Dorstener Trainer macht absichtlich etwas, in dem er schlecht ist

mlzNeue Sportart entdecken

In seiner Karriere hat er einige Erfolge feiern können. Nun probiert er sich in einer neuen Sportart aus. Einer Sportart, in der er nichts aus dem, worin er gut ist, nutzen kann.

von Ralf Weihrauch

Dorsten

, 21.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Er hat in seiner Karriere viel erreicht, spielte in der zweiten Bundesliga und feierte auch als Trainer erste Erfolge. Nun hat er eine neue Sportart für sich entdeckt – seine ersten Schritte waren echt nicht leicht.

Die Corona-Pause in der Regionalliga hat Franjo Lukenda Zeit verschafft, sich mit einem kleinen weißen Ball auseinanderzusetzen. Der Trainer der BG Dorsten spielt jetzt Golf. In seiner eigentlichen Sportart, Basketball, ist er sehr erfolgreich. Als Spieler lief er für die Hertener Löwen in der zweiten Bundesliga auf, als Trainer der BG Dorsten feierte er Erfolge in der 1. Regionalliga.

Franjo Lukenda probiert sich neuerdings auch als Golfer aus.

Franjo Lukenda probiert sich neuerdings auch als Golfer aus. © Ralf Weihrauch

Nach der Platzreife und einigen Neun-Loch-Runden wollte sich der Coach nun im GC Hünxerwald über die volle Distanz mit einem schwierigen Platz auseinandersetzen. Der BG-Trainer hat noch kein Handicap, im Hünxerwald startet er mit einer Vorgabe von 60 auf einem Par 72-Platz. Das bedeutet, dass er an zwölf Löchern drei Schläge mehr als das jeweilige Par brauchen darf, an sechs sogar vier Schläge mehr. Auch wenn er nicht Buch geführt hat: Seine Schlagzahl, 132 Schläge, hat Franjo Lukenda deutlich überschritten.

Aller Anfang ist schwer, Lukenda hat dennoch Lust auf mehr

Das focht er aber nicht an, denn er hatte gleich nach seinen ersten Golfstunden schnell erkannt: „Ich kann nichts von dem, was ich im Basketball gut beherrsche, für das Golfen nutzen.“ Das hat aber für ihn auch einen Reiz: „Während meiner Zeit als Basketballer habe ich mich nie mit anderen Sportarten auseinandergesetzt. Jetzt mache ich etwas, in dem ich total schlecht bin, die Regeln nicht kenne und mich freue, wenn ich ab und zu mal den Ball ordentlich treffe.“

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Diese Einschätzung bestätigte sich auch zu seinem Leidwesen auf den meisten Löchern, zumal die Golfplätze im Herbst und Winter noch schwerer zu spielen sind, weil sie tief und matschig sind. Der erfolgsverwöhnte Basketballer musste sich in Demut üben. Oft kullerten die Bälle nur ein paar Meter, gerne semmelte Lukenda auch komplett am Ball vorbei.

Eine der technisch anspruchsvollsten Aufgaben

Golfen sei auch Kopfsache, stellte er fest: „Da steht man am Ball und denkt an alles, was einem der Golflehrer erzählt hat: Wie greife ich den Schläger und wie muss der Schläger im Aufschwung bewegt werden. Und an vieles mehr.“

Das alles ist kompliziert, und nur ein Teil dessen, was bei einem Schwung zu beachten ist. So musste Lukenda ein ums andere Mal feststellen, dass noch nicht viel gewonnen ist, wenn man den Ball nach dem Abschlag gut auf die Bahn gebracht hat: „Die Annäherungen aus 30, 40 Metern sind eine ganz andere Geschichte und das Putten auf dem Grün sowieso.“ Nicht umsonst gilt Golf als eine der technisch anspruchsvollsten Sportarten.

Bei Misserfolgen nutzt Lukenda seine Erfahrung als Trainer

Der BG-Trainer ließ sich von Misserfolgen aber nicht aus der Ruhe bringen: „Da hilft mir die Philosophie, die ich auch meiner Mannschaft vermittle: Einen schlechten Wurf abhaken und sich auf den nächsten konzentrieren.“ Zwischendurch gelang Lukenda der eine oder andere ordentliche Schlag. Das zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und motivierte dazu, weiterhin viele Schläge einfach abzuhaken, bis irgendwann der nächste gute kam.

Breakdance beim Golfen

Allerdings fordert eine Golfrunde auch einen körperlichen Tribut, vor allem dann, wenn man so viele Schläge macht wie ein Neuling. Am 15. Loch war jegliche Körperspannung verloren und der eigentlich athletische Körper vollführte bei jedem Schlag eine Art Breakdance.

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Lukenda musste zugeben: „Mir tun Körperteile weh, die mir beim Basketball nie weh getan haben: Hüfte, Schultern und Rücken. Außerdem sinkt meine Frustrationsgrenze gewaltig.“ Kurz darauf gelang ihm aber ein feiner Schlag über ein gefürchtetes Wasserhindernis, und prompt war der Frust wieder verflogen.

Die Technik beim Golf ist sehr anspruchsvoll.

Die Technik beim Golf ist sehr anspruchsvoll. © Ralf Weihrauch

Nach rund zwölf Kilometern, die ihn kreuz und quer über den Platz führten und vielen, vielen Schlägen war das eine schöne Belohnung. Lukenda gab zu: „Es soll keiner sagen, dass Golf kein Sport ist. Ich bin richtig müde, mir tut alles weh und ich freue mich auf mein Sofa. Noch mehr freue ich mich aber schon auf die nächste Runde.“

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