Anruf genügt: So kam ein Sportschütze aus Dorsten zur Weltmeisterschaft

mlzSchießsport

Sportlich nicht qualifiziert, Anmeldefrist abgelaufen: Sportschütze Rolf Radeck hatte eigentlich keine Chance, an der Senioren-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Dann griff er zum Telefon.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 05.09.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rolf Radeck schießt seit 1974, seit er zwölf Jahre alt ist. Für die Landesmeisterschaften qualifiziert er sich regelmäßig. Aber bei einer Deutschen Meisterschaft oder gar einer Weltmeisterschaft war er noch nie. Soweit reichte das Talent dann doch nicht aus.

Doch am kommenden Donnerstag (12. September) darf Radeck bei der Weltmeisterschaft der Senioren in Suhl (Thüringen) mitschießen. Wie es dazu kam, ist allerdings sehr ungewöhnlich.

Sportlich gar nicht qualifiziert

Denn sportlich hat sich Radeck, der mit der Luftpistole schießt, gar nicht qualifiziert. „Ich war in diesem Jahr nicht mal bei der Landesmeisterschaft dabei, weil ich im Urlaub war“, erzählt der Sportschütze der SG Altstadt.

Dazu kommt, dass es nie eine Weltmeisterschaft für Sportschützen der Seniorenklasse gab. „Die Älteren, die bei der normalen Weltmeisterschaft teilnahmen“, sagt Radeck, „hatten nie eine Chance gegen die Jüngeren.“

„Die fragten mich dann, was ich wolle. Da sagte ich: teilnehmen."
Rolf Radeck, Teilnehmer der WM der Sportschützen

Doch in diesem Jahr richtet die International Shooting Sport Federation (ISSF) die erste Weltmeisterschaft für die Senioren aus. Und auf einmal bekam Radeck eine Mail, in der stand, dass er sich dafür anmelden könnte. Radeck probierte also sein Glück, doch es funktionierte nicht − das Anmeldedatum war abgelaufen.

„Dann habe ich da angerufen“, erzählt er. „Die fragten mich, was ich wolle. Da sagte ich: teilnehmen. Dann regelten wir das Ganze so.“ Der Dorstener geht davon aus, dass die Weltmeisterschaft für Senioren noch nicht bekannt genug ist und er deshalb teilnehmen darf.

Anruf genügt: So kam ein Sportschütze aus Dorsten zur Weltmeisterschaft

Rolf Radeck hat keine sportlichen Ambitionen. Für ihn ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft "einfach das größte". © Privat

Sportliche Ambitionen habe er keine. „Für mich geht es einzig und allein darum, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Für mich als Hobbyschützen ist das das Größte“, wiederholt er. Radeck fügt hinzu: „Es ist mir eine riesengroße Freude, an einem internationalen Wettkampf − und dann auch noch einer Weltmeisterschaft − teilzunehmen.“

Radecks größter Verdienst

Seinen größten Verdienst als Sportschütze rechnet er sich aus dem Jahr 2014 zu. Damals noch war Radeck Vorsitzender des Schießsportvereins Dorsten-Hardt. Als sich dieser Verein auflöste, „holte ich alle meine aktiven Freunde rüber zu den Altstadt-Schützen“, sagt er. 40 Jahre schoss er zuvor für die Hardt. Bei den Altstadt-Schützen fühle er sich jedoch auch seit fünf Jahren wohl.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt