Corona verdammt Marvin Egner zur Untätigkeit

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Die Corona-Krise trifft alle Bevölkerungs- und Altersgruppen. Auch im Sport. Über Verbände und Funktionäre ist viel geschrieben worden. Doch wie gehen Jugendliche mit der Situation um?

Dorsten, Schermbeck

, 12.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marvin Egner ist 15 Jahre alt und Fußballer. Er spielt in der B-Jugend des SV Schermbeck und ist außerdem noch Co-Trainer der D-Jugend des SVS neben Trainer Ulrich Menges. Fünf bis sieben Mal in der Woche war der engagierte junge Mann auf der Sportanlage des SV Schermbeck zum Training oder zu Spielen früher zu finden. Früher – das war vor Corona.

Marvin bedauert: „Da fällt eben eine ganze Hobbyzeit weg. Aber die Anlage ist schließlich gesperrt, aktuell bis zum 17. April. Aber auch der Termin ist unsicher, Mitte bis Ende der Osterferien soll diesbezüglich eine weitere Nachricht erfolgen.“

Und so hält sich der Hervest-Dorstener zu Hause fit mit Krafttraining und Laufeinheiten: „Vom Trainerteam um Coach Zeljko Salic hat unser B-Jugend-Team die Anweisung, uns einigermaßen fit zu halten. Aber die Situation kam sehr plötzlich, ohne Vorbereitung, so dass es keine konkreten Fitnesspläne gibt.“ Die Verbindungen innerhalb der D-Jugend laufen über das Internet und Trainer Menges, auch in dieser Nachwuchs-Elf besteht selbstredend Informationsbedarf.

Kontakt übers Internet und Social Media

Kontakt zu seinem Mannschaftskameraden besteht natürlich weiterhin, ebenso wie im Freundeskreis. Da leisten das Internet und die sozialen Medien in diesen Zeiten gute Dienste. Auch die Corona-Krise ist für Marvin Egner und seine Freunde durchaus ein Thema in den medialen Kontakten, wenn auch kein Hauptthema: „Die Gespräche laufen wie gehabt.“ Doch er hat festgestellt: „Meine Freunde sehen das ähnlich wie ich auch: Es herrscht eine große Ungewissheit, man muss erst Mal abwarten.“

Da es somit genug Möglichkeiten gibt, sich auszutauschen, sieht er seine sozialen Kontakte nicht gefährdet: „Wenn auch ein persönlicher Kontakt dadurch nicht zu ersetzen ist.“ Und auch Videospiele bieten die Möglichkeit, untereinander weiter in Verbindung zu bleiben. Wobei für den Nachwuchskicker des SVS natürlich eins im Fokus steht: Fußball, per FIFA 2020.

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Für Marvin bedeutet die aktuelle Situation eine Umstrukturierung des gesamten Alltags. Zwar hat der Schüler des Gymnasiums Petrinum derzeit keinen Unterricht und kann somit morgens ein wenig länger schlafen, Hausaufgaben gibt es aber trotzdem zu erledigen. Da leisten Internet & Co. ebenfalls gute Dienste, wenn das auch in Teilen der Schülerschaft vielleicht ein wenig anders gesehen werden könnte – und das nicht nur in Dorsten.

Sportliche Aktivität gibt es nur zuhause

Nach den Hausaufgaben am Morgen ist der Nachmittag dann frei verplanbar, bevor sportliche Aktivitäten im heimischen Bereich in Angriff genommen werden.

Mit den behördlich angeordneten Einschränkungen geht der durchsetzungsfähige Schermbecker Innenverteidiger ebenso wie seine Freunde verantwortungsvoll um. Marvin Egner: „Dass man zu Hause, an einem Ort, bleiben muss, ist schon eine Einschränkung. Aber aufgrund der Ausnahmesituation ist sie auf jeden Fall nachzuvollziehen.“

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Auch seine B- und D-Jugend haben noch etliche Saisonspiele zu bestreiten. Was wäre, wenn die Saison seitens des Verbandes schon jetzt für beendet erklärt wird? „Ein plötzliches Ende der Spielzeit wäre zu verstehen, aber schade“, sagt Marvin, „dann hätte man die spielfreie Situation statt mehrerer Wochen mehrere Monate, das wäre sportlich ein enormer Verlust.“

Der 15-Jährige brennt darauf, endlich wieder fünf bis sieben Mal in der Woche in der Schermbecker Volksbank-Arena auf dem Platz zu stehen. Als konsequenter Innenverteidiger der Schermbecker B-Jugend und als Co-Trainer der D-Jugend des SVS. Marvin Egner ist sich aber bewusst, dass dies erst zu einem bestimmten Zeitpunkt realisiert werden kann: nach Corona.

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