In zwei Monaten hat der SV RW Deuten seinen Ascheplatz zu einem Kunstrasen umgebaut. Bei der Finanzierung wurde der Verein kreativ. Die Sportanlage am Bahndamm hat sich grundlegend gewandelt.

Deuten

, 17.10.2018, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

So schnell war noch keiner“, gesteht Michael Maiß, der Sportwart der Stadt Dorsten. Zwei Monate, länger benötigte der Fußballverein RW Deuten nicht, um seinen alten Ascheplatz durch einen Kunstrasen auszutauschen. Den Deutenern spielte dabei auch das Wetter in die Karten. Doch nicht nur der Bau an sich erfolgte schnell.

Die ersten Planungen liegen ungefähr acht Monate zurück. Anfang März verkündete der Vorsitzende Norbert Höing auf der Jahreshauptversammlung die Idee, einen Kunstrasenplatz zu bauen. Da waren die meisten Mitglieder noch skeptisch. Dass es noch in diesem Jahr klappen könnte, glaubte fast niemand.

Im Platz ist das eigene Logo eingebaut.

Im Platz ist das eigene Logo eingebaut. © Niklas Berkel

Der erste Spatenstich ist datiert vom 13. August, seit Mittwoch, den 17. Oktober, ist der Platz bespielbar. „Dass alles so super gelaufen ist, damit konnte keiner rechnen“, freut sich der Vorsitzende Höing. „Wir sind sogar zwei Wochen eher fertig geworden, als geplant.“

Danken wollte der Deutener Vorstand auch der Stadt Dorsten. „Wir dürfen die Unterstützung der Stadt Dorsten nicht vergessen“, sagt Höing. Michael Maiß nahm das Lob dankend auf − und gab es zurück: „Beide Parteien haben immer versucht, miteinander Lösungen zu finden.“

Kreativ bei der Finanzierung

Im Bereich der Finanzierung wurde RW Deuten kreativ: Um die Kosten von 390.000 Euro für den Bau des Kunstrasenplatzes zu finanzieren, übernimmt der Verein die Pflege für den angrenzenden Rasenplatz von der Stadt. Das Geld, das die Stadt jährlich dafür investiert, bekommt RW Deuten ausgezahlt. Doch das deckt nicht alle Kosten: Ferner veranstalteten die Rot-Weißen einen Sponsorenlauf, verkaufen Parzellen des neuen Platzes und im Clubheim gibt es mit alter Asche gefüllte Gläschen zu erwerben.

„Bei der Finanzierung mussten wir kreativ werden und müssen es weiterhin sein“, erklärt Höing. Denn auf den Verein kommen nicht nur die Kosten des neuen Platzes zu: Auch die Rasenplatzpflege muss bezahlt werden. „Da brauchen wir ja auch Geräte, die gekauft werden müssen“, sagt der Vorsitzende.

Grundlegend gewandelt

Innerhalb der vergangenen 13 Jahre hat sich die Sportanlage am Bahndamm grundlegend gewandelt. Als Alt und Jung vor dem Platz standen, erinnerten sie sich an einen knüppeligen Ascheplatz, ein marodes Clubheim und an die alten Trainerhäuschen aus Beton. Daran, wie es war, als der Rasenplatz noch nicht lag.

Mit dem Bau des Rasenplatzes 2005 fing eine Erfolgsgeschichte für RW Deuten an. Das alte Clubheim wurde abgerissen, an seiner Stelle steht ein hochmodernes Kabinengebäude. Die frühere Fahrstuhlmannschaft zwischen B-Kreis- und A-Kreisliga gehört mittlerweile zu den Spitzenteams in der Bezirksliga. Sogar ein kleines Intermezzo in der Landesliga gelang dem Dorf. Und anstatt auf Asche zu knüppeln, kann Deuten nun auch im Winter den Ball auf einem gepflegten Grün laufen lassen.

Zusammen mit der Stadt Dorsten (Michael Maiß, 2.v.l.; Martin Hollstegge, 2.v.r.), der Firma Polytan (Henning Reckert, 4.v.r.) und der Firma Vornbrock (Markus Vornbrock, 5.v.r.) nahm der Deutener Vorstand um den Vorsitzenden Norbert Höing (3.v.r.) den neuen Kunstrasenplatz ab. Mit dabei waren die Platzwarte Hendrik und Jürgen Brüggemann (h.l.; 3.v.l.) sowie Heiner Höing (2.v.r.) und Norbert Späker (r.).

Zusammen mit der Stadt Dorsten (Michael Maiß, 2.v.l.; Martin Hollstegge, 2.v.r.), der Firma Polytan (Henning Reckert, 4.v.r.) und der Firma Vornbrock (Markus Vornbrock, 5.v.r.) nahm der Deutener Vorstand um den Vorsitzenden Norbert Höing (3.v.r.) den neuen Kunstrasenplatz ab. Mit dabei waren die Platzwarte Hendrik und Jürgen Brüggemann (h.l.; 3.v.l.) sowie Heiner Höing (2.v.r.) und Norbert Späker (r.). © Niklas Berkel

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