" Von der Euphorie ist gar nicht mehr so viel da"

Basketball: 2. Regionalliga

Am Wochenende starten die Basketballer in die Saison. Mit dem SVD, jahrelang die Nummer eins der Stadt, und Aufsteiger TVE Barop spielen nun gleich zwei heimische Teams in der 2. Regionalliga. In diesem Jahr für Dortmunder Verhältnisse mit einer besonderen Konstellation.

Dortmund

, 14.09.2017, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Barops Coach Dariusz Domanski bezeichnet die Vorbereitungsphase als dürftig.

Barops Coach Dariusz Domanski bezeichnet die Vorbereitungsphase als dürftig.

Wo stehen die beiden Mannschaften so kurz vor dem ersten Spieltag? Was läuft gut, wo gibt’s noch Probleme? Wir haben beide Trainer, Marius Graf vom SVD und Dariusz Domanski vom TVE Barop, befragt.

 

So kurz vor dem Start lässt sich Bilanz ziehen: Wie verlief die Vorbereitung auf die Saison?

Graf: Insgesamt bin ich ganz zufrieden. Wir haben früh begonnen, mit der Mannschaft zu trainieren. Das war auch wichtig, weil wir einige neue Spieler im Team haben. Mit den Tests, die wir bislang absolviert haben, bin ich auch zufrieden. Gegen den Erstregionalligisten Recklinghausen haben wir gut mitgehalten und nur knapp verloren. Gegen Münster, ebenfalls ein Erstregionalligist, haben wir deutlicher verloren. Da hatten wir aber nur einen kleinen Kader und waren insbesondere auf den großen Positionen klar unterlegen. Einziger negativer Aspekt der Vorbereitung: Durch Urlaube und Prüfungen haben wir so gut wie nie mit der kompletten Mannschaft trainiert. Das bessert sich erst jetzt langsam. Aber ich glaube, da geht es anderen Teams auch nicht anders.

Domanski: Ich kann unsere Vorbereitung in wenige Worte zusammenfassen: mehr als dürftig. Wir hatten beim Training nie die Beteiligung, die wir gebraucht hätten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es zu jedem meiner Spieler durchgedrungen ist, dass wir in der neuen Liga auch deutlich mehr investieren müssen. Da haben wir noch einiges nachzuholen. Hinzu kommt, dass uns zwei vermeintliche Neuzugänge noch abgesprungen sind. Das war natürlich alles andere als erfreulich.  

Wie ist der Blick auf den Saisonstart, was erwarten Sie?

Graf: Wir haben ein sehr toughes Auftaktprogramm. Im ersten Spiel geht es gegen Wulfen, den Vizemeister des Vorjahrs. Die Wulfener werden auch dieses Jahr eine gute Rolle spielen. Und gleich danach treffen wir mit Waltrop auf einen extrem starken Aufsteiger - auch keine leichte Aufgabe. Erst im Anschuss kommen die vermeintlich leichteren Spiele. Aber ändern können wir es ja sowieso nicht, wir müssen ja im Laufe der Saison gegen jeden spielen. Für uns ist es wichtig, dass sich die jungen Leute in unserem Team schnell etablieren und an die Liga gewöhnen. Gelingt das, dann haben wir gegen jede Mannschaft gute Chancen.

Domanski: Bei uns wird es zu Beginn schwierig. In den ersten Spielen werden wir auf unseren Neuzugang Dmytro Marchenko verzichten müssen, damit haben wir einen ganz wichtigen Spieler nicht bei uns. Für uns kann es deshalb nur darum gehen, relativ schnell in die Spur zu finden. Wir haben zwar in der Vorbereitung gegen Schüren oder im Pokal gegen Kaiserau relativ klare Siege eingefahren, aber ich glaube, das ist kein Gradmesser für die Aufgaben, die uns erwarten. Wir müssen uns noch steigern.

Kann denn die Euphorie, die mit einem Aufstieg verbunden ist, nicht über die ein oder andere Schwäche hinweghelfen?

Domanski: Von der Euphorie ist zumindest derzeit gar nicht mehr ganz so viel da, der Aufstieg liegt ja doch schon einige Monate zurück. Ich glaube, jeder Spieler merkt derzeit, dass er noch nicht da ist, wo er sein könnte. Aber klar, die Euphorie kann sich wieder entwickeln. Aber das hängt davon ab, wie wir in die Saison finden. Mit welchen Zielen gehen Sie in die Saison?

Graf: Wir haben uns einen oberen Tabellenplatz als Ziel gesetzt. Mit Aaron Bowser haben wir einen sehr starken Spieler hinzubekommen, mit Kevin Bode oder Felix Fuhrmann – um mal nur die beiden zu nennen – haben wir weitere gestandene Spieler. Damit sind wir schnell und unser Spiel ist variabel. Allerdings haben wir auf den großen Positionen unsere Probleme, da sind wir sehr dünn besetzt. Das müssen wir versuchen, auszugleichen. Daran arbeiten wir.

Domanski: Für uns zählt als Aufsteiger allein der Klassenerhalt, alles andere wäre vermessen. Für die meisten unserer Spieler ist die 2. Regionalliga ein anderes Niveau, das sie noch nicht kennen und an das sie sich erst einmal gewöhnen müssen. Wir müssen uns schnell akklimatisieren und versuchen, die Klasse zu halten. Dann haben wir auch die Möglichkeit, uns weiter zu entwickeln, sportlich wie organisatorisch. Wir bewegen uns jetzt in einem semi-professionellen Bereich, auf diese Stufe müssen wir erstmal kommen.

 

Letzte Frage: Wir schätzen Sie die Liga in dieser Saison ein?

Graf: Insgesamt ist die Liga sicher stärker geworden. Es gibt schon einige Teams, die personell zugelegt haben. Das wird interessant. Oben in der Tabelle erwarte ich Wulfen, sicher auch Erstregionalliga-Absteiger Bielefeld. Es gibt darüber hinaus einige Mannschaften, die auf eine Menge junger, talentierter Spieler zurückgreifen und deshalb auch eine gute Rolle spielen können. Da einen klaren Favoriten auszumachen, ist allerdings schwierig.

Domanski: Für mich ist das derzeit noch schwer zu beurteilen. Ich sehe schon, dass einige Mannschaften sich deutlich verstärkt haben. Man wird sehen, was sich daraus ergibt, wie die sich entwickeln. Für uns gilt: Wir wollen und müssen auf uns schauen, schnell in einen eigenen Lauf kommen. Alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen.

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