Deuten überwintert auf einem Nichtabstiegsplatz

Fußball

In den letzten Spielen vor der Winterpause gingen die heimischen Fußballer in den überkreislichen Ligen mit unterschiedlichem Erfolg an den Start. Während Rot-Weiß Deuten seinen 4:1-Sieg in Coesfeld bejubelte, gab es beim SV Schermbeck und beim SV Hardt lange Gesichter.

DORSTEN / SCHERMBECK

von Von Andreas Leistner, Armin Dille und Niklas Berke

, 11.12.2016, 20:05 Uhr / Lesedauer: 4 min

Westfalenliga 1 SpVgg. Vreden - SV Schermbeck 4:0 (2:0)

13 Minuten waren im Vredener Hamaland-Stadion gespielt, da war die Partie schon fast entschieden. In der neunten Minute faustete Schermbecks Keeper Tim Krückemeier den Ball seinem Verteidiger Kevin Mule-Ewald in den Rücken und von dort sprang das Leder ins Tor. Vier Minuten später erhöhte Lars Ivanusic auf 2:0 (13.), doch der SVS brauchte noch weitere zehn Minuten, um aufzuwachen.

„Als wir das geschafft haben, war das Spiel aber schon fast gelaufen“, meinte Christoph Schlebach. Dabei hätte sein Team um ein Haar den Anschlusstreffer geschafft, doch Benedikt Helling traf in der 28. Minute nur den Pfosten des Vredener Tores.

30 passable Minuten

Bis zur Pause und in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel gestalteten die Schermbecker das Geschehen durchaus ausgeglichen. Allerdings musste Vreden mit dem 2:0 im Rücken ja auch nicht mehr volles Risiko gehen. Mit dem 3:0 durch Romario Wiesweg (74.) waren die positiven Ansätze beim Tabellendreizehnten aber wieder beendet und beim 4:0 leistete der SVS wieder kräftige Mithilfe. Patryk Niedzicki spielte den Ball Nicolas Klein Günnewick maßgerecht in den Lauf und der hatte keine Mühe, Tim Krückemeier zu umspielen (83.). „Wenn man solche Fehler macht, kommt man natürlich unten nicht raus“, haderte Christoph Schlebach mit der Leistung seiner Elf im letzten Spiel des Jahres.

Der SVS bleibt damit vorerst auf dem 13. Platz und hat fünf Punkte Vorsprung auf den Vierzehnten Bad Westernkotten. Der hat aber noch zwei Spiele weniger auf dem Konto, kann also theoretisch noch an den Schermbeckern vorbei ziehen. Es gibt sicher beruhigendere Ausgangslagen zum Überwintern.

SVS: Krückemeier; Helling, Mule-Ewald, Ankomah-Kissi, Wölfer (63. Bönighausen), Niedzicki, Niehoff (84. Hasselkus), Turgut (63. Vreven), Scheuch, Klimczok, Schröter.

Tore: 1:0 Mule-Ewald (9., Eigentor); 2:0 Ivanusic (13.); 3:0 Wiesweg (74.); 4:0 Klein Günnewick (83.).

Landesliga 4 SV Dorsten-Hardt - SV Mesum 1:4 (1:3)

Marc Wischerhoff, Trainer des SV Hardt, war nach dem Spiel überzeugt: „Wir haben uns heute unter Wert verkauft. Die Niederlage fiel vom Ergebnis her zu deutlich aus.“

Dass die Gäste aus Rheine nicht umsonst mit an der Tabellenspitze stehen, stellten sie vom Start weg unter Beweis. Schnörkellos agierend und technisch versiert setzten sie die Abwehr der Platzherren unter Druck. Und als Benedikt Jansen im eigenen Strafraum ausrutschte, hatte sein Mesumer Gegenspieler Philip Grewe freie Bahn und konnte sich bei seinem Treffer zur 1:0-Führung der Gäste die Ecke des Tores von Keeper Stefan Schröder aussuchen (2.). Der SV Hardt zeigte sich aber nicht geschockt. Nach einem Eckball stieg Leon Einhaus am höchsten und beförderte das Leder mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich ins gegnerische Tor (12.).

Effektives Pressing

Weiter presste Mesum effektiv gegen die Hardter Aufbaubemühungen und doppelte den ballführenden Spieler. Ein langer Einwurf der Gäste fand den Weg in den Hardter Strafraum, Schröders Vorderleute klärten nicht konsequent genug und Mesums Christopher Strotmann erzielte den Treffer zum 2:1 ins lange Eck (19.). Der SV Hardt blieb unter Druck. Und nach einer Konfusion in der Hardter Abwehr traf David Rieke zur 3:1-Halbzeitführung für die Gäste, Schröder sah bei diesem Treffer nicht gut aus (25.). Glück für die Hardter, dass Schröder einen missglückten Rückpass von Einhaus noch so eben vor der Linie klären konnte (30.).

Schröder im Brennpunkt

Erneut stand Schröder nach dem Seitenwechsel im Brennpunk des Geschehens, als ein Mesumer Angreifer durch die Hardter Verteidigung spazierte und er in höchster Not retten musste (49.). Chancenlos war Schröder dann beim Treffer von Michael Egbers zum 4:1 für die Gäste aus allerdings abseitsverdächtiger Position (53.).

