Zwischen Verzweiflung und Zuversicht - bedrohliche Lage bei den Handball-Herren des ASC 09

Handball-Landesliga

Die Situation ist kritisch, die Bilanz verheerend. Mit 9:21 Punkten stehen die Landesliga-Männer des ASC 09 auf dem elften Tabellenplatz. ein Problem zieht sich durch die komplette Saison.

von Patrick Radtke

Dortmund

, 04.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unzufriedenheit: Beim ASC 09 läuft es in der Handball-Landesliga aktuell überhaupt nicht.

Unzufriedenheit: Beim ASC 09 läuft es in der Handball-Landesliga aktuell überhaupt nicht. © Dan Laryea

Viel zu lachen hat Bastian Heinrich aktuell nicht. Im Wochenrhythmus schlägt er die Hände gerade über dem Kopf zusammen. Die Lage der Handball-Männer des ASC 09 ist echt hartes Brot, an dem der Trainer reichlich zu knabbern hat.

9:21 Punkte, 364:393 Tore, vier Siege, ein Unentschieden, zehn Niederlagen. Die nackten Zahlen klingen heftig, die Tabelle lügt nicht. Der ASC schwebt in Abstiegsgefahr.

„Will nicht der sein, der sie zu Sportinvaliden macht“

Ein großes Problem dabei, ist die Personalnot, die schon die ganze Saison bei den Aplerbeckern herrscht. „Wir haben immer noch Dauerverletzte“, hadert Heinrich.

Bastian Heinrich muss Woche für Woche mit personellen Änderungen leben.

Bastian Heinrich muss Woche für Woche mit personellen Änderungen leben. © Peter Ludewig

Kommen die einen zurück, verletzen sich andere, es ist ein Teufelskreis. „Wir hatten schon in der Vorbereitung sechs Schwerverletzte“, sagt Heinrich. Jan Dölemeyer ist zwar wieder zurück, doch dafür fehlt nun Mathias Leimbrink. Es besteht der Verdacht auf einen Bänderriss in der Schulter. Und Niklas Grotemeyer plagt sich zudem mit Problemen im Sprunggelenk rum.

Besserung ist nur bedingt in Sicht. „Ich hoffe, dass Fynn Mosel und Tim Mecklenbrauck kurzfristig wieder hinzustoßen. Beide hatten aber Knieverletzungen, da bin ich vorsichtig, bevor ich sie voll belasten lasse. Wir sind Amateursportler, da will ich nicht der sein, der sie zu Sportinvaliden macht“, so Heinrich. Worte, die den Coach ehren, die die sportliche Situation aber nicht einfacher machen.

Die letzte Niederlage macht dem Trainer Mut für das anstehende Derby

Auch auf dem Hallenboden musste der ASC zuletzt zwei Rückschläge verkraften. Am vergangenen Donnerstag gab es die herbe 27:37-Klatsche gegen den Tabellendritten SV Westerholt, am Samstag folgte die knappe 27:30-Niederlage gegen Spitzenreiter Altenbögge-Bönen. „Da wäre ein Punkt auf jeden Fall verdient gewesen“, sagt Heinrich. „Es stand eineinhalb Minuten vor Schluss unentschieden und wir hatten den Ball. Das macht uns Mut für die weiteren Spiele in der Rückrunde.“

In dieser steht nun erst einmal das Derby gegen den TV Brechten an, der auf dem fünften Tabellenplatz steht und eine gute Saison spielt. Vom Prinzip her seien die Spiele gegen direkte Abstiegskonkurrenten, zu denen Heinrich Brechten nicht zählt, zwar wichtiger, „aber für Dortmunder Vereine sind Derbys immer speziell. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, spielen zu Hause und wollen gucken, dass wir was mitnehmen.“

Mit jeder Niederlage wird die Sorge vor dem Abstieg größer

Die Situation in der Tabelle nimmt der ASC-Coach ernst. „Wir denken immer über so etwas nach.“ Trotzdem ist er guter Dinge, dass die Aplerbecker am Ende die Klasse halten können.

„Ich bin sehr zuversichtlich, wir müssen aber auch wissen, dass wir es nicht einfach so machen. Wir müssen es auch auf den Platz bringen und unsere Hausaufgaben machen.“ Denn: „Mit jedem Punkt, den man in den wichtigen Spielen nicht holt, wird die Sorge auch größer.“

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