Trainerwechsel nach neun Jahren - Thomas Kreuz geht

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Neun Jahre lang musste der SV Altendorf-Ulfkotte sich um die Besetzung seines Trainerpostens keine Gedanken machen. Doch im Sommer betreten Thomas Kreuz und der SVA nun doch Neuland.

Altendorf-Ulfkotte

, 03.12.2019, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verschleißerscheinungen? Die soll es zwischen Trainern und Mannschaften schon nach drei, vier Jahren geben. Zuletzt hatte Deutens Trainer Frank Frye damit seinen Wechsel im Sommer nach Rhede begründet. Hätte Thomas Kreuz da beim SV Altendorf-Ulfkotte nicht längst diesem Beispiel folgen müssen?

Nein. Sagen sowohl der Trainer als auch der Vorstand. „Es ging mit Thomas ja in all den Jahren immer nur bergauf“, sagt der Vorsitzende Michael Winkel. Höhepunkte waren der erstmalige Aufstieg in die A-Kreisliga im Sommer 2018 und der Gewinn der Dorstener Hallenstadtmeisterschaft im Januar 2019. Im Aufstiegsjahr schafften die Altendorfer zudem den Klassenerhalt relativ problemlos. Eine sportlich so angespannte Lage wie in der laufenden Spielzeit? „Ist total ungewohnt für uns“, sagt Michael Winkel.

Aber für den Vorstand nicht automatisch ein Grund, einen Wechsel herbei zu führen. „Der Vorschlag, einmal über neue Impulse nachzudenken, ging schon von mir aus“, erklärte Thomas Kreuz im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Vorstand und ich hatten ja eine Art Abo verabredet. Wenn einer der Meinung sei, es gebe Probleme, sollte er sich melden.“ Und das hat Kreuz nun getan.

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Nicht, weil es zwischen ihm und der Mannschaft kriseln würde. „Als die Spieler erfahren haben, dass ich im Sommer aufhöre, haben viele ,Schade!‘ gesagt“, berichtet Kreuz. Sein Verhältnis zur Mannschaft spiegelt sich wohl am besten in der Feier des Hallenstadtmeistertitels Anfang des Jahres wider. Kreuz kam damals erst am Abend des Finaltages aus dem Urlaub zurück. Doch die Party mit der Mannschaft, die fand bei ihm zuhause statt.

Keine „lahme Ente“

In seinen letzten Monaten sieht sich Thomas Kreuz deshalb am Gildenweg auch keineswegs als die berühmte „lahme Ente“, auf die die Spieler nicht mehr hören. Dazu sei das Verhältnis zur Mannschaft einfach zu gut. Aber warum geht Kreuz dann überhaupt?

„Ich glaube, dass die Mannschaft nach zehn Jahren – eins hatte ich ja schon als Cotrainer gemacht – neue Impulse gebrauchen kann“, sagt Kreuz. Damit meint er aber nicht unbedingt Fachliches: „Du musst heutzutage ja gar nicht mehr unbedingt ein guter Trainer sein. Du musst ein gut vernetzter Trainer sein.“ Sprich: Der neue Mann sollte nach Möglichkeit auch den ein oder anderen neuen Spieler mitbringen. Denn die dörfliche Struktur von Dorstens südlichstem Stadtteil ist für den Zusammenhalt des Teams zwar ein großer Vorteil. Aber sie schränkt halt auch die Zahl derer stark ein, die aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft aufrücken könnten.

“Keiner hat den verein gewechselt“

Positiv gesagt: „Wir hatten in den vergangenen Jahren ja keinen Spieler, der von uns weggegangen wäre. Sie haben höchstens aus Altersgründen ihre Laufbahn beendet“, berichtet Michael Winkel. Doch dieses Altwerden beim SV Altendorf wird eben langsam auch zum Problem.

„Wenn wir den Aufstieg vier Jahre früher geschafft hätten, hätte man an den Kader sicher schrittweise anbauen können“, meint Thomas Kreuz. Jetzt aber sind Ausfälle wie der von Florian Berning oder Nico Kulms nur sehr schwer aufzufangen und haben ihr Teil zu bislang so schwierigen Saison beigetragen.

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Der Trainerwechsel im Sommer soll deshalb auch der Mannschaft eine Art Frischzellenkur verpassen. „Wir sind gespannt“, sagt Michael Winkel. Auch weil Trainersuche in Altendorf eben seit neun Jahren kein Thema mehr war.

Und was macht Thomas Kreuz? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, erklärt er: „Man soll aber niemals nie sagen. Ich bin für alles offen.

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Interessenten für den Trainerjob beim SV Altendorf können sich bei Michael Winkel unter Tel. 0173 - 281 73 20 melden.

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