SV Poseidon muss zum Training nach Bork ausweichen

Schwimmen

CASTROP-RAUXEL Unlängst hatte sich Wacker Obercastrop zu Wort gemeldet, dass seine Bezirksliga-Elf den Winter über freitags nur noch bis 20 Uhr in der Erin-Kampfbahn üben dürfe. Die Zeit danach hat das Sportamt im Winternutzungsplan dem Landesligisten VfB Habinghorst zugeteilt. Mit solcherlei Problemen würde sich Andrea Lennhoff vom SV Poseidon sicherlich liebend gerne rumplagen: Training, aber nur bis 20 Uhr.

von Von Carsten Loos

, 28.10.2009, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Andrea Lennhoff ist Technische Leiterin des Schwimmvereins SV Poseidon. Sie wird, wenn sie an diesem Donnerstag (29. Oktober) zum nächsten Training bittet, ihre Schützlinge aus der Wettkampfmannschaft drei Wochen lang überhaupt nicht gesehen haben. Seit dem Finale der Freibadsaison Ende September haben die Poseidon-Athleten um Marvin Kunze, im Sommer immerhin Zehnter bei den Deutschen Jahrgangs-Meisterschaften, sogar nur zwei Mal trainieren können.

Das heimische Hallenbad an der Bahnhofstraße ist nämlich seit Mai wegen der erneuten Sanierungsarbeiten, wie schon im Vorjahr, gesperrt. Und das Ausweichquartier des SVP, das Hallenbad der Polizeischule in Bork, machte nun auch in den Herbstferien dicht. Schon im November stehen die Bezirksmeisterschaften und die NRW-Meisterschaften als wichtigste Wettkämpfe der Kurzbahn-Saison für die Poseidon-Equipe auf dem Programm. Dumm gelaufen für den SVP. Übungsbetrieb in den Nachwuchsgruppen liegt auf dem Trockenen

Dabei hatte der Verein das Polizei-Bad extra angemietet, um in der Zeit der Schließung des Castrop-Rauxeler Hallenbades zumindest einmal pro Woche trainieren zu können. Dafür nimmt der Club die Mietkosten sowie An- und Abreise von jeweils einer halben Stunde auf sich.

"Mehr ist in diesem Jahr nicht drin", betont Andrea Lennhoff. Im letzten Jahr hatten ihre Schwimmer samstags zudem in Gladbeck geübt. Damals hatte die Technische Leiterin Kosten von "2000 bis 3000 Euro" für Halleneintritt und Fahrtkosten hochgerechnet.

Derweil liegt beim SVP der Übungsbetrieb in den Nachwuchsgruppen (rund 100 Schwimmer), den Schwimmkursen (90) und den Aquatic-Kursen (30) seit Mai ganz auf dem Trocknen. Die Erfahrungen von der Hallenbad-Auszeit im letzten Jahr (Mai bis Dezember) und bei der großen Hallenbad-Sanierung zuvor lassen Schlimmes befürchten: Damals brachen die Mitgliederzahlen beim SVP massiv ein.

Wundertüte Hallenbad Auf die heimischen Wassersportler wartet indes weiteres Ungemach: Den ursprünglich angepeilten Termin für die Wiedereröffnung des Hallenbades Mitte November hatte Sportdezernent Michael Eckhardt ja schon in der letzten Sitzung des Betriebsausschusses 1 korrigiert in: "Aber noch dieses Jahr."

 

 

 

Ob daraus was wird? Die "Wundertüte Hallenbad" hat zuletzt weitere Geheimnisse preis gegeben. Reparaturzeit raubend, Ende derzeit nicht absehbar. Vielleicht sollte sich Andrea Lennhoff bei den Wacker-Kickern Rat holen, wie sie diese Zeit mit ihren Schwimmern überbrücken kann.

 

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