Gemeinsamer Grillabend und 30-Liter-Bier: Der Verlierer gibt einen aus

mlzFußball: Corona-Run

Der SSV Rhade hat eine Lauf-Challenge zwischen erster und zweiter Mannschaft gestartet. Das Verliererteam muss das Gewinnerteam einladen, wenn die Krise vorbei ist.

Rhade

, 17.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Vereine bemühen derzeit ihre Kreativabteilung, um sich fit zu halten und weiter Sport treiben zu können. So macht der TuS Gahlen gemeinsam Fitnesstraining vor der Kamera. Der SSV Rhade hat sich etwas anderes einfallen lassen. Beim „Corona-Run“ der Fußballer im Verein spielt nicht nur der Fitnessgedanke eine Rolle, sondern auch der Wettbewerbscharakter soll nicht zu kurz kommen.

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Im Duell zwischen der ersten Mannschaft, die in der Kreisliga B Fußball spielt, und der Reserve, die in der Kreisliga C beheimatet ist, geht es beim Corona-Run darum, wer mehr Kilometer abspult. Der Verlierer muss den Gewinner auf einen Grillabend einladen – wenn Krise und Kontaktsperren der Geschichte angehören. Für eine bestimmte Anzahl an gelaufenen Kilometern spendiert der Vorstand außerdem ein kräftiges 30-Liter Bierfass.

Mit genug Abstand können die Teilnehmer auch zu zweit joggen gehen.

Mit genug Abstand können die Teilnehmer auch zu zweit joggen gehen. © Privat

Wen wundert es da, dass beide Teams mit ihren gelaufenen Kilometern beeindrucken? Zusammengerechnet sind beide Teams bereits einmal die Strecke von Rhade bis zum Bierkönig auf Mallorca gelaufen. Innerhalb der ersten drei Wochen der Challenge haben die insgesamt 32 Teilnehmer – 18 Spieler der ersten Mannschaft nehmen teil, 14 Spieler der Reserve – 2814,5 Kilometer abgespult.

Überraschung beim zwischenzeitlichen Ergebnis

Auf die einzelnen Teams verteilt, hat der SSV angegeben, ist die erste Mannschaft 1497,6 Kilometer gelaufen und die Reserve 1298,2 Kilometer. Doch wer sich nun sicher ist, dass erwartungsgemäß die erste Mannschaft im internen Duell führt, der wird getäuscht. Denn die Rhader zählen pro Team nicht die gesamtgelaufenen Kilometer, sondern den Pro-Kopf-Verbrauch an Schweißperlen. Und in dem liegen die 14 Spieler der Reserve mit unglaublichen 92,73 Kilometern vor den 83,2 Kilometern der ersten Mannschaft.

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„Das überrascht mich auch ein bisschen“, gibt Martin Trockel, Trainer der ersten Mannschaft, zu. „Aber man muss auch einfach anerkennen: Die haben einfach Bock.“ Die ganze Aktion sieht der Trainer – wie sollte es auch anders sein – positiv. Vor allem deshalb, weil die Idee zur Aktion nicht einmal von Trainer- oder Vereinsseite aus kam, „sondern die Spieler mit der Idee auf uns zukamen.“

Das verdiente Bier nach dem Training bleibt auch in der fußballfreien Zeit erhalten.

Das verdiente Bier nach dem Training bleibt auch in der fußballfreien Zeit erhalten. © Privat

Jannis Heitmann und Leonart Reska sind die Initiatoren des Wettbewerbs. „Jannis hat mich angeschrieben, was ich von der Idee halten würde“, sagt Leonart Reska. „Wir wollen schließlich in Bewegung bleiben, auch wenn es in der aktuellen Situation schwierig ist.“ Auch die Idee, dass das Verliererteam dem Gewinnerteam einen Grillabend spendiert, kommt von den beiden. „Der Vorstand zog dann im Laufe der ersten Woche nach, als er uns versprach pro 1000 gelaufenen Kilometern 30 Liter Bier zu spenden“, so Reska.

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Nachgehalten werden die gelaufenen Kilometer über die App onetastic von Adidas. „Da kann man eine Gruppe aufmachen, wo die Kilometer eingetragen werden“, erklärt Reska. Jeden Sonntag gibt er auf der Facebook-Seite der Rhader den neuen Zwischenstand bekannt. „Bislang schaut es so aus, als könnte die erste Mannschaft die Reserve bis zum nächsten Zwischenstand wieder überholen“, verrät er.

Jeden Sonntag verrät der SSV den aktuellen Zwischenstand.

Jeden Sonntag verrät der SSV den aktuellen Zwischenstand. © privat

Da die Kontaktsperren nun aber noch länger anhalten und ein gemeinsames Training mit dem Ball auf dem Platz für längere Zeit weiterhin nicht möglich ist, werden die Rhader sich weiterhin alleine fit halten müssen. Die Reserve wird also genug Zeit haben, erneut vorbeizuziehen und für eine Überraschung zu sorgen. Und alle Teilnehmer zusammen werden noch genug Zeit haben, dem Vorstand weitere Fässer Bier abzuluchsen.

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