Nur der SV Hardt und der SSV Rhade jubeln

Fußball

Jubel beim SV Dorsten-Hardt und den Frauen des SSV Rhade, eher betretene Mienen beim SV Schermbeck, Rot-Weiß Deuten und beim TuS Gahlen. So schölugen sich die Ergebnisse des Wochenendes nieder.

06.03.2016, 21:27 Uhr / Lesedauer: 5 min

Oberliga Westfalen SVS - SC Paderborn II 0:0

Christoph Schlebach war froh, dass Tuncay Turgut doch noch spielen konnte. Damit hatte die Defensive deutlich mehr Stabilität. Die U23 des SC Paderborn war mit zwei Spielern aus dem Zweitliga-Kader angetreten, kam aber trotzdem in der ersten Halbzeit zu keiner nennenswerten Torchance.

Doch auch der SVS hatt in der sehr zerfahrenen Anfangsviertelstunde große Probleme, einen roten Faden zu finden. So kam die erste SVS-Möglichkeit wie aus heiterem Himmel. Jannis Scheuch gelang am Elfmeterpunkt ein schöner Volleyschuss aus der Drehung, doch Till Brinkmann im Paderborner Tor zeigte einen tollen Reflex und wehrte den Ball ab.

Von da an hatten die Gastgeber durchaus optische Vorteile. Allerdings bauten die Paderborner 20 Meter vor dem Tor einen sehr engen Riegel auf, der den Schermbeckern große Probleme bereitete. Zu oft verloren sie durch umständliches Spiel den Ball. Das blieb aber ohne Folgen, da der SVS schon ab dem Mittelfeld sehr gut verteidigte. In der Schlussphase schien es, als wollten beide Mannschaft das Match heil überstehen. Der Punkt hat keinem Team geschadet, so richtig genutzt hat er aber auch nicht. Der SVS hat zwar einen weiteren Zähler zwischen sich und Stadtlohn gebracht, aber die Saison ist noch lang.

SVS: Krückemeier, Helling (85. Bönighausen), Schmitt, Klimczok, Turgut, Scheuch (88. Nehlson), Esen, Niedzicki, Kissi, Niewerth (75. Niewerth), Dosedal.

Tore: Fehlanzeige.

Landesliga 4 SV Hardt - SV Burgsteinfurt 3:2 (1:1)

Die 90 Minuten an der Storchsbaumstraße boten am Sonntag alle Zutaten für ein Fußballdrama, das genauso gut auch anders herum hätte ausgehen können. Denn die Hardter gerieten nach gutem Beginn und einer ersten Chance für Athanasios Mitrentsis unglücklich in Rückstand. Ein Freistoß aus dem Halbfeld passierte Freund und Feind und Stefan Schröder, der zum ersten Mal seit über einem halben Jahr zwischen den Pfosten des Hardter Tores stand, sah auf der Linie nicht gut aus (10.).

Anders als in so mancher anderen Partie dieser Saison ließen die Gastgeber danach aber nicht die Köpfe hängen, erarbeiteten sich weitere Chancen und wurden durch Mitrentsis‘ schönen Heber zum 1:1 in der 33. Minute belohnt. Dieses Remis war zur Pause mehr als verdient.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Hardter dann zunächst Glück, als die Latte die erneute Burgsteinfurter Führung verhinderte (52.). Sechs Minuten später brachte Leon Einhaus dann eine Kopfball-Vorlage von Jens Lensing mit letztem Einsatz im Gästetor unter. Mit blutender Nase bejubelte der Hardter Abwehrchef das 2:1 (58.).

Doch das Pendel schlug auch wieder in die andere Richtung aus. Nicht ganz unbeteiligt war der Schiedsrichter. Als Sammy Mertens im eigenen Strafraum mit beiden Beinen voran zum Ball grätschte, traf er diesen zwar zuerst. Doch auch Mertens Gegenspieler kam zu Fall und der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß und Platzverweis für den Hardter wegen Vereitelung einer klaren Torchance. Burgsteinfurt nahm das Elfmetergeschenk an (63.) und spielte fortan in Überzahl.

Doch die Gastgeber bewiesen Mut, stellten in der Abwehr von Vierer- auf Dreierkette um und behielten den Druck nach vorne aufrecht. Eine Maßnahme, die belohnt wurde. Zunächst scheiterte Alex Brefort noch aus kurzer Distanz, doch dann zeigte der Unparteiische nach einem Foul an Christopher Seiffert erneut auf den Punkt. Benedikt Jansen behielt die Nerven und traf zum 3:2 ins rechte unter Eck (76.).

In der letzten Viertelstunde mussten die Gastgeber nur noch einmal tief durchatmen, als ein Distanzschuss vom Pfosten an den Rücken von Torwart Stefan Schröder und von dort ins Aus sprang. Mit dem Schlusspfiff begann dann im Hardter Lager ein neues Spiel: Jeder umarmt jeden.

Hardt: Schröder; Lensing, Einhaus, Haarmann, Mertens, Jansen, Wellers, Adolf (89. Vasic), Seiffert (90. Siegle), Mitrentsis (88. Königshausen), Brefort.

Tore: 0:1 Kormann (10.); 1:1 Mitrentsis (33.); 2:1 Einhaus (58.); 2:2 Artmann (63., Foulelfmeter); 3:2 Jansen (76., Foulelfmeter).

Rote Karte: Mertens (Hardt, 61., Notbremse).

Bezirksliga 11 RW Deuten - TSV Marl-Hüls II 1:1 (1:0)

Schon vor Anpfiff war klar: Einen fußballerischen Leckerbissen würden die Zuschauer am Bahndamm am Sonntag nicht zu sehen bekommen. Durch die Spiele der A-Jugend sowie der Reserve wurde der Ascheplatz aufgewühlt und war von Löchern überseht. Dementsprechend resümierte Deutens Trainer Frank Frye nach der Partie: „Das Spiel war schlecht wie die Platzverhältnisse.“

Diese waren dem Tabellenachten Marl-Hüls herzlich willkommen, spielten sie doch der destruktiven Spielweise des Gastes in die Karten. Dadurch, dass dem RWD der Ball überlassen wurde, konnten sie auf Fehler der Hausherren warten, diese dann gezielt attackieren und den Ball erobern. War der selbst mal bei den Hülsern, setzten die Gäste auf lange Bälle und den Kampf um die zweiten Bälle.

Dennoch konnte Deuten in der 25. Minute die Führung bejubeln. Daniel Klöckner spielte Lukas Nolte gekonnt frei, der die Situation erkannte und den Ball über den zu weit vor seinem Tor stehenden Keeper ins lange Eck lupfte.

Doch auch mit der Führung im Rücken fehlte den Rot-Weißen „die Galligkeit und die Bissigkeit“, um eine solche Partie für sich zu entscheiden, wie Frye bemängelte. „Wenn Kombinationsspiel mal aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich ist und wir auch noch in Führung gehen, dann müssen wir auch über andere Tugenden kommen und solche Spiele gewinnen“, erklärte Deutens Trainer.

In der zweiten Hälfte fiel so auch der nicht unverdiente Ausgleichstreffer für den TSV. Raphael Tobola nutzte einen Deutener Fehler in der Endzone. „Wir müssen leider mit dem Punkt leben. Hätten wir mehr investiert, wäre mehr drin gewesen, haben wir aber nicht“, zeigte sich Frye enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft. Zu allem Überfluss gewannen auch noch die direkten Konkurrenten Borken und Dülmen, sodass der RWD auf Platz zwei zurückfällt.

Deuten: Glade; Wiersch, Goeke, Uhlenbrock, Pohlmann, Klöckner (83. Brom), von Gostomski (46. Peters), Urban, Rekers, Nolte, Wilkes (73. Winter).

Tore:  1:0 Nolte (25.), 1:1 Tobola (65.).

