Sport trotz Corona - der TuS Gahlen hält sich online fit

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Um die Fußballer des TuS Gahlen fit zu halten, wurde Co-Trainer Dominik Seemann kreativ. Mittlerweile nimmt fast der ganze Verein am Training teil.

Gahlen

, 10.04.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die Profi-Fußballer können, können wir schon lange!“ In diese Richtung zumindest ging die Überlegung von Dominik Seemann, Co-Trainer des Fußball-A-Kreisligisten TuS Gahlen. Fußballtraining auf dem Platz ist zurzeit schwierig, weil nicht möglich. Ein gemeinsames Fitnesstraining vor der Kamera ist da schon einfacher zu bewerkstelligen. So kam es, dass der TuS Gahlen mit bis zu 60 Personen – Tendenz steigend – zusammen Sport treibt.

„Irgendwas mussten wir ja machen, um fit zu bleiben“, sagt Seemann. Da kam ihm die Idee, ein Fitnesstraining vor der Kamera zum Nachmachen anzubieten. „Wir haben es ja bei den Profis gesehen, die es ähnlich gemacht haben“, so Seemann.

Nun gut, der TuS Gahlen hat den Vorteil, mit Andreas Schilasky einen Fitnesstrainer im Verein zu haben, der das Training vormachen kann. Zweimal die Woche bietet er normalerweise ein Krafttraining für eine bunt-gemischte Gruppe beim TuS an. Aber auch die Fußballteams der Gahlener haben die Dienste Schilaskys bereits in Anspruch genommen. Und so dachte Gahlens Co-Trainer direkt an ihn als Leiter des Trainings.

Erster Anlauf kam gut an

Ein erster Anlauf mit der ersten Mannschaft des TuS kam gut an. „Technisch funktionierte das Ganze auch einwandfrei“, so Seemann. Schilasky macht die Übungen vor, die Spieler machen sie nach. Verbunden sind die Teilnehmer über die Video-Plattform Zoom. Um sich einzuwählen, brauchen die Teilnehmer eine ID-Nummer und das dazugehörige Passwort. Das erhalten sie über Seemann.

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Zuerst wollten wir die Übungen per Video aufzeichnen, damit die Spieler sie dann nachmachen können“, sagt Schilasky. Das sei aber zu kompliziert gewesen. Die Idee mit der Video-Plattform Zoom hatte dann Seemann.

Nachdem der „Testlauf“ mit der ersten Mannschaft reibungslos verlief, lud der Co-Trainer auch die übrigen Mannschaften ein. Am vergangenen Dienstag war es dann das erste Mal soweit: Erste Mannschaft, Reserve, Damen-Team, B-Jugend und die bunt-gemischte Gruppe standen zusammen vor der Kamera und machten Schilaskys Übungen nach. „Insgesamt waren wir wohl um die 60 Personen“, sagt Seemann. In der WhatsApp-Gruppe, die er erstellt hat, sind bereits gar 80 Personen – und es werden mehr.

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Mitmachen können alle Mitglieder im Verein. „Das ist wohl einzigartig“, sagt Schilasky. „Dass 60, 70, 80 Personen aus einem Verein zusammen Sport machen, und dann noch kostenlos, gibt es in der Größenordnung wohl nicht.“ Auch die Tennisabteilung der Gahlener, die Rehasport-Gruppen und alle anderen sind eingeladen, sich in den virtuellen Raum einzuwählen.

Das Training an sich ist einfach aufgebaut. Alle Übungen laufen über den eigenen Körper. Von Liegestützen geht es zu Sit-Ups, von Kniebeigen zu Burpees. Um am Training teilzunehmen, sind keine Fitnessgeräte zuhause erforderlich. „Lediglich zwei Wasserflaschen in der Größe von eineinhalb Liter“, sagt Schilasky. Die nutzt der Fitnesstrainer, um Übungen für die Schultern zu machen. Außerdem brauchen die Teilnehmer zwei Stühle.

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Die Mitglieder des TuS Gahlen waren begeistert. Das Training, das jeden Dienstag zwischen 19 und 20 Uhr ist, dauert gut eine Stunde, „in der wir uns richtig auspowern“, so Schilasky. Alle Teilnehmer sollen an ihr Limit gebracht werden. Jeder darf selbst entscheiden, wie lange und wie viel er kann. „Wenn ich sag‘, mir machen jetzt 50 Liegestütze, aber jemand schafft nur zehn, ist das nicht schlimm“, sagt der Fitnesstrainer.

Auch das Zusammensein ist ein wichtiger Faktor

Und begeistert sind die Teilnehmer nicht nur vom Training. Auch das Zusammensein kam gut an. Der soziale Kontakt zu den Freunden im Verein fehlt den Mitgliedern. „Viele blieben nach dem Training noch auf ein Bierchen in der Leitung“, sagt Seemann. „Das ist zwar nicht das gleiche, aber es bringt Abwechslung rein.“ Und Schilasky ergänzt: „Das ist richtig klasse und es ist schön, dieses Gemeinschaftsgefühl mal wieder zu erleben.“

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