René Niewind (30): „Man passt sich dem Niveau der neuen Liga an“

mlzTuS Henrichenburg

René Niewind gehört beim TuS Henrichenburg zu den erfahrenen Spielern. Trotz dreier Kreuzbandrisse spielte er auch in der Halle. Auf dem Feld könnte es besser laufen - Niewind nennt Gründe.

Henrichenburg

, 12.01.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er kann es nicht lassen. Drei Kreuzbandrisse hat René Niewind schon erlitten. Die Fußball-Hallenstadtmeisterschaft am ersten Januar-Wochenende ließ er dennoch nicht sausen. „Klar, das ist nicht gut für die Knie“, gesteht der 30-Jährige. „Aber mir hat der Fußball in der Halle immer Spaß gemacht. Ich bin seit zehn Jahren dabei.“

Noch viel länger ist er beim TuS Henrichenburg. Hier hat er als Mini-Kicker angefangen - und führte nun die Senioren bei der Hallenstadtmeisterschaft als Kapitän aufs Feld. Momentan versuchen sich die Henrichenburger nach dem Abstieg in die Kreisliga B neu zu organisieren. Wir sprachen mit René Niewind über die Situation des TuS Henrichenburg.

René, mit deinen 30 Jahren gehörst du zu den Routiniers im Team. Kannst du dich trotzdem manchmal in die Situation der jungen Spieler hineinversetzen?

In der Kreisliga A waren wir die älteren, die über zehn Jahren zusammen gespielt haben. Und nun kommt der Nachwuchs hoch. Da merkt man schon, dass sie noch unerfahren sind. Sie geben sich Mühe und brauchen Zeit, das galt für uns damals doch genauso. Daher glaube ich, dass über kurz oder lang wieder Kreisliga-A-Fußball in Henrichenburg möglich sein wird.

Bereits in der kommenden Saison?

Der fünfte Rang, auf dem wir momentan stehen, ist unsere schlechteste Platzierung in dieser Saison. Wir hatten zum Winter hin leider viele Verletzte und Ausfälle, haben von der Leistung stark abgebaut. Im Winter wollen wir nun aber wieder angreifen und haben den Aufstieg noch nicht abgeschrieben - auch wenn es natürlich schwierig wird.

Liegt denn der kleine Einbruch nur an den Verletzungen?

Am Anfang waren wir noch in diesem A-Liga-Rhythmus. Irgendwann passt man sich dem Niveau der neuen Liga an, ohne das jetzt schlecht reden zu wollen. Man hat gesehen, es läuft Woche für Woche gut - und dann lässt man irgendwann selbst nach.

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Spielt in den Situationen dann die Erfahrung eine Rolle?

Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die dann gerne mal Samstagabends länger weggeht. Und dann verlierst du sonntags auch Spiele, die du eigentlich nicht verlieren musst.

Seit Sommer ist Michael Heu neuer TuS-Trainer. Wie bewertest du die ersten Monate der Zusammenarbeit?

Michael Heu sollte eigentlich erst im Sommer dazukommen, ist aber dann schon in den letzten fünf Spielen der vergangenen Saison eingesprungen. Das war eine Kennlernphase, ab August wurde es dann bewertet. Ich würde die Saison bis dahin tatsächlich als durchwachen bezeichnen. Was aber daran liegt, dass jeder einzelne von uns nachgelassen hat.

René Niewind (30): „Man passt sich dem Niveau der neuen Liga an“

René Niewind (vorne, l.) im Kreise seiner Teamkollegen inklusive Trainer Michael Heu (roter Pullover) bei der Hallenstadtmeisterschaft. © Volker Engel

Anderes Thema: An der Lambertstraße gibt es noch einen der wenigen Rasenplätze in unserer Stadt. Was bedeutet das für die Trainingsarbeit im Winter?

Wir haben noch einen kleinen Nebenplatz aus Asche. Für mich persönlich reicht das, für eine Senioren-Mannschaft ist da sehr wenig Platz. Momentan wird Geld gesammelt für ein Kunstrasen-Feld, was im Winter mehr Trainingsqualität bringt. Das ist eine gute Sache, aber bis ein so kleiner Verein genügend Geld zusammen hat, dauert es nun mal ein bisschen. Ein neuer Trainingsplatz mit Kunstrasen ist zudem wichtig, um auch Jugendspieler zu gewinnen. Denn wer schickt sein Kind schon auf einen Ascheplatz?

Die Stadtmeisterschaft, egal ob Halle oder Feld, gehört zu den wenigen Terminen, an denen du gegen andere Castrop-Rauxeler Vereine spielen kannst. Der TuS gehört ja zum Fußball-Kreis Recklinghausen. Vermisst du es manchmal, gegen die bekannten Gesichter aus der Stadt zu spielen?

Die Stadtmeisterschaft macht das umso attraktiver. Man hat sich daran gewöhnt, im Ligabetrieb ein wenig ausgegrenzt zu sein. Ich könnte nicht mehr im Kreis Herne/Castrop-Rauxel spielen. Klar, man kennt sich untereinander persönlich, spielerisch weiß man nicht so viel über die anderen. Daher ist dieses Turnier immer eine schöne Sache.

Zur Person

Das ist René Niewind

  • René Niewind hat von den Mini-Kickern bis zur C-Jugend beim TuS Henrichenburg gespielt und ist 2003 zu Spvg Schwerin gewechselt. Nur ein halbes Jahr später ging es zurück zum TuS.
  • Während eines einjährigen Intermezzos beim Wacker Obercastrop hatte sich der Angreifer verletzt. „Anfang der Rückrunde 2008/2009 habe ich mir das Sprunggelenk gebrochen“, erinnert sich der 30-Jährige - und wechselte wieder zurück nach Henrichenburg.
  • Persönliche Erfolge: Zweimal Torschützenkönig der Hallenstadtmeisterschaft, Finalteilnehmer mit dem TuS (2:4 gegen Wacker Obercastrop) und Kreispokalsieger mit Schwerins Junioren.
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