Vorsitzender des FC Castrop-Rauxel kritisiert Trainer-Entscheidung

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Der FC Castrop-Rauxel ist mit einem Unentschieden in seine erste Bezirksligasaison gestartet. Der Vereins-Vorsitzende kritisiert eine Trainer-Entscheidung. Der Auftritt gibt aber auch Hoffnung.

Castrop-Rauxel

, 08.09.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der FC Castrop-Rauxel ist als Aufsteiger in die Bezirksliga 9 mit einem 1:1 auf eigenem Platz gegen Viktoria Kirchderne eingestiegen. War das ein Erfolg oder ein Misserfolg? Der Vorsitzende und Sportliche Leiter Uwe Blase tendiert nach einer Nacht Abstand zu den ersten 90 Minuten in einer überkreislichen Liga „mehr zur Enttäuschung als zur Freude über dieses Ergebnis gegen einen fußballerisch biederen Gegner“.

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Negativ ins Auge fiel dem Beobachter des Spiels, dass der FC seine im Kreisliga-A-Meisterjahr gut funktionierende Vierer-Abwehrkette aufgegeben hat und nun mit einer Dreierkette spielt. Besonders in Halbzeit eins taten sich dadurch riesige Löcher besonders auf der linken Abwehrseite auf, die Kirchderne mit langen Bällen über die rechte Außenbahn nutzte. Bei mehr Glück hätten die Dortmunder nach 30 Minuten 2:0 oder gar 3:0 führen können gegen diese überforderte FC-Abwehr.

Umstellung ohne Not

Die Frage ist: Warum wurde diese Umstellung ohne Not von funktionierender Viererkette auf Dreierkette gerade in der spielstärkeren Bezirksliga gegenüber der Kreisliga A überhaupt vorgenommen? Dazu der Sportliche Leiter: „Gut, dass andere das auch so gesehen haben. Ich denke, dass eine Dreierkette nicht zu uns und unserem Kader passt.“

Und weiter: „Gegen einen stärkeren Gegner als Viktoria Kirchderne, hätten wir beim Saisonstart wohl die Hucke voll bekommen.“ Was tun? Jedenfalls sollte das Trainerduo Patrick Stich und Yannick Grondin darüber nachdenken, ob eine Viererkette nicht doch mehr Stabilität verspricht.

Dass einige FC-Spieler übernervös wirkten im ersten Bezirksliga-Spiel ist nicht ungewöhnlich. Dass der Abteilung Mittelfeld und Offensive gegen die Kirchderne „Mauertaktik“ mit engen Räumen im Mittelfeld die Ideen fehlten, um dieses Bollwerk zu knacken, verwundert allerdings schon, da die FC-Spieler grundsätzlich die spielerische Klasse dafür haben. Mehr über die Außenbahnen zu spielen, wäre ein probates Mittel gewesen um diese engen Räume in der Mitte zu umgehen und selbst Löcher zu reißen.

Die Spieler von FC Castrop-Rauxel wie hier Elvedin Ceric im roten Trikot taten sich schwer mit den eng stehenden Kirchdernern.

Die Spieler von FC Castrop-Rauxel wie hier Elvedin Ceric im roten Trikot taten sich schwer mit den eng stehenden Kirchdernern. © Volker Engel

Vorbildliche kämpferische Leistung

Bei aller negativer Kritik, sollten die lobenswerten Dinge nicht verschwiegen werden und zwar der absolute Wille der Spieler nicht zu verlieren. Die kämpferische Leistung bis zur 90. Minute und darüber hinaus war vorbildlich und führte in der 92. Minute dazu, dass beim 1:1 von Alan Alic doch noch Glückshormone sprudelten.

Dieses Tor sollte indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einige Baustellen gibt im FC-Castrop-Rauxel-Gefüge, an denen im Training fleißig gewerkelt werden muss, um in Zukunft gegen stärkere Gegner – und die gibt es ganz sicher – keine bösen Überraschungen zu erleben. Zumal am 2. Spieltag auch schon das Derby bei der Spvg BG Schwerin ansteht.

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Vom Fußball einmal abgesehen, waren nur etwas mehr als 80 Zuschauer am Fuchsweg bei bestem Wetter und einem Saisonstart ebenfalls kein Brüller. Das sieht der Vorsitzende Uwe Blase zwar ebenso, relativiert aber: „Natürlich ist diese Zuschauerzahl enttäuschend für einen Aufsteiger beim Saisonstart. In Castrop-Rauxel kommen in der Bezirksliga aber nur noch zu den Lokalderbys mehr Zuschauer ins Stadion. Wenn wir auch im Winter diese 80 Fans bei unseren Heimspielen begrüßen dürfen, wäre ich zufrieden.“

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