Weiter hatten die Hardter Mühe, ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen, während die schnellen Mesumer eins ums andere Mal gefährliche Angriffe vortrugen. Aber zumindest kamen die Hardter nun auch zu Chancen.

Alex Brefort setzte das Leder mit einem wuchtigen Schuss nur knapp neben das Gästetor (57.). Eine maßgenaue Flanke von Tim Wellers fand Pascal Pfeifer im gegnerischen Strafraum, doch dessen Schuss wurde vom Mesumer Torsteher geblockt (68.). Und auch die Möglichkeiten von erneut Pfeifer und Jürgen Adolf (80.) sowie Daniel Hennebach (89.) konnten nicht genutzt werden. Es blieb am Ende bei der klaren Hardter Niederlage.

Hardt: Schröder; Jansen, Hennebach, Einhaus (65. Liesenklas), Wellers, Seel, Seiffert, Brefort (72. Königshausen), Adolf, Mitrentsis, Pfeifer.

Tore: 0:1 (2.) Grewe, 1:1 (12.) Einhaus, 1:2 (19.) Strotmann, 1:3 (25.) Rieke, 1:4 (53.) Egbers.

E. Coesfeld - RW Deuten 1:4 (1:1)

„Das war natürlich vor der langen Winterpause psychologisch wichtig“, freute sich der Deutener Trainer: „Wir sehen, wir sind dran. Das gibt Motivation für die Vorbereitung auf den Rest der Saison.“ Die können die Deutener nicht nur aus dem nackten Tabellenstand ziehen, sondern auch aus der Leistung, die sie in Coesfeld zeigten. Die Gäste fanden gut ins Spiel, leisteten sich dann aber gegen Coesfelds bulligen Mittelstürmer Marius Borgert einen folgenschweren Lapsus, den der mit 1:0 für die Hausherren bestrafte (29.).

Deuten brauchte einige Minuten, um sich von diesem Nackenschlag zu erholen, hatte dann aber Glück, das Verteidiger Jonas Goeke nach einem Eckball den Ausgleich markierte (38.). „Ab da“, meinte Frank Frye, „haben wir das Spiel dann wieder kontrolliert.“ Bis zum nächsten Torjubel dauerte es allerdings noch ein wenig – und auch dabei war eine Portion Glück im Spiel, denn der Distanzschuss von Kevin Lachs zum 2:1 (62.) wurde abgefälscht und war deshalb für Coesfelds Keeper unhaltbar.

Die Gastgeber mussten nun die Deckung öffnen und Deuten nutzte das geschickt aus. Yannick Goecke sorgte in der 68. Minute mit dem 3:1 für die Vorentscheidung und das vierte Tor spielten die Rot-Weißen dann wirklich sehenswert heraus. Luca Tomicki setzte sich auf dem Flügel durch und nach seinem Querpass musste Lukas Nolte in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten (81.).

RWD: Schmidt; Goeke, Uhlenbrock, Tomicki, Botthof, Pohlmann, Lachs, Urban, Goecke (77. Rekers), Nolte, N. Winter (86. Peters).

Tore: 1:0 Borgert (29.); 1:1 Goeke (38.); 1:2 Lachs (62.); 1:3 Goecke (68.); 1:4 Nolte (81.).

Frauen-Landesliga 3 VfL Wolbeck - SSV Rhade 0:0 (0:0)

Trainer Dirk Bessler fasste die Partie so zusammen: „Haste Dreck am Fuß, haste Dreck am Fuß.“ In einer bärenstarken ersten Halbzeit spielte sich der SSV reihenweise Torchancen heraus. Ihr Ziel fand keine davon. Mehrere schöne Kombinationen endeten vor dem und nicht im Tor. Vanessa Emming, Michelle Pagels und weitere Rhaderinnen ließen teilweise 100-prozentige Möglichkeiten liegen. „Wenn wir auch nur eine davon machen, dann läuft diese Partie ganz anders, dann gewinnen wir dieses Spiel“, war sich Bessler nach dem Spiel sicher.

Nach der Pause war die Verunsicherung der Gäste auf dem Platz zu spüren. Rhade ließ den Ball nicht mehr so sauber laufen und leistete sich einige unnötige Fehlpässe im Spielaufbau. Doch auch die Gastgeberinnen konnten keinen Ertrag aus den Rhader Geschenken ziehen. Ebenso wie auf der anderen Seite, auf der Luisa Strauch eine „1000-Prozentige“ (Bessler) vergab.

„Wir waren qualitativ besser und müssen mindestens ein Tor machen. Wir haben den Ball einfach nicht über die Linie gebracht“, ärgerte sich Rhades Trainer über die vielen ausgelassenen Torchancen. Ein positives Fazit ließ sich Bessler aber trotzdem noch entlocken: „Wir haben zu Null gespielt und haben zur Winterpause die stärkste Abwehr der Liga.“

SSV: Wigger; Haselhoff (60. Lechtenberg), Heisterklaus, Schonebeck (70. Peek), Tekülve, Terstegen, Pagels, Döking (45. Strauch), Emming, Schulte-Bocholt.

Tore: Fehlanzeige.

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