BG Dorsten gewinnt auch ohne Nwabuzor

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Auch ohne den verletzten Mike Nwabuzor hat die BG Dorsten bei Schlusslicht ETB Wohnbau Miners gewonnen. Der BSV Wulfen musste sich Spitzenreiter RheinStars Köln geschlagen geben.

von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner

Dorsten, Wulfen

, 16.02.2020, 14:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Regionalliga West

ETB Wohnbau Miners - BG

83:91 (40:58)

In der ersten Halbzeit sah es nicht nur nach einem klaren Sieg der BG Dorsten aus, sondern die Dorstener spielten mit den Gastgebern über weite Strecken Katz und Maus. Vor allem Jonas Peters lieferte in den ersten 20 Minuten ganz großes Kino ab. Mit sieben Dreiern aus acht Versuchen kam er auf eine unglaubliche Quote von 87,5 Prozent und 21 Punkte.

Da auch Sam Egedi sehr gut aufspielte, schien es gar nicht so schlimm zu sein, das Mike Nwabuzor noch pausierte. Nach zehn Minuten lagen die Dorstener mit 24:16 vorn. Wenige Sekunden vor der Pause hieß es sogar 58:38, bevor Essen zum 58:40-Pausenstand verkürzte.

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Doch mit Beginn der zweiten Hälfte schien der Essener Korb vernagelt. Franjo Lukenda konnte es nicht fassen: „Wir haben alle Spielzüge gut gespielt und immer die richtigen Würfe genommen, aber solche Fehlwürfe dürfen nicht passieren.“

Die Folge war, dass Essen immer näher herankam. Angetrieben von Chris Alexander, der mit 37 Punkten Top-Scorer wurde, gewann der Tabellenletzte immer mehr Selbstvertrauen und glaubte plötzlich an einen möglichen Sieg.

Und das nicht zu Unrecht, zumal Sam Egedi wegen des vierten Fouls erst einmal auf der Bank saß. Mit einem Drei-Punkt-Spiel brachte Radwan Bakkali Essen in der letzten Sekunde des dritten Viertels auf 70:67 heran und traf auch zum 70:70 (32.). Die Wohnbau Miners sollten aber nie in Führung gehen.

Nun behielten nämlich die Routiniers die Nerven. Nderim Pelaj traf zwei Dreier in Folge zum 76:70 und legte kurz darauf einen weiteren zum 81:76 nach. Auch Willi Köhler und Sam Egedi trafen in den entscheidenden Momenten den Korb.

BG: Eromonsele (6), Pelaj (20/5), Schmidt, Köhler (14), Morlock, Egedi (22), Peters (25/7), Voca (4).

BSV Wulfen - RheinStars Köln

69:77 (24:32)

Mit Michael Haucke fiel bei den Gastgebern kurzfristig ein ganz wichtiger Mann aus. Wegen Rückenproblemen schonte Trainer Gary Johnson seinen Center lieber für die noch anstehenden Aufgaben wie etwa das Derby in Dorsten. Auch Flügelspieler Hendrik Bellscheidt ging leicht angeschlagen ins Spiel, so dass Akteure wie Bryant Allen und Alexander Winck noch ein wenig mehr Verantwortung schultern mussten als sonst.

Schwaches zweites Viertel

Das gelang über weite Strecken der Partie gut. Nach dem ersten Viertel hieß es 18:16 für die favorisierten Kölner. Doch zu Beginn des zweiten Durchgangs durchlebten die Wulfener eine Durststrecke. Ganze zwei Punkte gelangen ihnen bis zur 16. Minute. Die RheinStars rissen auch nicht gerade Bäume aus, doch es reichte, um bis zum Seitenwechsel auf 32:24 davon zu ziehen.

Im dritten Viertel bauten die Gäste diese Führung zwischenzeitlich auf 53:39 aus, nach 30 Minuten heiß es aber wieder 47:57, und Wulfen lag noch in Schlagdistanz mit dem Tabellenführer.

So blieb es spannend, und der BSV kam im Schlussviertel noch auf 52:57, 54:59 und 60:66 heran. Vier Minuten vor dem Ende hieß es 64:70, doch da mussten die Gastgeber bereits ohne Trainer Gary Johnson auskommen. Er hatte – wie viele andere – mit den Entscheidungen der Schiedsrichter gehadert und dafür zwei technische Fouls bekommen. So musste er die Halle verlassen und gesellte sich zum BSV-Vorsitzenden Christoph Winck, der diesen Weg schon im dritten Viertel hatte antreten müssen.

Viel Aufhebens wollte der Wulfener Trainer nach der Partie um die Schiedsrichterleistung nicht machen: „Sie haben das Spiel nicht entschieden. Aber als Trainer muss ich auch mal für meine Jungs kämpfen, wenn ich denke, dass sie ungerecht behandelt werden.“

19 Sekunden vor dem Ende war die Sensation beim 69:74 noch möglich, doch die Kölner brachten ihren Vorsprung letztlich doch routiniert über die Zeit.

Nur noch theoretische Play-off-Chancen

Drei Spieltage vor Ende der regulären Saison liegt Wulfen nun mit 20 Zählern vier Punkte hinter Herten und Leverkusen. Beide spielen aber noch gegeneinander, so dass der Sieger mindestens auf 26 Punkte kommt. Ihn kann Wulfen somit nicht mehr überholen. Die einzige Mannschaft, die der BSV noch hinter sich lassen kann, ist Citybasket Recklinghausen. Die Kreisstädter haben aber schon jetzt 26 Zähler, dürfen also kein einziges Spiel mehr gewinnen, während Wulfen dreimal gewinnen muss. Ein unwahrscheinliches Szenario.

BSV: Silic (3/1), Winck (18), S. Landwehr (o.E.), Allen (25/1), Ajagbe (5/1), Kleinert (9/1), Bellscheidt (5/1), Vadder, van Buer, Piechotta (4), Peters.

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