SuS Olfen - TuS Gahlen 1:0 (1:0)

Trainer Björn Bennies hatte schon vor dem Spiel eine angespannte Personaldecke. Es wurde aber noch schlimmer, denn Thiemo Kersting und auch Fabrice Werner mussten noch in der ersten Halbzeit verletzt aus dem Spiel gehen. Das Spiel der Gahlener war in der ersten Halbzeit nicht dazu angetan, an einen Sieg zu glauben. Björn Bennies vermisste die Aggressivität in den Zweikämpfen und eine Gegenwehr gegen die auch nicht gerade starken Olfener. Die machten aber in der 23. Minute das entscheidende Tor. Nach einer Ecke bekam die Gahlener Abwehr selbst mit drei Versuchen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Nutznießer war Olfens Dennis Böttcher, der den Ball ins Tor beförderte.

Mit derLeistung in der zweiten Halbzeit war Bennies schon zufriedener. Er hatte in der Offensive einige Umstellungen vorgenommen, sodass der TuS besser ins Spiel kam. Allerdings bekamen die Gäste im Sturm nichts zustande. Danny Kittner versuchte zwar immer wieder, für Alarm im Olfener Strafraum zu sorgen, allerdings standen meist drei bis vier Abwehrspieler im Weg, die ihn stoppten. Da auch Sven Igelbüscher nicht seinen besten Tag erwischte, verrannen die Minuten zugunsten der Gastgeber.

In der allerletzten Spielminute gab es aber doch noch die unverhoffte Möglichkeit zu einem Punkt. Der Schiedsrichter hatte ein Handspiel eines Olfeners im Strafraum gesehen und zeigte auf den Punkt. Sven Igelbüscher legte sich den Ball zurecht, der Olfener Schlussmann Christian Götz ahnte aber die Ecke und hielt den Ball. Damit sind die Gahlener wieder im Abstiegskampf angekommen und ihnen stehen schwere Wochen stehen bevor.

TuS: Kuhnen; Werner (41. Hoppius), F. Dahlhaus (76.E. Marrali), Lindner, Stodt, Igelbüscher, Kersting (26. Lachs), M. Marrali, J. Dahlhaus, Kittner, Vengels.

Tore: 1:0 Böttcher (23.).

Frauen-Landesliga 3 Teuto Riesenbeck - Rhade 0:5 (0:0)

In der ersten Halbzeit schien es, als müsste der SSV erst aus dem langen Winterschlaf erwachen. Im ersten Pflichtspiel des Jahres 2016 gelang der Mannschaft von Trainer Dirk Bessler nicht viel. Zu früh und zu hektisch wurden die Bälle vertikal in die Spitze gespielt, sodass keine längeren Passtaffeten entstanden und der Gegner kaum gefordert wurde. Nach einem Lattentreffer der Gastgeberinnen konnte sich der SSV sogar glücklich schätzen, nicht mit einem Rückstand in die Pause zu gehen.

Eine etwas lautere Ansprache von Bessler weckte seine Mädels aber in der Halbzeit auf. Danach zündeten diese nämlich den Turbo. Der Führung durch Vanessa Emming (47.) folgte der schnelle zweite Treffer durch Luisa Strauch (56.). Rhade ließ nun Ball und Gegner laufen, wartete auf den richtigen Moment für den Ball in die Tiefe. Durch starkes Angriffspressing setzten sich die Gäste in der gegnerischen Hälfte fest. Die Entscheidung fiel durch die starke Jule Terstegen (72.). In den letzten zehn Minuten konnte Rhade das Ergebnis noch durch schön herausgespielte Tore in die Höhe schrauben. Terstegen (81.) und Linda Michaelis (85.) trafen zum Endstand.

SSV: Bollenberg; Lechtenberg, Franger (63. Strauch), Heisterklaus, Emming (83. Meistner), Schulte-Bocholt, Müssner, Jansen (21. Ricken), Terstegen, Nienhaus, Michaelis.

Tore: 0:1 Emming (47.), 0:2 Strauch (56.), 0:3 Terstegen (72.), 0:4 Terstegen (81.), 0:5 Michaelis (85.).

Lesen Sie jetzt