Darum herrschte beim SV Schermbeck nach dem 0:3 von Wiedenbrück keine Trübsal

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Trotz einer 0:3-Niederlage in Wiedenbrück herrschte bei Oberligist SV Schermbeck am Sonntag keine Trübsal. Wirklich Grund zum Feiern hatte Landesligist RW Deuten beim 2:0 über die SG Borken.

von Ralf Weihrauch, Niklas Berkel

Schermbeck, Deuten

, 29.09.2019, 19:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

Oberliga Westfalen

SC Wiedenbrück - SV Schermbeck

3:0 (1:0)

Der SV Schermbeck hat in Wiedenbrück die zweite Saisonniederlage einstecken müssen. Trainer Thomas Falkowski zeigte sich nach dem 0:3 nicht wirklich enttäuscht, sondern analysierte die Partie sehr nüchtern.

„Meine jungen Spieler haben gegen diese sehr erfahrene Mannschaft Lehrgeld bezahlt. Das ist überhaupt nicht schlimm, vielmehr war damit gegen Wiedenbrück auch zu rechnen.“

Schermbeck hatte das 1:0 auf dem Fuß

Die Begegnung im Jahnstadion begann allerdings anders als erwartet. Die Schermbecker hatten in den ersten 20 Minuten viel mehr vom Spiel. In dieser Phase hätte auch mehrfach das 1:0 für die Falkowski-Elf fallen können. Ein Kopfball Dominik Milaszewskis verpasste nur das knapp das Tor. Dominik Hanemann hatte auch zwei Gelegenheiten zur 1:0-Führung. Gökhan Turans Schuss von rechts, strich knapp am zweiten Pfosten vorbei.

Das Spiel drehte sich in einer Situation, in der der SVS eigentlich auf ein Tor hätte hoffen können. Die Wiedenbrücker kamen aber nach einer Schermbecker Ecke an den Ball und fuhren einen blitzsauberen Konter über mehrere Stationen, den Aday Ercan mit dem 1:0 für den SC beendete (22.).

Sandro Poch fällt verletzt aus

Das sorgte für einen Bruch im Schermbecker Spiel, und von nun an bestimmte Wiedenbrück das Geschehen. Zu allem Überfluss zog sich auch noch Sandro Poch einen Muskelfaserriss zu, musste in der 36. Minute aus dem Spiel und wird nun einige Wochen ausfallen. Fast wäre dann auch schon das 0:2 gefallen, doch die Falkowski-Elf hatte Glück, dass ein Kopfball nur an der Latte landete.

Falkowski stellte zur Pause um und brachte mit Dominik Hanemann einen offensiveren Spieler, und später kam auch noch der junge Bilal Özkara in die Partie. Dennoch blieb der Regionalliga-Absteiger weitaus gefährlicher als die Schermbecker. In der 66. Minute startete Wiedenbrück einen Angriff über rechts, es folgte eine Flanke in die Mitte des Strafraums, wo wiederum Ercan das 2:0 erzielte. Thomas Falkowski sagte: „Da haben wir mit dem Fernglas gedeckt. Die Angreifer hatten viel zu viel Platz.“

3:0 war eine Doublette des zweiten Treffers

Ganz so ähnlich fiel auch das dritte Wiedenbrücker Tor. Der Angriff kam aber über links, und das Tor schoss Viktor Maier, der andere Angreifer, vor dem Falkowski ausdrücklich gewarnt hatte. Am Ende war der SVS-Trainer froh, dass das Ergebnis nicht noch deutlicher ausgefallen war.

Das Resultat sieht Falkowski als willkommene Euphoriebremse: „Unser Blick muss immer nach unten und nicht nach oben in Richtung Tabellenspitze gehen. Unser erstes Ziel bleibt weiterhin der schnelle Klassenerhalt.“

SVS: Drobe, Mule-Ewald, Niehoff (58. Özkara), Zugcic, Hanemann, Kevin Rudolph, Milaszewski, Grumann, Poch (36. Hodzic), Steinrötter, Turan (70. Göbel).

Tore: 1:0 Ercan (22.), 2:0 Ercan (66.), 3:0 Maier (76.).

Landesliga 4

RW Deuten - SG Borken

2:0 (2:0)

Dominant, mutig und − verwertungsschwach. RW Deuten präsentierte sich gegen die SG Borken so, wie man es fast schon gewohnt ist von der Mannschaft von Trainer Frank Frye. „Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt“, lobte Trainer Frye seine Elf, „wir haben den Gegner kontrolliert, uns viele Chancen herausgespielt und ein gutes Flügelspiel aufgezogen.“ Doch der Trainer musste auch hinzufügen: „Unsere Chancenverwertung war fahrlässig.“ Wie so oft in dieser Saison.

Doch bestraft wurde die schwache Chancenverwertung nicht. Denn Deuten zeigte nicht nur mit dem Ball eine gute Leistung, auch gegen den Ball agierten die Rot-Weißen stark. „Wir haben im ganzen Spiel nicht eine hundertprozentige Chance zugelassen“, lobte Frye.

Bewährtes Erfolgsmuster über rechts

Bereits nach zwölf Minuten gingen die Gastgeber in Führung. Immer wieder kombinierten sich die Deutener mit dem gleichen Muster in den Borkener Strafraum. Über rechts brachen sie bis zur Grundlinie durch, schossen aus spitzem Winkel oder spielten den Ball zurück. Doch sowohl Eugen Fell, als auch Nils Falkenstein scheiterten mit ihren Schüssen. Nachdem Fell zum wiederholten Mal aus gleicher Position und aus spitzem Winkel schoss, stocherte Jonas Goeke in den Ball. Am Ende war es ein Eigentor von SG-Keeper Jason Rudolph.

Kurz darauf wäre beinahe der Ausgleich gefallen. Doch RW-Keeper Marvin Radüchel parierte im Eins-gegen-Eins stark. So ganz recht hatte Frye also nicht. Es war aber auch die einzig nennenswerte Gelegenheit der Gäste in der ersten Halbzeit.

Gefühlvoller Siwatkowski-Heber

Wenige Minuten später traf Thomas Swiatkowski zum 2:0 (31.). Er überlupfte Rudolph gefühlvoll, der Ball kam im Winkel runter. Beinahe hätte Swiatkowski seinen zweiten Treffer noch vor der Pause geschossen. Doch nachdem sein Schuss aus zehn Metern weit über das Tor geflogen war, sackte der Mittelfeldspieler zu Boden.

In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr ganz so viel. Borken hatte einige wenige Halbchancen und Arthur Fell, Falkenstein sowie der eingewechselte Lukas Nolte hätten auf der Gegenseite den Sack endgültig zu machen können. Deutens Trainer Frye war aber mit den zweiten 45 Minuten nicht mehr ganz so zufrieden: „Uns fehlte in der zweiten Halbzeit die Überzeugung. Was aber gut war, war, dass wir defensiv weiter sicher standen und nichts zugelassen haben. Unsere Konter hätte wir besser ausspielen müssen.“

RWD: Radüchel; Frasheri, T. Goeke, Hubert, E. Fell, Falkenstein (88. Lachs), J. Goeke, Fabisiak (85. Deckers), Swiatkowski (72. Nolte), A. Fell (77. Vengels), Noetzel

Tore: 1:0 Eigentor Rudolph (12.), 2:0 Swiatkowski (31.).

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