Nuri Sahin gegen Schermbeck? Der Bundesligaprofi ist der Mann hinterm RSV Meinerzhagen

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Nuri Sahin ist der Mann hinter dem RSV Meinerzhagen, Sonntag Gegner des SV Schermbeck. Doch vom Klischee des reichen Profis, der Geld in seinen Stammverein pumpt, ist er weit entfernt.

Schermbeck

, 25.10.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis er 12 Jahre alt war, spielte Nuri Kazim Sahin beim RSV Meinerzhagen. Dann wurden die Talentscouts von Borussia Dortmund auf ihn aufmerksam und er wechselte 2001 zum BVB. Mit 17 gab er sein Debut in der Bundesliga, er wurde Deutscher Meister und türkischer Nationalspieler, er spielte für Real Madrid und den FC Liverpool, stand 2013 im Finale der Champions League und spielte für die Türkei 2016 bei der EM. Inzwischen ist er bei Werder Bremen am Ball, doch die Verbindung und die Liebe zu seinem Stammverein ging über all die Jahre nicht verloren.

Westfalenliga war das erste Ziel

Seit 2015 engagiert sich Sahin beim RSV. Ursprünglich mit dem Ziel, den Club in die Westfalenliga zu führen. Vier Jahre und drei Aufstiege später ist dieses Ziel längst übertroffen. Von der Landesliga ging es für die Sauerländer im direkten Durchmarsch in die Westfalen- und Oberliga, und dort schickt sich Meinerzhagen in der laufenden Saison schon wieder an, um den Aufstieg mitzuspielen. Mit dem Geld von Sahin kein Problem, sagen viele. Doch der 31-Jährige versteht sein Engagement keineswegs als Mäzenatentum.

Die Rolle als Co-Trainer stehe bei Sahin nicht nur auf dem Papier, versichert Götz Ander, 2. Vorsitzender des RSV Meinerzhagen: „Als er noch für Dortmund gespielt hat und in Herdecke wohnte, hatte er wohl die höchste Trainingsbeteiligung von allen.“ Akribisch habe der Bundesligaprofi bei der Vorbereitung auf die Meinerzhagener Gegner geholfen, habe Spiele beobachtet und sein gesamtes Fachwissen eingebracht. „Das“, so Götz Ander, „macht Nuris Engagement bei uns aus, nicht das Geld.“ Und das müsse man „immer wieder hervor heben“.

Häufige Nachfragen nerven nicht

Denn natürlich werden Ander und seine Vorstandskollegen immer wieder auf Sahins Rolle beim RSV angesprochen. Ob‘s nervt? „Nein, gar nicht“, sagt Ander, „wir sind sehr froh, dass wir Nuri haben. Bis die Fragen danach nerven, das wird noch sehr lange dauern.“

Aufs aktuelle Saisonziel angesprochen, steht der 2. Vorsitzende einem Bundesligaprofi rhetorisch in nichts nach: „Wir wollen eine vernünftige Rolle spielen und werden sehen, was am Ende dabei heraus kommt.“ Mit dem Thema Regionalliga haben sie sich in Meinerzhagen aber wohl doch schon beschäftigt. „Das ist dann eine ganz andere Nummer, auch organisatorisch“, versichert Götz Ander. Und er sagt: „Es ist kein Muss, aber die Jungs sind heiß.“

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Ob es dann eines fernen Tages beim RSV auch wieder den Spieler Nuri Sahin gibt? „Das weiß ich nicht. Dazu ist mein Kontakt zu ihm letztlich zu lose. Natürlich wäre das für uns ein Traum. Aber das liegt sicher noch in weiter Ferne.“

Und zwar in so weiter, dass Götz Ander einen eigenen Traum inzwischen begraben hat: „Ich gehe jetzt auf die 50 zu und habe immer gesagt, ich spiele so lange, bis ich mit Nuri beim RSV zusammen auflaufen kann. Aber das wird wohl nichts mehr, deshalb hör‘ ich auf.“

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