Coronavirus: FLVW gibt Regelung, wie die Fußballvereine mit einem Fall umgehen sollen

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Die Fußballspiele im Kreis Recklinghausen sollen weiter stattfinden – noch. Nach den neuen Regelungen zum Umgang mit dem Coronavirus des FLVW hätte der SV Hardt am Wochenende spielen müssen.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 11.03.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die nächsten beiden Spieltage der 3. Fußball-Liga sind abgesagt. In Gelsenkirchen darf nur noch der Trainingsbetrieb stattfinden. Wettkämpfe, die auf Plätzen der Stadt Gelsenkirchen doch ausgetragen werden sollen, müssen ohne Publikum abgehalten werden. Müssen sich auch Dorstens Fußballer und Fans auf freie Wochenenden einstellen?

Die Stadt Gelsenkirchen verbietet Spiele mit Zuschauern - auch in der Kreisliga.

Die Stadt Gelsenkirchen verbietet Spiele mit Zuschauern - auch in der Kreisliga. © Screenshot

Hans-Otto Matthey, der Recklinghäuser Kreisvorsitzende des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW), gibt Entwarnung – vorläufig. „Grundsätzlich halten wir uns an die Empfehlungen der Gesundheitsämter“, sagt er. Das bedeutet: Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen werden abgesagt, oder finden wie in der Bundesliga ohne Zuschauer statt. Den Fußball in Recklinghausen betrifft das aber nicht. „Das sind ja keine Massenveranstaltungen“, so Matthey.

„Die Kreisliga wird weiterspielen“

Mit auch nur ansatzweise 1000 Zuschauern ist bei Fußballspielen im Kreis Recklinghausen nicht zu rechnen. „Die Kreisliga wird deshalb weiter spielen“, so der Kreisvorsitzende. Im Gegensatz zu Spielen in Gelsenkirchen dürfen im Kreis Recklinghausen auch Zuschauer dabei sein.

Martin Trockel, Trainer des B-Kreisligisten SSV Rhade, hält das für richtig. „Da stehen 20 Mann um einen Platz. Da ist keine große Ansteckungsgefahr“, so der Trainer. Auch wenn er betont: „Jedes Mittel, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, muss uns Recht sein. Wir müssen an die Risikogruppen denken.“

Sollte es wirklich zu „Geisterspielen“ oder gar Spielabsagen in der Kreisliga kommen, sehe er das nicht so kritisch. „Das Leben eines Amateurfußballvereins hängt nicht davon ab, ob da unbedingt Zuschauer gucken oder die Saison zu Ende gespielt wird.“ Im Notfall könne man die Saison auch immer noch verlängern.“

„Ich würde kein Spiel mehr anpfeifen, bis wir das im Griff haben.“ Martin Stroetzel, Trainer SV Hardt

Martin Stroetzel, Trainer des Landesligisten SV Hardt, sieht das etwas anders. Er sehe gerne alle Spiele abgesagt, das sagte er bereits am vergangenen Sonntag. „Ich würde kein Spiel mehr anpfeifen, bis wir das im Griff haben“, sagte er.

Sein Team war bereits von einer Absage betroffen. Die Hardter hätten eigentlich am vergangenen Sonntag Eintracht Ahaus zu Gast gehabt. Weil in Ahaus am Wochenende aber mehrere Fälle von mit dem Coronavirus infizierten Menschen bekannt wurden, meldeten die Hardter Bedenken an. Der Verband sagte das Spiel daraufhin ab.

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Seine Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus passt der FLVW derzeit ständig an. Die Krankheitswelle, die vom Coronavirus ausgeht, bleibe ein dynamischer Prozess, sagt der Kreisvorsitzende Matthey. Auch wenn – stand jetzt – alle Fußballspiele im Kreis stattfinden sollen, „kann es sein, dass am Freitag bereits alle Spiele abgesagt werden.“

Saison soll zu Ende gespielt werden

In einem Statement, dass der FLVW herausgab, heißt es zusätzlich: „Aktuell plant der FLVW die laufende Saison 2019/2020 wie vorgesehen bis zum Sommer 2020 zu Ende zu spielen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln und Vereinen für die kommende Saison Planungssicherheit zu geben.“

Der FLVW schrieb außerdem, wie mit einer möglichen Coronavirus-Erkrankung in einem Verein umzugehen sei. Im Fall einer diagnostizierten Corona-Infektion, bzw. eines Verdachts mit Quarantäneanordnung im direkten Vereinsumfeld sei der Staffelleiter zu informieren. „Dann wird das betreffende Spiel verlegt. Der Ausfall einzelner Spielerinnen und Spieler, die bei einem Verdacht nicht in direktem Kontakt zur Mannschaft standen und stehen, berechtigt grundsätzlich nicht zu einer Spielabsetzung.“

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Das bedeutet: Das Spiel der Landesliga-Fußballer vom vergangenen Wochenende zwischen dem SV Hardt und Eintracht Ahaus hätte nach den neuen Regelungen des Fußballverbandes stattfinden müssen, denn der Verein Eintracht Ahaus war nicht von möglichen Verdachtsfällen betroffen..

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Das Statement des FLVW in voller Länge

Die Task Force des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) informiert seine Vereine, dass Spiele ausschließlich unter Umsetzung der Verordnungen des NRW-Gesundheitsministeriums vom 10. März ausgetragen werden. Dies gilt auch für Entscheidungen der örtlichen Behörden, Veranstaltungen nur mit einer gewissen Personenanzahl stattfinden zu lassen. Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Amateurspiele mit einem Zuschaueraufkommen in Höhe von 1.000 Zuschauern überschaubar ist, gilt hier das Vorgehen zur Prüfung des Einzelfalls in Absprache mit den zuständigen Behörden. Aktuell plant der FLVW die laufende Saison 2019/2020 wie vorgesehen bis zum Sommer 2020 zu Ende zu spielen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln und Vereinen für die kommende Saison Planungssicherheit zu geben. Der FLVW steht mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und Krisenstäben in Kontakt, um auf mögliche Entwicklungen umgehend zu reagieren und dies dann auch zu kommunizieren. Darüber hinaus gilt, dass im Fall einer diagnostizierten Corona-Infektion bzw. eines Verdachts mit Quarantäneanordnung im direkten Vereinsumfeld der Staffelleiter zu informieren ist. Dann wird das betreffende Spiel verlegt. Der Ausfall einzelner Spielerinnen und Spieler, die bei einem Verdacht nicht in direktem Kontakt zur Mannschaft standen und stehen, berechtigt grundsätzlich nicht zu einer Spielabsetzung. Hier ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren, da in anderen Fällen von Erkrankungen und Verletzungen keine Absetzung möglich ist, um überhaupt einen geregelten Spielbetrieb betreiben zu können. „Der Ministerpräsident hat in der Pressekonferenz ausdrücklich das Solidarprinzip betont, dass auch ich noch einmal unterstreichen möchte. Alle Vereine sind daher aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen und Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Das gilt auch für Fans von Amateurfußballvereinen“, appelliert Präsident Gundolf Walaschewski an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

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