Trotz Platz drei und einer klassen Leistung: Moritz Oberheim wird nicht belohnt

mlzMotorsport

Mit seinem Team legte der Schermbecker Moritz Oberheim ein starkes Rennen am Nürburgring hin. Am Ende stand er aber trotz Platz drei und einer starken Aufholjagd mit leeren Händen da.

Schermbeck

, 18.07.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach elf Wochen Rennpause heulten am vergangenen Samstag wieder die Motoren der VLN-Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring. Mitten im großen Starterfeld der 158 Rennboliden war auch der Schermbecker Rennfahrer Moritz Oberheim auf der legendären Nordschleife unterwegs und freute sich am Ende über das zweite Podium der Saison. Wobei: Lange freuen konnte er sich nicht. Den Podiumsplatz bekam das Team später aberkannt.

"Alle Hände voll zu tun"

Dabei hatte der Schermbecker Rennfahrer schon im freien Training am Freitagnachmittag „alle Hände voll zu tun“, sagte Oberheim, um sein Fahrzeug, den AVIA BMW 240i Racing Cup, im plötzlich auftretenden Starkregen auf der Strecke zu halten.

Auch im offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen wurde er vor eine plötzliche Herausforderung gestellt, als er mit reichlich Speed zu einer Unfallstelle im Bereich „Kesselchen“ kam. Mehrere Fahrzeuge hatten sich ineinander verkeilt. „Da war nur noch ein schmaler Streifen auf dem Gras frei, den ich zum Passieren nutzen konnte“, sagte er im Anschluss. Das Training musste für eine Stunde unterbrochen werden. Beim anschließenden Neustart erreichte Oberheim mit 9:14.137 Minuten den vierten Startplatz in der Klasse.

Oberheim überholt spektakulär

Teamkollege Inge Hansesaetre übernahm das Cockpit für die Startphase, hatte aber unterwegs mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen und brachte den Wagen auf Platz sechs liegend mit rund 20 Sekunden Rückstand auf den Führenden zum Fahrerwechsel in die Box. Oberheim schaltete sofort in den Angriffsmodus − und ließ es schon bei der Boxenausfahrt richtig krachen. Draußen auf der Nordschleife tobte mittlerweile ein Rennen, das von vielen spektakulären Zwei- und Mehrkämpfen geprägt war. Oberheim passte sich dem nahtlos an und konnte schon auf seiner ersten Runde vor ihm liegende Konkurrenten angreifen und überholen.

In seiner dritten Runde hatte er den „Eifelblitz“ von Scheid Motorsport vor sich, der auf einen langsameren Teilnehmer auflief. Instinktiv erkannte er seine Chance, nahm für einen Moment Drehzahl weg, stieg danach wieder voll auf das Gas und konnte so mit einem Geschwindigkeitsüberschuss in einem perfekten Manöver gleich beide überholen.

Trotz Platz drei und einer klassen Leistung: Moritz Oberheim wird nicht belohnt

Teamchef Benjamin Sorg (r.) nahm Moritz Oberheim (l.) nach dem Rennen in den Arm und lobte ihn mit den Worten: „Das hast du super gemacht.“ © Horst Lehr

Im weiteren Verlauf gelang ihm nach einer „Code-60-Phase“ im Bereich „Exmühle“ ein weiterer sehenswerter Coup. Er passte genau den Bruchteil einer Sekunde ab, um früher ans Gas zu gehen, und konnte so einen weiteren Konkurrenten im direkten Zweikampf hinter sich lassen. DDiese aggressive Fahrweise schlug sich auch auf dem Zeitenmonitor nieder. So wurde ihm in seiner fünften Runde mit 9:11.704 Minuten auch die schnellste Zeit auf dem Auto notiert. Bis zum Ende seines Durchgangs hatte er sich dem Erstplatzierten bis auf knappe 100 Meter genähert, ehe er an seinen Teamkollegen Sindre Setsaas übergab.

„Ich habe von Anfang an nur gepusht. Meine Reifen waren zuletzt am Limit." Moritz Oberheim nach dem Rennen

Erschöpft aber zufrieden griff Oberheim zuerst nach der Getränkeflasche. „Ich habe von Anfang an nur gepusht. Meine Reifen waren zuletzt am Limit“, sagte Oberheim. Setsaas konnte den Platz zuerst noch halten, geriet aber später unglücklich in eine weitere Gelbphase, wo er Zeit verlor. Am Ende fuhr er unter dem Jubel der gesamten Boxencrew dann aber doch noch auf Platz drei über die Ziellinie und sicherte damit dem AVIA Sorg Rennsport Team die zweite Podiumsplatzierung in der laufenden Rennsaison.

Technische Mängel am Fahrzeug verhindern Podiumsplatz

Oberheim freute sich: „Wir wollten heute unbedingt ein Podium. Das ist uns mit einer starken Teamleistung trotz dem anfänglichen Rückstand gelungen."

Doch dann kam die Schreckensnachricht: Das Team wurde vorläufig aus der Wertung genommen. Der Grund: Bei der technischen Nachkontrolle wurden Mängel festgestellt. Der Einstellwinkel eines Heckspoilers lag um Bruchteile außerhalb der vorgegebenen Grenzwerte. Das Team vermutet, dass er sich bei einem Auffahrunfall verzogen haben könnte. Ob der Podiumsplatz bestehen bleibt, wird sich zeigen. Auf seine Leistung war das Team trotzdem stolz.

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