So gehen der SV Schermbeck, der VfL RW Dorsten und der HSC Rhade in die neue Saison

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Die Sommerpause der heimischen Handballer liegt in den letzten Zügen. Zeit also, einen genaueren Blick auf den Stand der Dinge Beim SV Schermbeck, VfL RW Dorsten und HSC Rhade zu werfen.

von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner

Schermbeck, Dorsten, Rhade

, 10.09.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 4 min

SV Schermbeck Herren

Die Herren des SV Schermbeck gehen mit einem etwas größeren Kader in die neue Landesliga-Saison. Die Vorbereitung für die am 14. September beginnende Spielzeit hätte aber besser sein können.

Trainer Stephan Schmücker spricht von einer sehr durchwachsenen Trainingsphase: „Es waren immer wieder Spieler im Urlaub, sodass ich nicht richtig die Spielzüge trainieren konnte“, sagt der Coach. Er weiß natürlich, dass es den meisten seiner Kollegen genauso geht, aber schön ist die Situation für ihn trotzdem nicht.

Allerdings freut Schmücker sich, dass er mehr Alternativen auf der Bank hat. In der letzten Spielzeit gab es doch Phasen, wo dort aufgrund von Verletzungen sehr viel Platz war. Zwei Spieler, die den SVS in der Jugend verlassen hatten, kehren nun wieder zurück. Der junge Mert Cetin stand zuletzt in Hiesfeld im Tor. Er hatte schon vor einigen Jahre als B-Jugendlicher das Tor der Reserve in der Bezirksliga gehütet. Der 19-jährige Kreisläufer Colin Noack kehrt aus Borken zurück.

Zudem haben zwei eigene A-Junioren das Doppelspielrecht bekommen. Henry Nagel hat schon in den Vorbereitungsspielen einige gute Ansätze gezeigt und kann das Spiel aus dem Rückraum dirigieren. Auch Lukas Dahlhaus ist im Rückraum zuhause.

Stephan Schmücker bekommt es mit einigen neuen Mannschaften zu tun. So sind der TV Biefang und der SV Straelen neu in der Liga. Der TV Vorst II kommt aus einer anderen Landesliga-Gruppe. Die Erstmannschaft ist aus der Verbandsliga abgestiegen und zwei Teams eines Vereins dürfen nicht in einer Gruppe spielen. Schmücker stöhnt: „Das sind fast 90 Kilometer und eine Stunde Fahrt.“

Die bisherigen Testspiele waren nicht alle gleich gut. Das Remis gegen Rhede und ein Unentschieden gegen Riemke II stehen auf der positiven Seite. Stephan Schmücker sagt: „Die schlechten Spiele hatten auch was mit dem schlechten Training zu tun. In bin mir eigentlich sicher, dass wir einen Platz im oberen Mittelfeld erreichen werden.“

Am vergangenen Sonntag holten die Schermbecker allerdings gleich wieder die altbekannten Personalprobleme ein. Im Pokalspiel beim Bezirksligisten Blau-Weiß Dingden setzte es aber nicht nur wegen des dezimierten Kaders eine überraschende 28:30-Pleite. Die Schermbecker hatten den Gegner auch ein wenig unterschätzt. In der Landesliga dürfen sie sich das auf keinen Fall erlauben, denn dort wird das erst recht bestraft.

SV Schermbeck Frauen

Andreas Maile will mit seiner Mannschaft wieder vorne mitspielen. Seine SVS-Handballerinnen sieht er in der am Samstag beginnenden Spielzeit genau so stark wie in der vergangenen.

„Wir waren Dritter, und das können wir sicher wieder erreichen, wenn alle Leistungsträgerinnen gesund bleiben,“ gibt sich Maile zuversichtlich. Sein Kader ist sogar noch größer geworden. Katja Langehegermann ist wieder zurückgekehrt und hat schon in den Testspielen gezeigt, dass sie eine Verstärkung für den Rückraum darstellt.

So gehen der SV Schermbeck, der VfL RW Dorsten und der HSC Rhade in die neue Saison

Die Damen des SV Schermbeck wollen in der neuen Bezirksliga-Saison wieder oben mitspielen. © Ralf Pieper

Zudem haben weitere A-Juniorinnen das Spielrecht für die Senioren bekommen. Maile freut sich: „Die können alle sehr gut Handball spielen und haben mir wegen ihrer Schnelligkeit bislang sehr gut gefallen.“ Mit Franziska Grömping ist eine wichtige Spielerin wieder im Training, die wegen einer schweren Verletzung den größten Teil der Rückrunde verpasst hat. Allerdings hat sich Lisa Knopp den Finger gebrochen und wird in den kommenden Spielen noch nicht wieder dabei sein.

