Schermbecks Trainer Thomas Falkowski legt keinen Wert auf das Alter seiner Spieler

mlzFußball

Für einen aktiven Fußballer ist Marek Klimczok schon recht alt. Für seinen Trainer bleibt er aber unverzichtbar. Von ihm können sich die Jungen eine Scheibe abschneiden.

von Niklas Berkel

Schermbeck

, 20.02.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt keine jungen und alten Spieler. Nur gute und schlechte Spieler.“ Dieser Satz stammt von einem der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainer aller Zeiten: Otto Rehagel. Am vergangenen Wochenende zeigte ein Alt-Star, dass dieser Satz noch immer Bestand hat. Der 40-jährige Claudio Pizarro traf in der Bundesliga nach 96 Minuten zum 1:1-Ausgleich gegen Hertha BSC Berlin.

Doch was machen Dorstens Oldies? Thomas Falkowski, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Schermbeck, nimmt den Satz Rehagels auf, wenn er über einen seiner Spieler spricht. Marek Klimczok wird in diesem Jahr 40 Jahre alt − und ist noch immer gesetzt in der Oberliga-Elf des SVS. „Marek Klimczok lebt den Fußball. Er gehört garantiert zu den guten Fußballern.“ Und auch wenn er wie am vergangenen Sonntag gegen den Holzwickeder SC mal zuerst auf der Bank Platz nehmen muss, ist er ein wichtiger Bestandteil des Schermbecker Kaders.

Weiterhin unverzichtbar

Marek hat einen enorm hohen Stellenwert für uns. Er ist total wichtig“, lobt Falkowski seinen Strategen. Das ganz hohe Tempo kann der gebürtige Pole nicht mehr gehen, dafür mache er es durch andere Tugenden wett. „Marek weiß schon, bevor er den Ball bekommt, wohin er ihn spielen will“, erklärt Falkowski. „Fußballerisch und zweikampfmäßig ist er weiterhin unverzichtbar für uns.

"Von Marek können sich viele junge Spieler eine Scheibe abschneiden." Thomas Falkowski, Trainer SV Schermbeck

Und auch sein Ehrgeiz imponiert dem Schermbecker Trainer. „Davon können sich viele jungen Spieler eine Scheibe abschneiden.“ Trotz seines für einen Fußballer hohen Alters will Klimczok immer mehr, gibt sich nie zufrieden. „Ich will weiterhin so viele Spiele wie möglich von Anfang an machen“, sagt Klimczok selber.

„Von Marek lernen wir so viel“, sagt einer der jüngsten Spieler im Schermbecker Kader, Dennis Grodzik. „Er gibt uns so viele Tipps. Ob es um technische Fertigkeiten geht, wie wir die Ruhe behalten können in engen Situationen, oder auch einstellungstechnisch: Er ist ein absolutes Vorbild.“ Klimczok sei immer beim Training, gebe immer alles.

„Das“, behauptet Klimczok, „kann man von einigen der jüngeren Spielern nicht immer behaupten.“ Bei Läufen bemerkte er schon einmal, dass der ein oder andere sich schont. „Früher gab es noch eine etwas andere Einstellung. Da haben wir uns auch mal richtig gequält. Das fehlt mir bei der jüngeren Generation.“

Läuferisch stark trotz des Alters

So ein bisschen steht der Vergleich mit Claudio Pizzaro im Raum: Wie Klimczok fehlt auch Pizarro mit seinen 40 Jahren ab und zu das Tempo. Doch mit seiner Technik und seiner Spielintelligenz ist Pizarro trotz geringerer Einsatzzeit immer noch für ein paar Tore gut.

Was Klimczok und Pizzaro aber unterscheidet, ist die läuferische Qualität. Trotz geringeren Tempos macht Klimczok gerade in der Defensive immer noch wichtige Wege und tut dem Schermbecker Gegenpressing enorm gut. „Da hinkt der Vergleich ein bisschen“, gibt Falkowski zu. „Beide sind unterschiedliche Spielertypen.“ Pizzaro nimmt sich gerade defensiv auch gerne mal Auszeiten.

Claudio Pizarro (M.) ist genau wie Marek Klimczok trotz seiner 40 Jahre noch immer ein wichtiger Spieler für seine Mannschaft.

Claudio Pizarro (M.) ist genau wie Marek Klimczok trotz seiner 40 Jahre noch immer ein wichtiger Spieler für seine Mannschaft. © picture alliance/dpa

Klimczok hatte mit Laufen dagegen nie ein Problem. „Vor der Vorbereitung gehe ich immer fünf, sechs mal für mich laufen, damit ich fit bin“, erklärt der 39-jährige. „Solange ich noch helfen kann und die Jungen mich im Training nicht verarschen, bleibe ich dabei“, scherzt er. Gespräche über die kommende Saison laufen bereits. „Wie es scheint, setzt Schermbeck immer noch auf mich.“ Und solange er das Gefühl hat, will Klimczok weitermachen. Da spielt das Alter keine Rolle.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt