in der Westfalenliga vorgenommen?

Ich will natürlich alles versuchen. Selbst heute nach meinem Termin in Frankfurt hoffe ich, rechtzeitig zum Training zu kommen. Denn die Konkurrenz bei uns im Kader ist riesengroß. Da musst du trainieren, um dranzubleiben.

Du warst für mich immer, egal wo du gespielt hast, ein Führungsspieler. Wo siehst Du Deine Stärken?

Der große Torjäger war ich nie. Ich sehe mich eher in der Torvorbereitung. Dazu gehören die Balleroberung und der entscheidende Pass in die Sturmspitze.

Ich habe noch einen Freistoßtreffer im Kreispokal-Halbfinale am 26. Juli 2017 für Wacker beim SuS Merklinde vor Augen. Erinnerst Du Dich noch?

Ach ja. Wir spielten fast das gesamte Spiel in Unterzahl, weil Bastian Niebert früh die Rote Karte gesehen hatte. Dann bekamen wir kurz vor Schluss diesen Freistoß, den ich dann mit dem Außenrist zur Überraschung von SuS-Torwart Maximilian Möhrs zum 2:1 in die kurze Ecke geschossen habe. Glück gehabt.

Das war dann der Einzug in das Finale, das Ihr erst nach Elfmeterschießen gegen Westfalia Herne im Strünkede-Stadion verloren habt. Das war doch bitter, oder?

Natürlich, zumal wir ja auch beim Elfmeterschießen in die Verlängerung mussten. Aber schon da haben wir gezeigt, dass unsere Mannschaft eine verschworene Gemeinschaft war, da war nicht einer auf den anderen böse.

2009 trug Stefan Kitowski (rechts) das Trikot des SuS Merklinde verlor mit seinem Team das kleine Finale" der Feld-Stadtmeisterschaft gegen den VfB Habinghorst mit 0:1.

2009 trug Stefan Kitowski (rechts) das Trikot des SuS Merklinde verlor mit seinem Team das kleine Finale" der Feld-Stadtmeisterschaft gegen den VfB Habinghorst mit 0:1. © Jens Lukas

Da wäre die Frage, wie Du eigentlich zu Wacker gekommen bist?

Nach den zwei Jahren in Merklinde mit Dennis Dannemann und Marcel Struckmeyer sind wir nach Schwerin zurückgegangen. Doch nach einem Jahr war das vorbei. Da mein früherer Merklinder Trainer Toni Kotziampassis bei den Obercastropern war, bin ich auch dorthin gewechselt.

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Was macht denn den SV Wacker so besonders?

Da sind Leute, die Ahnung haben. Das gesamte Umfeld unterstützt uns, wo es nur geht Da wird nichts dem Zufall überlassen. Und die Trainer, Aytac Uzunoglu und Co-Trainer Steffen Golob, der ja mittlerweile auch Sportlicher Leiter ist, machen ihre Sache großartig.

Du hast gesagt, es wird Dein letztes Jahr in der ersten Mannschaft. Was folgt danach?

Es ist ja schon recht stressig auf diesem Level. Man weiß ja nich,t was die Zeit auch in der Familie bringt. Aber ich kann mir vorstellen, die zweite Mannschaft mit Kollegen wie Moritz Budde zu unterstützen, um das Team eine Klasse höher zu bringen. David Queder macht es dieses Jahr ja schon vor.

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