Wettbewerb im Eisstockschießen: Zwei Regeln wurden geändert

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Das 3. Castrop-Rauxeler Eisstockschießen ist in vollem Gange, im Adventszelt findet gerade die erste Runde statt. Doch zwei Dinge im Spielablauf haben sich gegenüber dem Vorjahr verändert.

Castrop

, 20.11.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Regeln im Eisstockschießen sind eigentlich ganz einfach, hat man sich erst mal an das spezielle, aber überschaubare, Vokabular des unterhaltsamen Wintersports gewöhnt.

Kurz erklärt: Die Mannschaft, deren Eisstock dem Ziel (der Daube) am nächsten kommt, gewinnt die Runde (Kehre). Wer nach 13 Kehren die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Duell und ist in der nächsten Runde. Das Finale des K.o.-Wettbewerbs aus 64 Mannschaften steigt am Sonntag, 22. Dezember, im Adventszelt - wenn nur noch zwei Teams übrig sind.

Wir erklären die Regeln des Wintersports:

Die Daube

Die Daube ist das Ziel aller Aktionen beim Eisstockschießen. Sie wird auf der Kunststoffbahn in rund 13 Metern Entfernung von den Schützen am anderen Ende ausgerichtet, eine rote Markierung gibt die Position klar an.

Die Spieler beider Teams versuchen mit ihren Eisstöcken möglichst nah an die Daube zu kommen. Wird die Daube getroffen und somit auf dem Spielfeld verschoben, zählt die relative Position zwischen Daube und Eisstock. Bleibt die Daube direkt an der Bande liegen, kommt sie zurück in ihre Ausgangsposition.

Das ist anders als im vergangenen Jahr: Das Ziel (die Daube) besteht diesmal aus einem hohlen Gummiring von ungefähr zehn Zentimetern Durchmesser und ist beweglich - wie beim klassischen Eisstockschießen.

Im vergangenen Jahr wurde das Ziel noch von einem Scheinwerfer aufs Spielfeld projiziert, ähnlich der olympischen Sportart Curling.

Wettbewerb im Eisstockschießen: Zwei Regeln wurden geändert

Die Daube (r.) ist das Ziel. Die Eisstöcke wollen beide Teams möglichst nah an den hohlen Kreis heran bringen. © Christian Püls

Die Kehre

Ein Durchgang wird Kehre genannt. Pro Kehre stehen jeder Mannschaft vier Eisstöcke zur Verfügung, um möglichst nah an die Daube zu kommen, oder den gegnerischen Eisstock von ihr weg zu stoßen. 13 Kehren werden pro Partie gespielt.

Die im Spielplan erstgenannte Mannschaft beginnt auch die erste Kehre, die andere die zweite. Innerhalb einer Kehre ist nach dem zweiten Schuss jenes Team an der Reihe, das weiter von der Daube entfernt (also schlechter) liegt.

Das ist anders als im vergangenen Jahr: 2018 wurde während einer Kehre immer abwechselnd geschossen.

Die Punkte

Der Stock, der der Daube am Ende einer Kehre am nächsten liegt, entscheidet sie. Dieser Eisstock erzielt dabei drei Punkte. Für jeden weiteren Stock, der näher positioniert ist, als der am besten liegende Stock des Gegners, gibt es einen weiteren Punkt.

Somit kann ein Team maximal sechs Punkte pro Kehre erspielen (3+1+1+1=6). Wer nach 13 Kehren die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.

Der Moar

Der Moar ist Kapitän seiner Moarschaft (Mannschaft). Moar heißt im Altbayrischen „der größte Bauer am Ort“ (abgeleitet vom lateinischen major, der Größere).

Ist nicht ganz klar, welcher Eisstock näher an der Daube liegt, sollen die beiden Moars übereinkommen, wer näher dran ist. Einigen sie sich nicht, muss der Moderator/Schiedsrichter eingreifen – zur Not mit dem Maßband.

Der Moar kann auch dem aktuellen Schützen - am anderen Ende der Bahn - Anweisungen geben. Beispielsweise, wenn die Daube bereits durch andere Eisstöcke verdeckt ist.

Wettbewerb im Eisstockschießen: Zwei Regeln wurden geändert

Der „Moar“, in diesem Fall Kevin Ratajczak, Sänger der Band Eskimo Callboy, sagt dem aktuellen Eisstockschützen seines Teams an, wohin er zielen soll. © Christian Püls

Der Modus

64 Teams sind diesmal angetreten. Das sind doppelt so viele als im vergangenen Jahr. Gespielt wir im einfachen K.o.-Modus. Wer sein Duell verliert, ist raus. Eine Mannschaft besteht grundsätzlich aus mindestens vier Spielern. Eine feste Teilnehmerzahl pro Mannschaft gibt es nicht. Die Aufstellung pro Kehre können die Teams frei festlegen. Der Spielplan wird fortlaufend auf der Homepage des EUV-Stadtbetriebs aktualisiert.

Geschichte

Eisstockschießen stammt aus dem 16. Jahrhundert

  • Eisstockschießen kommt vermutlich aus Skandinavien. Aus dem Alpenraum ist es seit dem 16. Jahrhundert überliefert. Dort wird das sportliche Brauchtum immer noch gepflegt.
  • Inzwischen gibt es für diese Nischen-Sportart professionelle Ausstatter, weshalb im Adventszelt alle Spielgeräte vor Ort gestellt werden können.
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