SV Schermbeck erlebt Tiefpunkt, RW Deuten Historisches

Fußball

Während der SV Schermbeck in der Fußball-Westfalenliga beim 0:3 gegen Delbrück seinen bisherigen Saison-Tiefpunkt erlebte, freute sich der SV Rot-Weiß Deuten über den ersten Landesliga-Sieg seiner Vereinsgeschichte. Das 4:2 über Nottuln bedeutete zudem den ersten Punktgewinn der Saison.

SCHERMBECK / DORSTEN

von Von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner und Niklas Be

, 18.09.2016, 20:31 Uhr / Lesedauer: 4 min

Westfalenliga 1 SVS - Delbrücker SC 0:3 (0:1)

Was sich auf dem Rasen der Volksbank-Arena abspielte, verschlug auch den treuesten Schermbecker Fans die Sprache. Der SVS spielte wie ein Absteiger, schlimmer noch: Er hat noch nicht einmal gekämpft und gegen eine sicher nicht übermächtige Mannschaft 90 Minuten lang mutlos vor sich hingekickt.

Das lag sicher nicht daran, dass Jannis Scheuch sich nach dem Aufwärmen verletzt meldete. Selbst so verlässliche Größen wie Marek Klimczok oder Tuncay Turgut trabten unmotiviert über den Rasen und waren nicht in der Lage, dem Spiel Impulse zu geben. Schon früh hatten die robusten Ostwestfalen klar gemacht, dass sie nur über den Kampf zu schlagen seien. Mit spielerischen Mitteln kam der SVS ohnehin nicht voran und war in den Zweikämpfen meist unterlegen. Der erste Schermbecker Torschuss resultierte aus einem Freistoß in der 18. Minute.

Wildes Durcheinander

Doch nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung standen die Platzherren neben sich. Die erste Delbrücker Chance ergab sich, weil man Sefkan Kaynak von der Mittellinie bis fast vor das Tor laufen ließ. In der 24. Minute herrschte nach einer Ecke ein wildes Durcheinander im Schermbecker Strafraum und Malte Bandowski traf zur Gästeführung.

In den Wochen zuvor hat sich die Schlebach-Elf nach einer schlechten Halbzei noch gesteigert, doch am Sonntag wurde es alles noch schlimmer. Nur ein Kopfball Semih Esens (58.) konnte als Chance bezeichnet werden. In der 68. Minute sah Kevin Ewald die gelb-rote Karte. Dennoch gab es sogar noch eine Chance durch Raphael Niehoff, der einen Kopfball nicht richtig platzierte. Die letzten zehn Minuten wurden ganz bitter. So stolperte sich Max Meyer in der 83. Minute an drei SVS-Verteidigern vorbei, und brachte den Ball sogar noch halb im Fallen zum 0:2 im Tor unter.

Kurz darauf schoss Raphael Niehoff nach einem Foul dem am Boden liegenden Kaynak den Ball ins Gesicht, sah Rot und wird nun mehrere Wochen pausieren. Mit nunmehr nur noch neun Spielern kassierten die Schermbecker in der Schlussminute noch den dritten Gegentreffer durch Tobias Henksmeier.

SVS: Rudolph, Helling (66. Bönighausen), Ewald, Klimczok, Schröter, Turgut (75. Niehoff), Esen, Niedzicki, Kissi, Niewerth, Kündig (46. Akyildiz).

Tore: 0:1Bandowski (25.), 0:2 Meyer (83.), 0:3 Henksmeier (90.).

Bes. Vork.: Gelb-Rot gegen Ewald (SVS, 68.); Rote Karte gegen Niehoff (SVS) wegen grober Unsportlichkeit (85.).

Landesliga 4 SV Hardt - DJK E. Coesfeld 2:0 (0:0)

Eine Halbzeit lang neutralisierten sich beide Mannschaften nahezu. Die einzige echte Torchance hatten die Gastgeber, doch Jürgen Adolf scheiterte an Coesfelds Keeper Johannes Kasnatschew (25.). Das 0:0 zur Pause ging deshalb in Ordnung.

Nach dem Seitenwechsel verschoben sich die Spielanteile dann aber spürbar zu Gunsten des SV Hardt. Coesfeld versteckte sich zwar keineswegs, kam aber einfach nicht mehr zum Abschluss. Im gesamten zweiten Durchgang hatte Stefan Schröder im Hardter Tor praktisch keinen Ballkontakt.

Sein Gegenüber Kasnatschew konnte sich dagegen über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Zunächst hatte Patrick Siegle mit einem Lattentreffer Pech (47.), dann setzten Kevin Irak (51.) und Pascal Pfeifer (55.) Kopfbälle jeweils knapp übers Coesfelder Tor. Die Hardter Führung lag in der Luft, doch dann verpuffte die Offensivkraft der Hausherren wieder. Eine halbe Stunde lang taten auch sie sich nun schwer, Gefährliches zu produzieren. Zwar lief der Ball sicher in den Hardter Reihen und Flankenwechsel eröffneten vielversprechende Angriffe. Die Hardter Flanken fanden in dieser Phase aber einfach keinen Abnehmer.

