Hernes Krise beschäftigt auch den SV Schermbeck

Fussball

Das letzte Spiel des Jahres ist für den SV Schermbeck noch einmal ein ganz Besonderes. Das liegt auch an der aktuellen Notlage des Gegners.

von Ralf Weihrauch

Schermbeck

, 13.12.2019, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schermbecks Trainer Thomas Falkowski und sein Herner Kollege Christian Knappmann sind Freunde. Doch am Sonntag wird diese Freundschaft wieder für 90 Minuten ruhen.

Schermbecks Trainer Thomas Falkowski und sein Herner Kollege Christian Knappmann sind Freunde. Doch am Sonntag wird diese Freundschaft wieder für 90 Minuten ruhen. © Andreas Leistner

Oberliga Westfalen

Westfalia Herne - SV Schermbeck

So. 14.30 Uhr, Stadion am Schloss Strünkede, Westring 260, 44629 Herne.

Die Spiele des SV Schermbeck gegen die Westfalia aus Herne sind schon immer etwas Besonderes gewesen. In der NRW-Liga gab es denkwürdige Spiele, und auch in der Oberliga lieferten sich die beiden Mannschaften heiße Duelle.

Daran wird auch die aktuelle Situation beim Herner Traditionsverein nichts ändern. Die Herner haben bekanntlich Anfang Dezember Insolvenz angemeldet und haben ihre Spieler drei Monate lang nicht bezahlt. Die Gründe für die Herner Insolvenz liegen hauptsächlich in den vielen Altlasten, die der Club seit langer Zeit mit sich herumträgt. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, wären diese Schulden nicht mehr vorhanden, und der Verein könnte sich neu strukturieren.

Der Vorsitzende Uwe Heinecke hat auch schon mitgeteilt, dass einige Sponsoren den Verein auf diesem harten Weg unterstützen wollten.

Mit Krisensituationen vertraut

Hernes Trainer Christian Knappmann hat selber viel Zeit und Engagement investiert, damit der Spielbetrieb am Schloss Strünkede irgendwie fortgesetzt werden kann. Die Herner werden weiter in der Oberliga spielen und könnten die Klasse halten, obwohl ihnen der Verband für die Insolvenz satzungskonform neun Punkte abziehen wird. Damit stünde die Westfalia noch einen Punkt vor dem TuS Erndtebrück auf Rang 16.

Mit solchen Situationen sind die Herner bestens vertraut. Schon im letzten Jahr standen die Knappmann-Kicker lange auf einem Abstiegsplatz und sind in der Rückserie durchgestartet.

Spieler wandern ab

Rund ein halbes Dutzend Fußballer haben die aktuelle Lage zum Anlass genommen, die Westfalia zu verlassen. So haben sich die Offensivkräfte Bilal Abdallah und Nazzareno Ciccarelli dem Schlusslicht Spielvereinigung Hamm angeschlossen. Auch der SV Schermbeck steht vor der Verpflichtung eines hochkarätigen Stürmers, aus Herner Kreisen war zu hören, dass es sich um Michael Smykacz handelt, doch da gibt es noch Unstimmigkeiten. Die Herner verlangen eine Ablöse für ihren Torjäger. Thomas Falkowski berichtet etwas irritiert: „Hamms Trainer Rene Lewejohann hat mir berichtet, dass Hamm die Spieler ohne Ablösesumme bekommen hat. Von uns will Herne plötzlich Geld.“ Doch auch da war aus Herne zu hören, dass die Westfalia nur die Summer zurückbekommen möchte, die sie selber für Smykacz bezahlt hat. Spielen wird Michael Smykacz Sonntag auf keinen Fall, weder für Schermbeck und schon gar nicht für die Westfalia Herne.

Jung, hungrig und nicht so teuer

Das Herner Durchschnittsalter ist damit weiter gesunken. Ältester Spieler ist nun Mittelfeldmann Maurice Temme, der im kommenden Februar 22 Jahre alt wird. Das ist aber genau die Art von Spielern, die Christian Knappmann braucht: jung, hungrig und nicht ganz so teuer. Wenn es dann wirklich zum Klasserhalt reichen sollte, hätten die Herner nichts verkehrt gemacht.

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