Robin Hood am Hammer Weg

Bogenschiessen

Robin Hood hätte vermutlich mit der Zunge geschnalzt, hätte er die technische Ausstattung seiner „Nachfahren“ beim Katharinenturnier des BSC Dorsten gesehen.

Dorsten

, 01.10.2019, 10:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Robin Hood am Hammer Weg

Den Plastikbison hat‘s erwischt. Vier Teilnehmer des Katharinenturniers des BSC Dorsten ziehen ihre Pfeile aus der 3D-Zielscheibe. © Joachim Lücke

Der Langbogen ist noch erstaunlich oft vertreten. Doch beim Katharinenturnier des BSC Dorsten sieht man am Sonntag auch technisch ausgefeilteren Recurve- oder gar Compound-Bögen. Rund 160 der 200 angemeldeten Feldbogenschützen trotzen auf dem Vereinsgelände des BSC Dorsten am Hammer Weg dem regnerisch trüben Herbstwetter. „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“, sagt das erste Grüppchen, das ich auf dem Kurs zwischen den insgesamt 30 Zielscheiben treffe.

Robin Hood am Hammer Weg

Zielhilfe, Wasserwaage, Gewichte zum Austarieren - Compoundbögen können mehrere Tausend Euro kosten.

Zugegeben: Bogenschützen sind in Sachen Outdoor-Bekleidung offensichtlich bestens ausgerüstet. Robin Hood wäre neidisch. Und das nicht nur wegen der Kleidung. Was manche Schützen an Ausrüstung mitbringen, ist ausgefeilte Hightech. Die natürlich auch ihren Preis hat. „Ab 400 Euro. Ende offen“, erklären der 1. Vorsitzende des BSC Dorsten, Harald Steiner, und BSC-Urgestein Reinhold Geisler, auf die Frage nach dem Preis eines Compound-Bogens.

Turnier ist wichtig für den Jahresetat

Geld spielt beim Katharinenturnier auch in anderer Hinsicht eine Rolle. „Das Turnier stellt für unseren Jahresetat schon einen wichtigen Posten dar“, erzählt Harald Steiner. Schließlich kostet die Instandhaltung des Vereinsgeländes mit seinen zwölf Bahnen Geld. Und wer sieht, wie die Pfeile in die dreidimensionalen Tiermodelle sausen, der versteht, wenn Steiner und Geisler sagen: „Die kleinen Modelle halten nur ein Turnier.“

Robin Hood am Hammer Weg

Reinhold Geisler und Harald Steiner (v.l.) hatten beim Katharinenturnier alles im Griff und erläuterten die Feinheiten des Feldbogenschießens.

Dabei sind die tierischen Zielscheiben aus robustem Material, nämlich aus demselben Hartgummi, aus dem auch Armaturenbretter für Autos hergestellt werden. „Wenn man den Pfeil heraus zieht, schließt sich das Gummi wieder“, erklärt Harald Steiner. Das hat natürlich seinen Preis. Der Plastik-Grizzly etwa kostete bei seiner Anschaffung 1600 D-Mark. „Heute wohl dasselbe in Euro“, meint Reinhold Geisler Zum Glück ist der Bär robuster als die kleinen Tiere. Geschützt werden muss er trotzdem − vor Langfingern. Deshalb werden die wertvollen Zielscheiben nach jedem Einsatz wieder eingesammelt und weggeschlossen. Für den Grizzly braucht‘s dabei allein drei starke Männer.

60 bis 80 aktive Mitglieder

Doch davon hat der BSC Dorsten so einige. 200 Mitglieder hat der Verein. „60 bis 80 davon sind aktiv und regelmäßig auf der Anlage“, berichtet Harald Steiner. Der Älteste sei 88: „Er ist alle drei Tage hier und dreht seine Runde.“ Und das, da sind sich die beiden Vorstandsmitglieder einig, hält fit.

„Man ist an der frischen Luft bewegt sich und schießt an den zwölf Stationen jeweils drei Pfeile“, zählt Harald Steiner auf. Bei einer Zugkraft um die 50 Pfund sei das schon ein gutes körperliches Training.

Nur nicht den Frischling treffen

Beim Katharinenturnier sind die Teilnehmer sogar noch länger unterwegs. „Hier haben wir wie gesagt heute 30 Zielscheiben“, sagt Harald Steiner und freut sich, dass das Katharinenturnier keine offizielle Meisterschaft ist. Denn so können die Gastgeber an den Stationen auch ihre Kreativität ausleben. So gibt es auch Minusziele. „Wer einen Frischling statt das große Wildschwein trifft, bekommt Punkte abgezogen“, erläutert Harald Steiner. Das wäre sicher auch ganz in Robins Sinne.

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Grundkurse und Gruppenevents

Der BSC Dorsten bietet auch Grundkurse im Bogenschießen an. Für dieses Jahr sind die allerdings schon ausgebucht.

Der Vorstand lädt aber Firmen, Vereine und andere Gruppen auch zu Bogenschieß-Events ein. Interessenten können sich bei Harald Steiner unter 1.vorsitzender@bsc-dorsten melden

Weitere Informationen zu dem 1970 gegründeten Verein und seinen Angeboten am Hammerweg 111 finden Sie im Internet auf der BSC-Homepage unter

www.bsc-dorsten.de

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