Als sich alle allmählich an den Gedanken gewöhnten, dass wohl kein Tor mehr fallen werde, versuchten es die Hardter ausnahmsweise einmal durch die Mitte − und hatten Erfolg. Daniel Hennebach steckte den Ball zu Jürgen Adolf durch, der ihn an der Strafraumgrenze aufnahm, noch drei, vier Meter dribbelte und dann aus halbrechter Position ins lange Eck traf (84.).

Trotz der vorangegangenen schöpferischen Pause war dieser Führungstreffer hochverdient – und weil es so schön war, nutzten die Hardter ihr Erfolgsrezept gleich noch einmal. Kevin Irak zog in der Nachspielzeit vom linken Flügel nach innen, zog aus 18 Metern ab und Nottulns Keeper konnte den Ball nur abklatschen. Der gerade eingewechselte David Letina sagte „Danke“ und staubte zum 2:0 ab.

Hardt: Schröder; Wellers, Einhaus (46. Irak), Hennebach, Jansen, Seiffert, Adolf, Siegle, Mitrentsis (68. Brefort), Seel, Pfeifer (90. Letina).

Tore: 1:0 Adolf (84.); 2:0 Letina (90.+2).

RW Deuten - GW Nottuln 4:2 (3:1)

Zu Beginn sah es so gar nicht danach aus, als wollte der Deutener Knoten ausgerechnet gegen Nottuln platzen. Die Gäste setzten die Rot-Weißen früh unter Druck, ließen sie nie zu einem geordneten Spielaufbau kommen und gingen schon nach fünf Minuten durch einen Distanzschuss in Führung.

„Da waren wir deutlich angeknockt“, räumte RWD-Trainer Frank Frye ein, dass sein Team Mühe hatte, diesen erneuten Nackenschlag wegzustecken. Der „Dosenöffner“ (Frye) war dann der Ausgleichstreffer, der Kevin Lachs nach einer Ecke gelang und der quasi aus dem Nichts fiel (26.).

„Da haben wir gesehen, dass wir doch Erfolg haben können, und wieder an uns geglaubt“, sah Frank Frye seine Elf danach wie verwandelt. Hinten standen die Gastgeber sicher, vorne erspielten sie sich mit viel Selbstvertrauen nun immer wieder Chancen und belohnten sich noch vor der Pause mit den Treffern von Yannick Goecke (38.) und Steffen Rekers (43.).

Das Sturmduo war nach dem Seitenwechsel auch für den vierten Treffer verantwortlich. Goecke spielte den Pass in die Schnittstelle der Nottulner Abwehr und Rekers bewahrte vor dem Tor die Nerven und vollstreckte zum 4:1 (73.). „Unglaublich cool“, lobte Frank Frye den Goalgetter: „Wir wissen, was wir an ihm haben.“

Nottuln kam zwar fünf Minuten später noch einmal auf 4:2 heran (78.). Doch mehr ließ die gut stehende Deutener Hintermannschaft um den starken Nico Mueller nicht mehr zu.

In der Tabelle bleibt die Frye-Elf zwar Tabellenletzter. Der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt aber nur noch zwei Zähler – und der Glaube, diese Plätze erreichen zu können, hat durch den historischen Sieg am Sonntag wichtige Nahrung erhalten.

Deuten: Schmidt; Pohlmann, Mueller, Uhlenbrock, Botthof, Lachs, Urban, Wilkes (90.+2 Höing), Nolte (63. Peters), Goecke (86. N. Winter), Rekers.

Tore: 0:1 Markmann (5.); 1:1 Lachs (26.); 2:1 Goecke (38.); 3:1 Rekers (43.); 4:1 Rekers (73.); 4:2 Schöne (78.).

Frauen-Landesliga 3 SSV Rhade - Union Wessum 0:1 (0:0)

Personalsorgen plagten den SSV schon unter der Woche. Deshalb musste Rhades Trainer Dirk Bessler auch angeschlagene Spielerinnen von Beginn an bringen. Diese erfüllten ihre Aufgabe in den ersten 45 Minuten sehr gut. „Wir haben das Spiel dominiert, hatten viel Tempo drin. Einzig der Torerfolg fehlte“, haderte Bessler mit der Chancenauswertung.

Nach der Pause wurde der Verschleiß aufgrund des hohen Tempos bei Rhade deutlich. Die angeschlagenen Spielerinnen konnten die vielen Meter nicht mehr gehen. Bis zur 88. Minute sah dennoch alles nach einem aufgrund der kämpferischen Leistung verdienten Punktgewinn aus. Union Wessum nutzte seine letzten Körner für ein letztes Angriffspressing, Rhade fehlte die Kraft, den Ball wegzuschlagen, so fiel nach einem Ballverlust das 0:1.

Rhade: Bollenberg, Schonebeck, Lechtenberg, Heisterklaus, Emming, Michaelis, Tekülve, Strauch, Terstegen, Nienhaus, Pagels (38. Jasper).

Tore: 0:1 Schimpke (88.).

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