Corona trifft die Reapers zum ungünstigsten Zeitpunkt

mlzAmerican Football

2020 sollte eigentlich ihr Jahr werden. Jetzt müssen die Dorsten Reapers weiter auf das erste Seniors-Spiel ihrer Vereinsgeschichte warten. Und das ist nicht der einzige Corona-Nackenschlag.

Wulfen-Barkenberg

, 09.11.2020, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober 2017 schrieben die Dorsten Reapers die Geschichte des American Football in Dorsten fort. Als Abteilung von SuS Grün-Weiß Barkenberg setzten sie die Tradition der Dorsten Braves fort und trainierten fleißig für ihr erstes Spiel. Bis heute. Zumindest was die Seniors, also die Erwachsenen betrifft.

Die Reapers hatten es zunächst langsam angehen lassen wollen. Vor einem über stürzten Ligastart mit einem zu kleinen Kader hatten sie ihr Team lieber schrittweise wachsen lassen und peilten schließlich für 2020 den Einstieg in den Spielbetrieb ein. Doch dann kam Corona.

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Der erste Lockdown im Frühjahr bedeutete das Aus für alle Footballer, nicht nur die Reapers. Die für April angesetzte Saison wurde komplett gestrichen.

Also konzentrierten sich die Barkenberger aus nächste Frühjahr. Dass dann gespielt werden kann, ist auch nach wie vor eine Option. Allerdings hätten die Reapers auch dann ein dickes Handicap. „Eigentlich ist genau jetzt die Zeit für die Tryouts“, berichtet Vereinsvorsitzender Dirk Pech. In diesen Tagen und Wochen wollten er und die Trainer Spieler für die erste Seniors-Saison der Reapers sichten und im Training testen. Doch daraus wird nun wieder nichts. Der zweite Corona-Lockdown hat die Footballer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt getroffen.

Vorstand Dorsten Reapers, Jörg Bold, Dirk Pech, Dominic Mein

Der 2. Geschäftsführer Jörg Bold, Vorsitzender Dirk Pec und Kassierer Dominic Mein (v.l.) wären jetzt eigentlich mit den Tryouts fürs kommende Frühjahr beschäftigt. Doch die legt Corona auf Eis. © Andreas Leistner

Mindestens ebenso schlimm wie der sportliche Aspekt ist auch der finanzielle: „Weil wir uns erst im Januar dieses Jahres selbstständig gemacht haben und keine Abteilung mehr von Grün-Weiß Barkenberg sind, haben wir keine Zahlen aus dem Vorjahr. Deshalb können wir keinen Antrag auf Corona-Beihilfe stellen“, sagt Dirk Pech.

Immerhin: „Die Mitglieder haben zu uns gehalten.“ Doch gespürt haben die Corona-Wehen natürlich auch die Reapers. „Viele unserer Mitglieder kommen aus Gladbeck“, erzählt der Vorsitzende, „als dort die Zahlen hochschnellten, sind die meisten doch lieber zuhause geblieben. Da war es auf dem Trainingsplatz deutlich leerer.“

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Für den Schutz derer, die kamen, haben die Reapers viel getan. Mit der Mitglieds-Chipkarte kann sich jeder, der die Anlage am Midlicher Kamp betritt, elektronisch einloggen und muss sich nicht in eine Anwesenheitsliste eintragen. Auch Fieber wird zu Beginn jedes Trainings gemessen, und sollte einmal ein auffälliger Besucher dabei sein, haben die Reapers sogar eine kleine Zahl von Corona-Schnelltests vor Ort. „Wir haben viel getan, um Corona draußen zu halten“, sagt Dirk Pech.

Doch gegen manche Dinge waren die Sensenmänner (= Reapers) doch machtlos. So lösten sie die Spielgemeinschaft mit den Herne Black Barons im Jugendbereich wieder auf. „Wegen Corona dürfen bei den Spielen immer nur Spieler aus zwei Vereinen auf dem Platz stehen“, erklärt der Reapers-Vorsitzende. Deshalb habe man die SG beendet und sich dafür entschieden, reine Reapers-Teams zu melden.

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Eine U10, eine U13 und eine U16 sollen es werden. Vielleicht nicht in der üblichen Stärke, aber dafür gibt es Sonderregelungen für den Spielbetrieb mit kleineren Mannschaften. Die U19-Spieler der Reapers sollen gleich bei den Seniors einsteigen und dann hoffentlich im April mit ihnen das lang ersehnte Debut feiern.

Trainiert haben die Reapers dafür bis zum Lockdown übrigens zuletzt auf der Anlage des SV Altendorf-Ulfkotte. Das lag nicht nur am dortigen Kunstrasen. „Im Herbst und Winter würde der Barkenberger Naturrasen natürlich schon strapaziert“, sagt Dirk Pech. Doch die Barkenberger Anlage ist vor allem auch voller geworden. „Die Fußballer haben ja eine dritte Mannschaft aufgemacht“, erzählt der Reapers-Vorsitzende, „da wird es mit den Trainingszeiten schon mal eng.“

Suche nach eigener Sportanlage geht weiter

Die Footballer sind dem SV Altendorf deshalb für die schnelle Hilfe sehr dankbar. Doch sie halten auch weiter Ausschau nach einer eigenen Anlage, auf der sie eines Tages ihre Spiel bestreiten. Vielleicht ja schon im nächsten April.

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