TuS-Trainer Mattukat: „Vereine decken Übeltäter“

Nach Abbruch in Herten

In der Fußball-Kreisliga A ist am Sonntag die Partie des TuS Henrichenburg bei Türkiyem Herten in der 53. Minute abgebrochen worden, nachdem die Henrichenburger den Platz verlassen haben. Im Interview schildert TuS-Trainer Rainer Mattukat seine Sicht der Dinge nach der vermeintlichen Tätlichkeit gegen seinen Spieler Philipp Engel.

CASTROP-RAUXEL

, 16.02.2016, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Henrichenburgs Trainer Rainer Mattukat hat seine Mannschaft nach einem Vorfall im Spiel bei Türkiyem Herten vom Platz genommen. Daraufhin musste der Schiedsrichter die Partie abbrechen.

Henrichenburgs Trainer Rainer Mattukat hat seine Mannschaft nach einem Vorfall im Spiel bei Türkiyem Herten vom Platz genommen. Daraufhin musste der Schiedsrichter die Partie abbrechen.

Herr Mattukat, konnten Sie sehen, wie Ihr Spieler von der Hertener Nummer Drei ins Gesicht geschlagen wurde?

Nein, konnte ich nicht. Tatsächlich gesehen hat das von unserer Mannschaft nur Kevin Zastrow. Einige meiner Spieler haben aber kurz zuvor gehört, dass der Hertener noch Philipp gedroht hat, ihm eine zu verpassen. Als ich Philipp schreien hörte und sah, dass er am Boden lag, bin ich sofort zu ihm gerannt.

Der Hertener Spieler soll behauptet haben, dass Philipp Engel mit Macht in ihn gerannt sei und sich daher im Gesicht verletzt habe. Wie stehen Sie dazu?

Ich lasse mich nicht für dumm verkaufen. Mit welchem Tempo müsste Philipp da gelaufen sein, um sich eine solch starke Kieferverletzung zuzuziehen?

Wie geht es Philipp Engel inzwischen?

Ich habe am Montag mit ihm telefoniert. Es hat Strafanzeige gegen den Spieler gestellt. Die Schmerzen sind soweit abgeklungen. Allerdings bleibt zunächst der seelische Schmerz. Philipp achtet jeden Menschen und wurde durch diese Aktion tief enttäuscht.

Das ist nunmehr der zweite Spielabbruch Ihrer Mannschaft in dieser Saison. Zeichnet sich ein Negativ-Trend ab, dass immer mehr Partien nicht regulär zu Ende gehen?

Diesen Trend sehe ich nicht. Beim Abbruch am Anfang der Saison bei der Spvg Herten ging es ja darum, dass wir durch drei Rote Karten und einen Schwerverletzten zu siebt hätten spielen müssen. Das hat für mich keinen Sinn gemacht. Daher sind wir vom Platz gegangen.

Am Sonntag wurde Ihnen auf dem Platz Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen. Haben Sie das unkommentiert gelassen?

Natürlich nicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Unterschiede mache - aber strikt gegen solch ein Fehlverhalten bin. Es ist uns zuletzt gegen einen deutschen Verein passiert, dass Felix Schaack angespuckt wurde. Das verurteile ich genauso. Ich finde es schade, dass die Vereine kein Zeichen setzen - und solche Übeltäter gar decken und nicht ausschließen. Wenn einer meiner Spieler jemanden anspuckt oder eine solche Tätlichkeit wie die vom Sonntag ausführt, würde er bei mir gewiss keine Minute mehr spielen. Das können Sie mir glauben.

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