Eine Sportart will den Lockdown nicht akzeptieren

mlzCorona und Sport

Der neuerliche Lockdown gilt für den gesamten Amateur- und Breitensport. Doch eine Sportart sieht das anders und will den Lockdown deshalb für sich nicht akzeptieren

von Ralf Weihrauch

Dorsten, Schermbeck, Kirchhellen

, 02.11.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während des Lockdowns ist der Amateursport grundsätzlich untersagt. Allerdings ist der Individualsport weiterhin erlaubt.

Der Deutsche Golf Verband (DGV) verlangt daher, dass die Golfanlagen geöffnet bleiben. In einem am Mittwoch erschienenen Bulletin hat der DGV, der die rund 640.000 deutschen Golfer repräsentiert, erklärt, dass eine weitere Ausübung des Golfsports auch unter den neuen Corona-Regeln unproblematisch sei. Wenn man alleine, zu zweit oder mit mehreren Familienmitgliedern auf eine Runde ginge, seien alle Bedingungen erfüllt.

So sehen das auch die Vorstände der hiesigen Golf-Clubs im Weselerwald und des GC Schwarze Heide in Kirchhellen. Bernd Ebbers, Vizepräsident und Geschäftsführer im Weselerwald sagt: „Wir stehen uneingeschränkt hinter der Forderung unseres Verbandes. Es macht grundsätzlich keinen Unterschied, ob man alleine oder zu zweit im Wald spazieren geht oder 18 Löcher auf einem Golfplatz spielt.“

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Ein Körperkontakt sei bei einer Golfrunde nicht notwendig, meist betrüge der Abstand während des Spiels immer viele Meter. Zudem nähme der Spielbetrieb im Winter ohnehin ab: „Es gibt keine Turniere mehr, und bei schlechtem Wetter gehen oft nur die ganz eingefleischten Golfer auf den Platz.“

Planung, als sei Golfspielen weiter erlaubt

Der Vorstand des GC Weselerwald hat schon seine Planung so umgestellt, als sei das Golf-Spielen weiterhin erlaubt. Der Platz bleibt am Montag geöffnet, es ist aber nur möglich, Startzeiten für eine oder zwei Personen zu reservieren.

Hartwig Keidel der Vorsitzende des GC Schwarze Heide wollte den Samstagnachmittag abwarten: „Das Sportamt Bottrop steht mit der Landesregierung im Kontakt und will uns bis dahin informieren.“ Keidel sieht aber kein Problem darin, die Maßnahmen wieder einzuführen, die auch noch nach dem Neustart im Frühjahr galten: „Wir brauchen nur die Harken aus den Bunkern zu nehmen, und die Ballwaschmaschinen abzubauen.“

Ansonsten hätten die deutschen Golfer ohnehin unter Corona-Bedingungen gespielt: „Die Fahnen durften nicht berührt werden, und Schaumstoffeinsätze haben verhindert, dass man tief in die Löcher greifen muss, um die Bälle herauszuholen.“ Zudem hat man darauf verzichtet, bei Turnieren die Scorekarten auszutauschen.“

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Die Club-Golfer werden in den kommenden Wochen aber auf jeden Fall wieder aufs Duschen verzichten müssen, und auch das Bier nach der Runde fällt flach, da die Gastronomie geschlossen ist. Kurioserweise dürfen aber die Pro-Shops, die meist nur eine Tür weiter Golfzubehör verkaufen, geöffnet bleiben, da sie zum Einzelhandel gehören.

Der Vorsitzende des Dorstener Stadtsportverbandes Michael Lachs, zeitgleich auch Golf-Fachschaftsleiter, kannte das DGV-Bulletin am Freitag noch nicht in Gänze. Grundsätzlich sagt er: „Die Golfer haben im Frühjahr Solidarität mit den anderen Sportarten gezeigt, und nicht gespielt. Das könnte man nun auch wieder tun.“

Lachs hat aber auch Verständnis, wenn die Clubs das anders sehen. In seinem Heimatverein Uhlenberg-Reken dürfen ab Montag auch nur Zweierflights spielen: „Die Vereine verzichteten beim ersten Lockdown freiwillig auf Greenfee-Einnahmen. Ich kann verstehen, wenn sie das nicht noch einmal tun möchten.“

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