Beim RV Lippe-Bruch Gahlen kehrte ein Stück Normalität zurück

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Das erste Turnier nach der Coronavirus-bedingten Pause brachte viele Veränderungen mit. Am Ende waren alle aber glücklich, überhaupt wieder starten zu können.

von Ralf Weihrauch

Gahlen

, 21.07.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der RV Lippe-Bruch Gahlen hat seine Coronavirus-Pause beendet. Mit dem Vielseitigkeits-Tag auf dem Gelände-Parcours auf dem Hardtberg kehrte für den Reitverein wieder ein Stück Normalität zurück.

Vom Turnier-Alltag war das Geschehen am Samstag aber noch ein gutes Stück entfernt. Die Vorsitzende Christiane Rittmann und ihr Team von freiwilligen Helfern mussten einige Vorschriften einhalten. „Immerhin brauchten wir nach dem neuesten Erlass den Zuschauern keine Maskenpflicht auferlegen,“ freute sie sich über eine weitere zurückgewonnene Freiheit.

Bier war verboten, Kaffee-Verkauf ging

Die Besucher mussten sich aber dennoch in eine Adressliste eintragen, und der Sicherheitsabstand musste so gut wie möglich eingehalten werden. Auch die Gastronomie fiel bei weitem nicht so üppig aus wie sonst. „Bier war verboten, aber wir haben bei den Geländetagen ohnehin selten mehr als eine Kiste verkauft“, so Rittmann. „Der Kaffee-Verkauf war einfacher, da wir noch eine Ladung Pappbecher auf Lager hatten und keine Tassen zu spülen brauchten. Auch der Kuchen ging auf Plastiktellern über die Theke.“

Zudem mussten die Gewinner ohne eine Siegerehrung nach Hause fahren. Es gab keine Schleifen, die Geldgewinne wurden überwiesen. Das war am Samstag aber nicht ganz so schlimm: „Es waren viele erfahrene Reiter zu Gast, die schon viele Siegerehrungen mitgemacht haben. Die konnten das verschmerzen.“

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Jens Hoffrogge, der für den RV Lippe-Bruch Gahlen startet, konnte sich mit den Bedingungen gut abfinden: „Gerade für die professionellen Reiter und Züchter ist es wichtig dass wir überhaupt wieder starten. Glücklicherweise werden die Turniere in den kommenden Wochen immer zahlreicher, sodass wir unserer Arbeit nachgehen können.“

Interesse war sehr groß

Das Interesse der Reiter an diesem Late-Entry Turnier war sehr groß. Innerhalb von drei Stunden waren alle Plätze vergeben. Die ersten beiden Wettbewerbe zählten zur Qualifikation für das Bundeschampionat Vielseitigkeit. Für diese Qualifikation müssen die Pferde einige Male die Wertnote 8,0 erreichen. Jens Hoffrogge hat schon einige Tickets für das Championat sicher: „Ich bin schon mit fünf Pferden qualifiziert, mit einigen anderen kann ich das noch schaffen.“

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In den Geländepferdeprüfungen wird lediglich das Pferd beurteilt. Fehler werden mit einem Punktabzug bestraft. Auch den Tieren merkte man die lange Pause an „Die Pferde hatten auch eine lange Pause und ich bemerkte schon, dass es Konditionsmängel gab, besonders wenn die Pferde in zwei Prüfungen starteten“, sagte Hoffrogge.

Noa Stürken freute sich über eine 8,20 mit Acajou.

Noa Stürken freute sich über eine 8,20 mit Acajou. © Joachim Lücke

In der Klasse L mussten die Starter einen 1500 Meter langen Parcours bewältigen, da ging einigen am Schluss-Spurt schon einmal die Puste aus. Jens Hoffrogge erreichte aber mit Asaltar (8,50) auf Platz vier, und Anubis (8,30) auf Platz sieben die Qualifikationsnorm.

Auch in der ersten Prüfung des Tages, einer Geländepferdeprüfung der Klasse A, machte Hoffrogge mit seinen Pferden eine gute Figur. Die 8,70 mit Asaltar brachten einen geteilten dritten Rang und die 8,60 mit Anubis den fünften Rang. Die Gahlener Amazone Noa Stürken freute sich über eine 8,20 mit Acajou und den elften Platz.

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Am Nachmittag wurde es auf dem Hardtberg noch einmal voller. In den Stilgeländeritten waren die jüngeren Reiter an der Reihe, die viele Verwandte und Freunde mitbrachten. In der ersten Abteilung kam kein heimischer Reiter in die Platzierungen, doch in der zweiten stand ein Gahlener ganz oben in der Gewinnerliste. Marius Engeland bekam für seinen Ritt mit Caramatcho eine 7,70, für die er mit dem ersten Platz belohnt wurde. Luisa und Sleepy Diamond platzierten sich mit einer 6,90 auf Rang acht.

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