Coronavirus-Angst: Konkurrenten gingen Dorstener Leichtathlet aus dem Weg

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Bei der DM in Erfurt hatten sie Angst vor dem Coronavirus. Der Dorstener Egon Kleine-Homann sagte krankheitsbedingt zwei von drei Meldungen ab. Zu einer Silbermedaille reichte es trotzdem.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 02.03.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dorstener Egon Kleine-Homann reiste mit Husten und Schnupfen am vergangenen Freitag zur Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft der Senioren in Erfurt. Kaum einer wollte ihm die Hand geben, zu groß war die Angst vor der aktuellen Krankheitswelle durch das Coronavirus. Die Angst war zwar unbegründet, dafür machte den Athleten eine andere Krankheit zu schaffen.

„Die Wintergrippe ging um“, sagte Kleine-Homann. Er selber war auch erkrankt, „meine Grippe klang aber bereits aus“. Trotzdem sagte er zwei seiner drei Meldungen ab. Eigentlich wollte Kleine-Homann, der in der Altersklasse M75 antritt, die 200 und 400 Meter laufen. „Dafür war ich aber nicht fit genug“, so der Leichtathlet.

Die Angst vor einer Herzmuskelentzündung war zu groß

Kurzfristig gab er deshalb seine Startkarten zurück. Seine Absage erklärte Kleine-Homann so: „Bei 200 Metern läuft man nach ungefähr 150 Meter in Übersäuerung. Das greift, wenn man krank ist, den Herzmuskel an. Die Folge könnte eine Herzmuskelentzündung sein.“ Diese Gefahr war dem Dorstener zu groß.

So eine Entzündung hatte er nämlich schon einmal. „Danach war ich ein Jahr außer Gefecht gesetzt“, sagte Kleine-Homann. Erst langsam könne sich ein Sportler nach einer Herzmuskelentzündung wieder heranarbeiten. „Noch einmal brauche ich das nicht“, so der Leichtathlet weiter.

Fast 15 Stunden geschlafen

Gestartet ist er dafür in seiner dritten Disziplin: dem Kugelstoßen. Und dort lieferte er gute Leistungen ab, auch wenn er nicht ganz an sein Maximum kam. Geholfen hat dem Dorstener ein langer Schlaf am Vorabend des Wettkampfs. „Ich bin bereits um 18 Uhr schlafen gegangen und habe bis halb neun am nächsten Morgen durchgepennt.“

Mit seinem letzten Wurf hievte sich Kleine-Homann auf Platz zwei.

Mit seinem letzten Wurf hievte sich Kleine-Homann auf Platz zwei. © Ralf Görlitz

Gut erholt lief das Warmwerfen dann auch problemlos. Nachdem ein Wurf 11,50 Meter weit ging, scherzten die ersten sogar bereits, dass die Goldmedaille bereits vergeben werden könnte. Doch bei den entscheidenden Würfen konnte Kleine-Homann nicht mehr an diese Distanz anknüpfen. Am Ende warf er mit seinem letzten Wurf trotzdem starke 10,91 Meter - und hiefte sich auf den zweiten Platz.

Die Goldmedaille sicherte sich Didio Franz, der 11,69 Meter warf. „Selbst wenn ich meinen Warmwurf wiederholt hätte, hätte ich Gold nicht gewonnen“, sagte Kleine-Homann im Nachhinein. Enttäuscht war er aber nicht, sondern viel mehr glücklich über das Erreichte.

„Solche Dinge kommen vor“

Den dritten Rang belegte Hans-Jürgen Mest mit 10,64 Metern. Ein bisschen leid tat dem Dorstener Kleine-Homann Lutz Vorbach. „Als einer der Favoriten legte ihn die Wintergrippe so flach, dass bei ihm nichts mehr funktionierte.“ Auch die anderen Teilnehmer blieben unter ihren Bestleistungen aufgrund der Krankheitswelle bei den Teilnehmern. „Aber so ist das manchmal“, sagt Kleine-Homann. „Solche Dinge kommen vor.“

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