Schermbecks Fußballer gehen eigene Wege

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Schermbecks Fußball-Fans werden sich an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Statt Spielverein Schermbeck 1912 e.V. heißt es ab Sommer Sportverein Schermbeck 2020 e.V.

von Ralf Weihrauch

Schermbeck

, 28.11.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Loslösung der Fußball-Abteilung des SV Schermbeck vom Gesamtverein ist laut deren Vorsitzenden Michael Steinrötter ein notwendiger Schritt, um neue Strategien umzusetzen.

Schon im letzten Sommer hat die Jahreshauptversammlung der Fußballer ihr Placet zu den Plänen gegeben, mit deren Umsetzung Steinrötter und seine Vorstandskollegen gleich begonnen haben: „Wir können nun auf das Marktgeschehen flexibler reagieren. Bislang war es beispielsweise so, dass bei Entscheidungen über höhere Summen der Gesamtvorstand zustimmen musste. Das war oft hinderlich, weil es viel Zeit gekostet hat.“ Und gerade bei hohen Summen überschreitet ein Fußball-Oberligist öfter mal die Zustimmungsgrenze als beispielsweise die Tischtennis- oder Badmintonabteilung.

“Projekt Abrahamhaus ist noch nicht zu Ende“

Zudem brauchen die Fußballer fortan nicht mehr die Zustimmung zu ihrem Budget einzuholen. Dieses Budget wird zukünftig größer sein als bisher. Das liegt zum einen am Abrahamhaus. Das Großprojekt war nicht billig, kostet weiterhin Geld, bringt dem Verein aber auch jetzt schon gute Einnahmen durch Vermietungen. Steinrötter erklärt: „Das Projekt ist ja noch nicht am Ende, und wir werden noch anbauen.“

Schermbecks Fußballer gehen eigene Wege

Nutzung und Verwaltung des Abrahamhauses sind einer der Hauptgründe, die Fußball-Abteilungsleiter Michael Steinrötter über die Selbstständigkeit nachdenken ließen. © Andreas Leistner

Zudem werden die Schermbecker Fußballer nun die Sportanlage Im Trog selber verwalten. Der Club bekommt eine jährliche Summe von der Gemeinde Schermbeck überwiesen, um die Kosten zu decken. Doch auch da haben die Schermbecker noch Pläne, so Steinrötter: „Die Flutlichtanlage auf dem Kunstrasenplatz soll erneuert werden. Zudem wird gerade im Rat diskutiert, dass wir eine Tartanbahn um den Rasenplatz bekommen.“

Kein Bauverein

Der Sportverein 2020 wird aber nicht zu einem Bauverein mutieren. Die sportlichen Belange stehen weiter im Vordergrund. Da richtet sich der Blick erst einmal auf die Jugend. Steinrötter möchte, dass Schermbeck zu einem Nachwuchsleistungszentrum wird: „Unsere A-, B- und C-Junioren sollten weiterhin im überkreislichen Leistungsbereich spielen. Um ein Nachwuchsleistungszentrum zu werden, müssen wir aber noch weitere Kriterien erfüllen, an denen wir ernsthaft arbeiten.“

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Zugpferd soll natürlich weiterhin die erste Mannschaft sein, die in der Oberliga eine gute Rolle spielt. Steinrötter sieht das aber nicht in Stein gemeißelt und meint dabei beide Richtungen: „Es kann sein, dass wir die Regionalliga ins Visier nehmen, die Oberliga als unsere Heimat sehen oder uns auch mit der Westfalenliga anfreunden können.“

Starker Partner Schalke 04

Einen starken Partner haben die Schermbecker gewonnen. Der FC Schalke 04 hat den SVS zwar nicht als Kooperationspartner auserwählt, das wurde der PSV Wesel, doch die Schermbecker sollen Partnerverein werden. Was das genau heißt, muss noch ausgearbeitet werden, von Nachteil wird das aber nicht sein. Die Verbindungen zu den Königsblauen sind gut, nicht zuletzt weil auch Evans Kissi und Dominik Milaszewski dort als Jugendtrainer tätig sein.

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Die ganze Arbeit kann natürlich nicht nur auf wenigen Schultern lasten. Steinrötter baut auf mehr Mitarbeiter und eine andere Aufgabenverteilung: „Bislang haben wir fünf Leute im Vorstand. Bald werden es sieben sein, alle mit einem anderen Aufgabenbereich von Senioren- über Jugendfußball bis hin zu Finanzen. Die Gespräche mit den Kandidaten verlaufen sehr gut, und wir werden alle Positionen mit Fachleuten besetzen können.“

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