SuS Hervest bittet den BVH zum Derby der Unzufriedenen

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Der BVH Dorsten ist nicht zufrieden. Erst in den vergangenen Wochen ging es aufwärts. Dramatischer steht es jedoch um den kommenden Gegner. Der SuS Hervest steht mitten im Abstiegskampf.

Dorsten

, 08.12.2018, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was gibt es Schöneres? Ein letztes Mal im alten Jahr auf den Fußballplatz, ehe die Weihnachtszeit bevorsteht, ehe die Korken zu Silvester knallen. Und wenn dann auch noch ein geschichtsträchtiges Derby in Dorsten stattfindet, kann nicht mal Wind und Wetter den Fußballfan aufhalten. Selbst bei angesagtem Regen erwartet der SuS Hervest-Dorsten zahlreiche Zuschauer, wenn am Sonntag der BVH in der Fußball-A-Kreisliga gastiert.

Das Duell steht unter besonderen Vorzeichen. Wie eigentlich immer. Vor allem deshalb, weil der BVH bis April dieses Jahres beim SuS auf dem Ascheplatz trainierte und spielte, als der eigene Hybridrasenplatz noch gebaut wurde. „Wir sind in Hervest noch ungeschlagen“, sagt BVH-Trainer Arek Knura. „Und das soll so bleiben.“ Einfach werden es die Gastgeber den eigentlichen Gästen aber nicht machen.

Das große Aber

Die Holsterhausener gehen als Favorit in das Spiel. Nach 16 Spieltagen steht der BVH sieben Punkte besser da als der SuS. Der befindet sich mit gerade einmal 13 Punkten mitten im Abstiegskampf. Vergangene Woche mussten die Hervester im direkten Duell gegen einen Abstiegskonkurrenten trotz doppelter Überzahl in letzter Sekunde den Ausgleich hinnehmen. „Uns ist bewusst, dass wir die besseren Fußballer haben“, sagt Knura. Dann folgt das große Aber: „Das wird uns gegen Hervest am Ellerbruch jedoch nichts bringen.“

Der alte Aschenplatz in Hervest lädt eh nicht zu sauberen Ballstaffetten und trickreichen Finten ein. Wenn es dann, wie angesagt, auch noch den ganzen Tag regnen soll, entscheiden Wille und Kampfbereitschaft den Ausgang der Partie – und das Glück. Das weiß Knura. „Nur wenn wir das Derby als solches und den Kampf annehmen, haben wir eine Chance.“ Sein Gegenüber Christian Martschat ergänzt: „Derbys werden nicht durch Schönspielerei gewonnen.“

In den vergangenen Wochen bemängelte Hervests Trainer Martschat ein Einstellungsproblem in seiner Elf. Im Derby müsse seine Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. „Einige haben noch nicht begriffen, was es bedeuten würde, im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums abzusteigen“, sagt Martschat. „Wir erfüllen derzeit nicht unsere eigenen Ansprüche.“

Drei Punkte Vorsprung hat der SuS derzeit auf den ersten Abstiegsplatz. Das eigentliche Ziel wäre Platz zehn oder neun. Da, wo der BVH jetzt mit 20 Punkten steht. „Wir müssen zusehen, dass wir gewinnen, wenn wir noch dahin können, wo wir hin wollen“, legt Martschat den Finger in die offene Wunde. „Wir reden nichts mehr schön bei uns.“ Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der SuS mehr als unzufrieden.

“Gegenseitig unterstützen“

Das ist etwas, was die beiden Nachbarsstadteile eint: die Unzufriedenheit mit der bisherigen Saison. Das sind sie nämlich auch beim BVH. „Wir stehen auf Platz neun“, sagt Knura. „Zu dem, wo wir eigentlich stehen wollen, auf Platz fünf, fehlen uns elf Punkte.“ Besser wurden die Leistungen in Holsterhausen erst, als der BVH bewusst vor einigen Wochen einen Schnitt machte und sich von mehreren Spielern trennte. „Seitdem ist die Stimmung wieder gut und alle unterstützen sich gegenseitig“, freut sich der Trainer. „Wir wollen diesen Trend im Derby und nach der Winterpause bestätigen.“

So wäre es auch Martschat lieber – wenn sich alle gegenseitig unterstützen würden im Abstiegskampf. „Leider sind viele anderen Einflüsse oftmals entscheidender, als sich abends noch auf den Platz zu quälen“, gesteht er ein. „Wir müssen so langsam aber sicher die Füße hochkriegen und uns wehren, sonst haben wir keine Chance im Derby.“ Dann wird das Weihnachtsfest in Hervest so unschön, wie das erwartete Wetter am Derbytag.

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