Die Vorbereitung lief für die SVS-Frauen bislang recht gut. Zwei Niederlagen gegen den TV Oberhausen und Jahn Hiesfeld stehen Siege gegen Adler Bottrop und TV Gladbeck gegenüber. Zudem haben die Maile-Handballerinnen bei einem Turnier in Bottrop den zweiten Platz geholt. „Lediglich gegen Hiesfeld haben wir weit unter den Möglichkeiten gespielt. Mit den anderen Begegnungen war ich sehr zufrieden,“ hat der Trainer kaum Grund, sich Sorgen zu machen.

Sorgen bereitet ihm allerdings die Aufstellung am Samstag gegen die HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg, denn für diese Begegnung hat er einige Absagen bekommen und eine Spielverlegung war nicht mehr möglich. Dabei gehört der Absteiger zu den Favoriten der Liga. Zudem rechnet Maile mit den Zweitmannschaften von Rhede und Bocholt, das auf den Aufstieg verzichtet und Xanten den den Vortritt gelassen hat.

VfL Rot-Weiß Dorsten

Trainerin Vera Tewes wird in der neuen Saison noch ein bisschen mehr experimentieren müssen. Die Bezirksliga- Damen des VfL Rot-Weiß Dorsten haben einige Spielerinnen verloren, und der Kader ist noch etwas dünner geworden.

Einige erfahrene Spielerinnen haben den Verein verlassen oder aus beruflichen Gründen mit dem Handball aufgehört.

So gehen der SV Schermbeck, der VfL RW Dorsten und der HSC Rhade in die neue Saison

Claudia Rademacher (M.) und den Damen des VfL Rot-Weiß Dorsten steht keine einfache Saison bevor. © Joachim Lücke

Katharina Foelske muss sich in Zukunft um den eigenen Betrieb kümmern, und hat sich erst einmal verabschiedet. Auch Malvina Schierenberg wird künftig in Karlsruhe arbeiten und steht dem VfL nicht mehr zur Verfügung. Zudem hat die kampfstarke Daniela Kirsten-Zickelbein den Verein verlassen. Tewes wird auch wahrscheinlich im Laufe der Saison noch einige schon angekündigte Abgänge aus beruflichen Gründen verkraften müssen.

Dafür kann die Trainerin zwei junge Spielerinnen einsetzen. Katharina Trienen, die bislang in der Schermbecker Jugend aktiv war, stößt zum Kader. Alina Habel kehrt wieder aus den USA zurück und gehört nun zum Kader des VfL. Tewes muss nun einiges ausprobieren: „Durch unseren kleinen Kader müssen im Laufe der Saison die Spielerinnen auf Positionen antreten, die sie sonst nicht bekleiden.“

Die Vorbereitung lief auch nicht ganz optimal, denn die Petrinumhalle war in den Ferien vier Wochen lang geschlossen. So musste Tewes mehr Laufeinheiten anberaumen und konnte sich erst spät um das Spiel mit dem Ball kümmern.

Trotz dieser widrigen Umstände sind die drei bisherigen Testspiele gut verlaufen. Es gab zwei Siege gegen die PSV Recklinghausen III (26:18, 26:19) und einen in Hamminkeln (22:15).

Das gibt der Trainerin Hoffnung, dass ihre Mannschaft wieder in der oberen Tabellenhälfte landen wird. Es stehen aber einige weite Fahrten an. So ist die TG Voerde neu in der Dorstener Gruppe. Tewes klagt: „Das sind 90 Kilometer, das ist schon fast ein Tagesausflug.“

HSC Rhade

Sein 20-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der HSC Rhade, und passend dazu meldet Spielertrainer Michael Kortenhorn: „Alles beim Alten.“ Zumindest fast.

Den Kader der vergangenen Jahre haben die Rhader zusammen gehalten, so dass die erfahrenen Routiniers erneut auf die Hilfe jüngerer Kräfte bauen dürfen. Zusätzlich winkt vielleicht sogar der ein oder andere Neuzugang von anderen Vereinen. „Das ist allerdings noch nicht spruchreif“, erklärt Kortenhorn. Beim Training seien die „Neuen“ schon gewesen. „Jetzt“, so der HSC-Trainer, „müssen wir das noch festmachen.“

Die Zielsetzung der Mannschaft bleibt aber davon unberührt: „Spaß haben und die Favoriten ärgern“, fasst es Michael Kortenhorn zusammen und denkt gerne an die vergangene Spielzeit zurück, als die Rhader gerade gegen die Topteams der Liga immer zu Höchstform aufliefen.

Ambitionen nach oben hat der HSC aber keine. „Vielleicht in der nächsten Saison“, sagt Kortenhorn, wenn auch unter Vorbehalt: „Denn dann werden die Bezirke neu eingeteilt. Da muss man erst mal abwarten.“

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