Corona-Krise und (k)ein Ende? Das sagen die Trainer

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Dass es schwierig wird, die Saison noch einmal aufzunehmen, dessen sind sich Dorstens Fußballtrainer bewusst. Einige sind dafür, andere dagegen. Manche haben eine interessante andere Idee.

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 03.04.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die Saison abbrechen oder weiterspielen? Diese Frage stellen sich auch Dorstens Trainer. Einige sind für einen kompletten Abbruch, andere wollen, dass auf jeden Fall noch einmal weitergespielt wird. Eine alternative Idee, die manchen kam, gibt es sonst eigentlich nur in anderen Sportarten.

SV Schermbeck

Thomas Falkowski: „Zuerst einmal muss ich – wie immer – sagen, dass die Gesundheit an erster Stelle steht. Aber eigentlich kann es nicht sein, dass die Saison abgebrochen wird. Wie will man das werten? Ich nehme da das Beispiel aus unserer Liga, der Oberliga Westfalen. RW Ahlen ist Dritter und hat zwei Spiele weniger als die beiden an der Spitze. Gewinnen die die zwei Nachholspiele aber, sind sie Erster. Ich möchte diese Entscheidung jedenfalls nicht treffen. Die gerechteste Entscheidung aber wäre, die Saison zu Ende zu spielen.“

Thomas Falkowski, SV Schermbeck

Schermbecks Trainer Thomas Falkowski plädiert dafür, die Saison zu Ende zu spielen. © Joachim Lücke

SV Dorsten-Hardt

Martin Stroetzel: „Wenn das in zehn bis 14 Tagen nichts wird, dann muss die Saison abgebrochen werden. Die Saison dann wieder anfangen, teilweise drei bis vier Spiele die Woche haben und das in dem Fitnesszustand? Da sehe ich wenig Chancen.“

SV RW Deuten

Frank Frye: „Es allen recht zu machen, das funktioniert nicht. Das ist eine schwierige Entscheidung, die der Verband treffen muss. Ich befürchte aber, es macht keinen Sinn mehr. Wir sind schon gut drei Wochen raus, wir müssten ja auch erst wieder fit werden. Und ehrlicherweise sind einfach andere Sachen gerade wichtiger als die Kickerei. Ich bin trotzdem gespannt, wie am Ende entschieden und gewertet wird.“

Frank Frye, RW Deuten

Deutens Trainer Frank Frye fragt sich nach dem Sinn einer Fortsetzung der Saison nach mehrwöchiger Trainingspause. © Andreas Leistner

SV Schermbeck II

Sleiman Salha: „Natürlich hat die Gesundheit oberste Priorität. Aber ich hätte gerne, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Wir haben viel Ehrgeiz und immer noch Chancen, Meister zu werden.“

BVH Dorsten

Arek Knura: „Ich würde mich freuen, wenn weitergespielt werden könnte. Aber ich war einer der ersten schon am Anfang der Krise, die sagten, dass sie sich das kaum vorstellen können. Das wird zeitlich nicht passen.

Von Playoffs halte ich wenig. Wenn zum Beispiel die ersten vier Teams um den Aufstieg spielen und die sind drei, vier Punkte auseinander, ist das okay. Aber wenn der Vierte 20 Punkte weniger als der Erste hat, und der gewinnt dann auf einmal. Das macht eine ganze Saison noch mehr kaputt.“

Arek Nknura, BVH Dorsten

Arek Knura, Trainer des BVH Dorsten, hält von einer Play-Off-Lösung nichts. © Andreas Leistner

1. SC BW Wulfen

Daniel Schikora: „Ich wäre dafür, dass es weitergeht. Es geht einfach auch um die Frage, wie mit Auf- und Abstieg zu verfahren wäre. Die Tabellenführer würden sich in den Arsch beißen, wenn die Saison ohne Wertung abgebrochen wird. Wenn gewertet wird, dann ärgern sich die Tabellenletzten, die sagen, wir hätten uns noch retten können. Im Notfall sollte man die neue Saison ein bisschen nach hinten schieben, um die restlichen Spiele nachzuholen.“

TuS Gahlen

Dominik Seemann: „Ohne mich mit meinem Trainerkollegen Thomas Grefen abzusprechen, würde ich sagen: Es macht keinen Sinn. Ich glaube kaum, dass es im nächsten Monat soweit ist, dass es geht.“

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TSV Raesfeld

Andreas Ostgathe: „Ehrlicherweise: Es ist egal, ob ich die Entscheidung gutheiße oder nicht, egal wie sie ausfällt. Denn am Ende müssen wir es so nehmen, wie es kommt. Stand heute glaube ich nicht, dass es weitergeht.

