Tore, Tore, Tore - Der Glöckner von Obercastrop

CASTROP-RAUXEL 27 Tore in 20 Spielen. Torquote 1,35. Das sind die bloßen Zahlen für Vadim Glöckner. Er ist Bochumer, 31 Jahre alt, Stürmer des Fußball-Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, in Top-Form. Und Vadim Glöckner scheint sich wohlzufühlen in der Erin-Kampfbahn. Warum? Ein Porträt.

von Von Jörg Laumann

, 26.03.2009, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn er hat jetzt schon seine Zusage für die kommende Saison gegeben. Der Torjäger des SV Wacker bleibt, obwohl er sicher auch eine oder zwei Ligen höher spielen könnte. Das unterstreicht auch seine langfristige Bilanz: 120 Meisterschaftsspiele für Wacker hat Glöckner bestritten und dabei 140 Tore erzielt. Eine Quote, die bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten weckt. "Es gibt immer wieder Angebote", sagt der Torjäger und Spielführer, "aber ich habe bei Wacker meine sportliche Heimat gefunden." Bemerkenswert, denn er wuchs in Bochum auf und lebt auch heute dort.

2004 kam er zum damaligen A-Ligisten Wacker Obercastrop. Bereits in seiner ersten Spielzeit avancierte er dort mit 28 Treffern zur festen Größe in der Esser-Elf. Ein Jahr später legte er mit 38 Toren den Grundstein für den Aufstieg in die Bezirksliga. Dort haben sich Glöckner und Co. mittlerweile in der Spitzengruppe etabliert.

Das Essen-Intermezzo

Er selbst musste in der ersten Saison nach dem Aufstieg allerdings passen. Er arbeitet bei einer Essener Firma für Medizinprodukte im Qualitätsmanagement und musste den Job besser mit dem Fußball abstimmen. Also wechselte der Torjäger zum Bezirksligisten SG Schönebeck. Zur Rückrunde 2006/07 kam er aber zurück. "Ich habe mich dort nie wohl gefühlt", sagt Glöckner heute über das Essener Intermezzo.

In Obercastrop stimmt die Chemie, selbst wenn auf dem Platz mitunter lautstarke Kontroversen ausgetragen werden. Auch Kapitän Glöckner, außerhalb des Spielfeldes ein höflicher Zeitgenosse, kann dort aus der Haut fahren - sogar, wenn es 8:0 für Wacker steht, wie am vergangenen Wochenende gegen Recklinghausen. "In der Schlussphase haben wir durch Unkonzentriertheiten zwei Tore zugelassen, obwohl der Gegner keiner Fliege etwas zuleide tun konnte", sagt Glöckner. Nach dem Spiel seien solche Streitigkeiten jedoch vergessen, zumal es nicht um einseitige Kritik gehe. "Die Anderen dürfen mich auch anschreien, wenn ich vorne eine Großchance vergebe."

Der Statistik-Freund

Was den Stürmer sonst noch aus der Ruhe bringt, sind Ungenauigkeiten in der Treffer-Statistik. Angeregt von den Sonderheften des Fachmagazins Kicker, die er bereits im Kindesalter studiert hat, führt Glöckner akribisch Buch über seine Tore. Da kommt es schon einmal vor, dass er die Angaben in der RN-Torjägerliste vom Spielfeld aus korrigiert. "Die Statistik ist schon so etwas wie eine Macke von mir geworden", sagt er. Aktuell sind sich die Chronisten einig: 27 Mal hat Vadim Glöckner 2008/09 für Wacker getroffen, nur ein Mal weniger als in der gesamten vorherigen Spielzeit.

Wenn es am Ende trotz des gut aufgelegten Torjägers nicht mehr dazu reichen sollte, die aktuell sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer FC Brünninghausen aufzuholen, will man in Obercastrop in der nächsten Spielzeit einen neuen Aufstiegs-Anlauf nehmen. Auch der neue Vorsitzende Frank Figur hat bekräftigt, dass er Wacker mittelfristig in der Landesliga sehen möchte - was auch Vadim Glöckner freut. "Dieses Ziel war ausschlaggebend dafür, dass ich frühzeitig meine Zusage gegeben habe", erklärt der Stürmer. "Nur um Platz fünf oder sechs zu spielen, würde mir keinen Spaß machen."ZUR PERSONVadim Glöckner, 31 Jahre alt, spielt seit 2004 für den SV Wacker Obercastrop, für den er in der laufenden Bezirksliga-Saison 27 Tore erzielt hat. Seine fußballerische Laufbahn begann im F-Juniorenalter bei der SG Bochum-Werne. Im Seniorenbereich lief er auch für DSC Wanne-Eickel, SG Linden-Dahlhausen, SV Sodingen, Spvg Horsthausen und SG Schönebeck auf. Der gebürtige Bochumer ist im Qualitätsmanagement für eine Medizinprodukte-Firma in Essen tätig. Er lebt mit Ehefrau Tina und Sohn Louis in Wattenscheid.

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