In Zeiten des Coronavirus: So leidet der ASC 09 Dortmund finanziell unter den Spielabsagen

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Die Amateurfußball-Ligen pausieren bis zum 19. April. Was bedeutet das finanziell für die Klubs? Der Fußball-Oberligist ASC 09 gewährt einen Einblick und möchte einen Worst Case vermeiden.

Dortmund

, 16.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Freitag wissen die Vereine Bescheid, dass die Amateurfußball-Ligen bis zum 19. April pausieren. Mindestens. Das hat natürlich finanzielle Konsequenzen für die Klubs, wie ASC-Vorstand Michael Linke bestätigt. Ein Worst Case darf nicht eintreffen. Ansonsten hätte der Klub ein großes Problem.

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Linke macht sich aktuell ernsthafte Gedanken um die Zukunft seines Klubs. Er betont aber, dass er die Entscheidung, den Ligenbetrieb vorerst einzustellen, zu 100 Prozent unterstütze. „Es gab keine Alternative“, sagt er. Wie die Fußball-Funktionäre sich aber bis zum vergangenen Freitag verhalten hätten, wäre traurig gewesen.

Die DFL tat sich extrem schwer, die Bundesligen zu stoppen. Die 3. Liga wurde frühzeitig unterbrochen. Bis Freitag um 11 Uhr hatte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen noch gezögert, alle Partien von der Bezirks- bis zur Oberliga vorerst einzustellen. Und der Fußballkreis Dortmund hatte am Donnerstag noch den Plan, ohne Zuschauer die Ligen weiterzuführen. „Einheitlich sieht anders aus“, sagt Linke.

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Jetzt haben die Klubs erstmal die Gewissheit, dass bis zum 19. April nichts mehr geht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir weiterspielen“, sagt Linke. Es gäbe Vereine in der Oberliga, die noch 16 Partien zu absolvieren hätten. Die müssten bis Ende Juni jede Woche eine Englische Woche spielen, um die Saison zu Ende zu bekommen. „Das kann doch niemand den Vereinen zumuten. Wir als Klubs werden uns zusammensetzten und uns notfalls dagegen wehren“, sagt Linke.

Der ASC 09 Dortmund steht auch noch im Kreispokal-Halbfinale

Er betont, dass die Saison ja spätestens Ende Juni vorbei sein müsste. „Dann laufen alle Verträge mit den Spielern aus. Deshalb ist es gar nicht möglich, bis in den Juli hineinzugehen“, so Linke. Er sei gespannt, wie der Verband weiter vorgehen werde. Denn neben dem Ligenalltag ist der ASC ja noch im Kreispokal-Halbfinale, müsste hier vielleicht auch noch zweimal antreten.

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Aber wir sieht es finanziell aus ohne die Spiele? „Durch den Ausfall bis zum 19. April, fehlt uns ein kleiner fünfstelliger Betrag“, sagt er. Das Vereinsheim sei ja geschlossen und es würden keine Eintrittsgelder kassiert. Zudem haben die Spieler gültige Verträge. „Am Montagabend setzt sich der Vorstand zusammen, um zu gucken, wie es finanziell für die Spieler weitergeht.“

Auf der einen Seite fallen bei den Spielern ja die Anfahrten weg und die aktuellen Trainings- und Spieltage. Auf der anderen Seite müssen die Akteure ja Planungssicherheit haben und benötigen teilweise das Geld, um durch den Alltag zu kommen. Zum Beispiel Studenten und Schüler. „Wir werden hier eine sozialverträgliche Lösung im Sinne der Spieler finden“, so Linke. Was definitiv wegfalle, seien die Prämien. „Das Geld sparen wir uns“, sagt Linke.

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Was aber schon bezahlt wurde, sind die 10.000 Euro Verbandsabgaben, die jedes Jahr zu entrichten sind. „Wenn der Spielbetrieb nicht stattfindet, müsste es ja eigentlich eine Rückzahlung geben“, sagt Linke, „ich bin gespannt, wie die Funktionäre das handhaben werden.“

Worst Case ist der Ausfall des Hecker Cups

Der Worst Case für den Verein wäre, wenn der Hecker-Cup Ende Juli nicht starten dürfte und die Vorbereitungsspiele gegen den BVB II und RW Oberhausen nicht angepfiffen würden. „Dann würden uns zwischen 50.000 und 100.000 Euro in der Kasse fehlen“, sagt Linke. Hinzu käme, dass der Klub nicht davon ausgehen könne, dass alle Sponsoren an Bord bleiben. Die Sponsoren machen ein Drittel des Etats beim ASC 09 Dortmund aus.

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Er nennt das Beispiel eines Handwerkermeisters, der aktuell keine Aufträge bekommt und Probleme habe, seine eigenen Mitarbeiter zu bezahlen. „Der wird uns dann bestimmt nicht mal kurz mit 500 Euro unterstützen“, erklärt Linke. Deshalb werde er jetzt schnell die Gespräche mit den Sponsoren suchen, um Planungssicherheit zu haben. „Für uns gibt es nicht nur ein Plan A, wir benötigen auch dringend einen Plan B.“

Es sei eine ungewisse Zukunft, die auf den Klub zukomme. „Ich denke aber, dass wir diese Phase durchstehen, auch wenn es schwierig werden könnte. Wir sind als Verein gut aufgestellt.“

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