FC RW Dorsten

Dirk Cholewinski: „Ich bin zwiegespalten. Wann wollen wir denn die Spiele nachholen? Wir wissen auch nicht, was noch passiert. Die neue Saison nach hinten zu schieben, wird auch schwierig. Und die Spiele in der Woche nachzuholen, das würden wir so oft nicht hinbekommen, weil es schwierig wird, eine Mannschaft auf den Platz zu bekommen.“

SV Altendorf-Ulfkotte

Thomas Kreuz: „Es stellt sich ja nicht nur die Frage, ob abgebrochen wird, sondern auch wie abgebrochen wird. Wir kriegen Terminprobleme, wenn es weitergehen sollte. Unter der Woche zu spielen, wäre für uns gar nicht möglich. Da fehlen mir schlicht ergreifend die Spieler. Das wäre eine große Herausforderung für uns.

Sportlich gerecht wäre es aber, die Saison zu Ende zu spielen. Aber wann können wir überhaupt zum normalen Leben zurückkehren? Mittlerweile würde ich fast sagen: Brecht das Ganze ab. Nur dann stellt sich halt die Frage, ob man die Endtabelle nimmt, oder friert man die Tabelle ein. Oder, oder, oder.“

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SV SW Lembeck

Patrick Rohrand: „Zuerst einmal bin ich kein Freund davon, die Sommerpause zu verkürzen. Das würde wohl geschehen, wenn wir wieder anfangen. Ich würde gerne spielen, aber ich weiß nicht, wie schwierig das wird. Ich hätte nichts gegen englische Wochen. Aber mir fehlt einfach die Perspektive. Es fehlen ja noch ein paar mehr Spiele, die nachgeholt werden müssten.“

Martin Trockel, SSV Rhade

Martin Trockel vom SSV Rhade könnte sich Play-Offs vorstellen. © Joachim Lücke

SSV Rhade

Martin Trockel: „Besser wäre es, glaube ich, jetzt abzubrechen mit allen Konsequenzen. Mit englischen Wochen die Liga zu Ende zu spielen, macht wohl wenig Sinn. Oder aber man spielt Playoffs. Da kann man die ersten Sechs und letzten Sechs nehmen, die spielen die Auf- und Absteiger aus. Und die in der Mitte spielen um eine Kiste Krombacher. Die Saison zu Ende zu spielen, ist aber utopisch. Dafür fehlt die Zeit.“

Jürgen Bülten, Eintracht Erle

Erles Trainer Jürgen Bülten würde gerne noch einmal spielen. Nicht nur aus sportlichen Gründen. © Andreas Leistner

SV Eintracht Erle

Jürgen Bülten: „Für uns, als Verein Eintracht Erle, wäre es besser, die Saison zu Ende zu spielen. Es wäre nicht gut, wenn das alles so auseinander geht. Alle wären dann einfach so auseinander gelaufen, ohne noch einmal zu sprechen. Das wäre nicht gut.“

SuS Hervest-Dorsten

Alessandro Roccaro: „Der normale Menschenverstand sagt, die Saison abbrechen. Nur wie soll dann gewertet werden? Bei uns sind Sythen und ETuS Haltern an der Tabellenspitze nur knapp auseinander, Sythen hat ein Spiel und zwei Punkte weniger. Man kann Playoffs spielen. Aber sind die fair? Wenn auf einmal wir als Dritter dabei wären, die Chance hätten aufzusteigen, obwohl wir elf Punkte hinter den beiden sind?“

SuS GW Barkenberg

Michel Malter: „Es wäre schön, wenn sobald wie möglich wieder gespielt werden könnte. Aber eigentlich macht ein Abbruch Sinn, zumindest, wo die Aufsteiger schon so gut wie feststehen. Wir haben auf jeden Fall kein Problem damit, egal wie entschieden wird.“

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