Matchwinner aus der zweiten Reihe - so schlug Wulfen die Hertener Löwen

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Die im Schatten sieht man nicht? Im Vest-Derby zwischen BSV Wulfen und den Hertener Löwen gab es keinen Schatten. Und so avancierte ein Mann aus der zweiten Reihe zum Matchwinner.

Wulfen

, 09.12.2019, 04:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die BSV Münsterland Baskets und die Hertener Löwen am Samstagabend in der Wulfener Gesamtschulhalle zum Derby antraten, da waren die Reihen auf beiden Seiten empfindlich gelichtet. Bei den Gästen fehlten Lennart Weichsel, Robin Pflüger und Fabio Galiano. Doch die Wulfener traf es noch härter. Denn während Weichsel, Pflüger und Galiano bei Herten als Rollenspieler von der Bank kommen, musste der BSV mit Michael Haucke, Alexander Winck und Sadiq Ajagbe gleich auf drei Akteure seiner Starting Five verzichten.

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BSV Wulfen - Hertener Löwen, die letzten Angriffe

Vor allem der Ausfall von 2,10-m-Mann Haucke sorgte bei den Wulfener Fans für Stirnrunzeln. Wer sollte „Big Mike“ adäquat ersetzen? Noch dazu im Duell gegen Hertens Topscorer Dijon Smith? Die Antwort? Thorben Vadder.

Der 26-Jährige ist der Kapitän des Regionalligisten. Nach beruflichen Veränderungen könnte es sein letztes Jahr beim BSV sein. Seit seinem neunten Lebensjahr trägt er das BSV-Trikot, seit neun Jahren gehört er zur ersten Mannschaft. Doch ein Spiel wie das gegen Herten hat er wohl selten abgeliefert.

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Mit seinen 2,05 m ist Vadder alles andere als ein Hänfling. Doch eine Kante, ein Muskelprotz, ist er auch nicht. Gegen Dijon Smith, mit dem er einst noch zusammen im Wulfener Zweitliga-Kader stand, hatte er körperlich klare Nachteile. Doch Vadder tat das, was nicht nur die Wulfener Fans, sondern die Fans aller Mannschaften und Vereine lieben: Er kämpfte. Machte die Nachteile durch Einsatz wett - und hatte Erfolg.

“Haltet Smith in Schach!“

Er markierte am Ende nur vier Punkte. Doch er erfüllte seine Aufgabe, und die hieß: „Halte Dijon Smith in Schach!“ In der ersten Halbzeit markierte der Amerikaner von seinen zwölf Punkten zehn aus dem Feld. Die meisten davon, als Thorben Vadder auf der Bank saß. Im zweiten Durchgang hatte es der Löwen-Center dann deutlich schwerer.

Hatte er in den ersten beiden Vierteln noch zwölf Würfe aus dem Feld genommen, kam er in den zweiten 20 Minuten nur noch auf vier Versuche. Acht seiner weiteren 14 Punkte resultierten aus Freiwürfen. Thorben Vadder und Co. ließen keine einfachen Abschlüsse mehr zu und hielten den BSV so im Spiel. Drei geblockte Würfe sprechen eine beredte Sprache für Vadders Defenseleistung, doch auch in der Offense wusste er zu glänzen und setzte seine Mitspieler mit vier Assists in Szene, die sie zu Korberfolgen nutzen konnten.

Zweite Reihe des BSV überzeugte

Wenn Michael Haucke ins Team zurückkehrt, wird Thorben Vadders Rolle auf dem Feld wieder eine kleinere werden. Doch er und die anderen Spieler aus der zweiten Reihe des BSV Wulfen haben gegen Herten gezeigt, dass sie den Schritt aus dem Schatten nicht scheuen müssen. Und das macht den Wulfener Sieg über die Löwen doppelt wertvoll.

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