So stehen Dorstens und Schermbecks Handballer zur Saisonunterbrechung

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Der Handball ist wegen Corona wieder fast komplett auf Eis gelegt. Die Teams des SV Schermbeck und des VfL Dorsten müssen pausieren. Lediglich der HSC Rhade im Kreis Münsterland darf noch spielen.

von Ralf Weihrauch

Dorsten, Schermbeck

, 27.10.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Handball-Verband Niederrhein hat am letzten Donnerstag seinen gesamten Spielbetrieb ausgesetzt. Davon sind nicht nur die unteren Ligen betroffen, sondern auch die höheren Klassen wie Regional- und Oberliga. Die Pause wird mindestens bis zum 15. November dauern, weitere Entscheidungen hängen von der Situation zum Zeitpunkt der vorgesehenen Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab.

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Für die beiden Bezirksliga-Teams des SV Schermbeck ist das noch keine große Sache, denn da am ersten November-Wochenende spielfrei ist, fallen der Pause nur zwei Begegnungen zum Opfer, die relativ problemlos nachgeholt werden können. Frauen-Trainer Andreas Maile geht konform mit der Verbandsentscheidung: „Das ist alles völlig nachvollziehbar. Wir haben das auch bei uns in der Mannschaft besprochen und auch die Spielerinnen waren einverstanden.“ Viele der Schermbeckerinnen arbeiten in Berufen mit vielen sozialen Kontakten, sodass sie ein weiteres Risiko ausschließen wollen. Der Trainingsbetrieb wird in den kommenden Wochen genau so wie nach der Beendigung des ersten Lockdowns aussehen: „Wir machen Wurf- und Passtraining, um jeden Körperkontakt zu vermeiden.“

Eine konkrete Idee, wie es weitergehen soll, hat der Coach zu diesem Zeitpunkt noch nicht: „Für einen Abbruch ist es zu früh. Wenn die Pause länger dauert, könnte man vielleicht nur die Hinrunde spielen und diese werten.“

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Lars Cox, Trainer der SVS-Herren, war ebensowenig überrascht: „Bei den Zahlen war so eine Entscheidung abzusehen. Sportlich ist das für uns zwar doof, weil wir gerade einen guten Lauf haben, aber wenn es nur zwei Spiele sind, kann man die leicht nachholen.“ Auch sonst hält er es nicht für ausgeschlossen, dass die Saison zu Ende gespielt wird: „Man könnte die Saison verlängern. Außerdem wäre es schön, wenn die Städte und Gemeinden mitspielten, damit wir in den Ferien die Begegnungen austragen könnten.“

Seine Mannschaft trainiert zwar unter Corona-Auflagen weiter, aber auch nur auf freiwilliger Basis: „Ich habe von Spielern gehört, dass manche Arbeitgeber Probleme damit haben, dass sich die Mitarbeiter einem Risiko aussetzen. Wer daher nicht zum Training kommen will, kann zuhause bleiben.“ Der Schermbecker Vorstand wird am Donnerstag tagen und das weitere Vorgehen besprechen.

Ein paar Kilometer weiter, im Handball-Verband Westfalen, ist die Regelung überhaupt nicht einheitlich. In den oberen Ligen wird nach Plan weitergespielt. Allerdings können Vereine Fahrten in Risikogebiete ablehnen. Der Handball-Kreis Industrie hat hingegen den Spielbetrieb bis zum 30. November abgesetzt. Der Saisonstart in den Kreisligen und darunter, der am zweiten November-Wochenende vorgesehen war, wird auf das erste Dezember-Wochenende verschoben.

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Der Kreis Industrie beantragte erfolgreich auch die Aussetzung der Bezirksligen, an denen seine Clubs beteiligt sind. Davon betroffen sind die Handballerinnen des VfL RW Dorsten in der Bezirksliga Ruhrgebiet. Trainerin Vera Tewes sagt: „Die Aussetzung ist völlig richtig. Handball ist in der Bezirksliga nur ein Hobby, und man sollte sich keinen Gefahren aussetzen.“ Ihr Team wird kontaktlos trainieren, und sollten die Hallen auch geschlossen werden, könnte sie das Training wie schon im Frühling über Skype koordinieren. Sie hält auch viel von der Idee des Verbandes, wie er die Saison doch noch beenden will. Der Plan sieht vor, nur die Rückrunde zu spielen und diese zu werten. Tewes sagt: „Wir haben bislang nur zweimal gespielt. Da kann man leicht noch einmal von vorne beginnen.“

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Herren-Trainer Frank Göbbeler ist zwar enttäuscht, dass sein junges Team auf die Premiere in der vierten Kreisklasse warten muss, steht aber hinter der Kreis-Entscheidung: „Ich habe mich selber vom Training zurückgezogen, weil ich mir keine Erkrankung leisten kann. Die Einheiten leitet momentan die Mannschaft selber.“ Er hat allerdings eine Sorge: „Sollten die Hallen nun auch gesperrt werden, könnte es gerade im Jugendbereich sein, dass sich die Jugendlichen vom Handball abwenden und Sportarten an der frischen Luft ausüben.“

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Im Kreis Münsterland geht der Spielbetrieb einfach weiter. Somit kann auch der HSC Rhade weiterhin um Punkte spielen. Der Kreis hat es aber den Teams freigestellt, ob sie antreten wollen oder nicht. HSC-Trainer Michael Kortenhorn erklärt: „Wir können uns für zwei Wochen oder gleich bis zum Jahresende abmelden.“ In der zweiten Kreisklasse gäbe es mit neun Mannschaften keine Terminprobleme, sodass Kortenhorn glaubt dass die Saison irgendwie beendet werden kann.

Somit geht es beim HSC den gewohnten Lauf, zumindest solange die Hallen noch auf sind: „Wir haben für das Training und die Spiele ein Hygienekonzept ausgearbeitet, an das wir uns halten. Damit haben wir unsere Pflicht getan.“

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