ASC-Trainer Sekic nach dem 0:2: „Ich weiß nicht, ob das alles Sinn macht“ (Mit Kommentar)

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Trainer Daniel Sekic war nach dem 0:2 (0:2) des ASC 09 Dortmund gegen RW Ahlen richtig angefressen. Er ließ seine Zukunft beim Klub offen und kündigte zeitnahe Gespräche mit dem Vorstand an.

Dortmund

, 15.09.2019, 20:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war wieder ein enttäuschender Auftritt des ASC 09 Dortmund. Im dritten Heimspiel der laufenden Spielzeit kassierte der ASC schon die dritte Niederlage. Mit sechs Zählern aus sechs Begegnungen rangiert das mit großen Ambitionen gestartet Team nur auf dem viertletzten Tabellenrang.

Daniel Sekic fordert Gespräch mit dem Vorstand

„Ich investiere sehr viel Freizeit in diese Mannschaft und bekomme zurzeit nichts wieder. Da muss ich mich doch fragen, ob die Jungs mir überhaupt noch zuhören und ob das hier alles noch Sinn macht“, sagte Sekic nach Spielschluss. Er will alsbald in dieser Woche mit dem Sportlichen Leiter Samir Habibovic und dem Vorsitzenden Michael Linke über die aktuelle Situation sprechen. „Denn so geht es für mich nicht weiter“, ergänzte Sekic.

Kommentar

ASC-Trainer Daniel Sekic ist ein extrem ehrgeiziger Trainer. Er verlangt von seinen Spielern immer das Optimum. 99 Prozent reichen ihm nicht. Weil er selbst immer am Limit arbeitet. Vor der Spielzeit war er wahrscheinlich zu forsch. Er hat offen über den Aufstieg gesprochen. So hat er die Mannschaft und sich selbst vor dem ersten Spieltag unnötig unter Druck gesetzt. Seine Aussage holt ihn schon am sechsten Spieltag ein, denn die Mannschaft hinkt den eigenen Ansprüchen weit hinterher.

Es ist aber noch längst nicht die Zeit gekommen, um über einen Rückzug nachzudenken. Es ist die erste Krise seit seinem Amtsantritt überhaupt. In Paul Stieber, Maurice Buckesfeld und Jasper Stojan stehen ihm jetzt drei Topspieler wieder zur Verfügung. Sekic muss beweisen, dass er diese Krise mit dem ASC bewältigen kann. Das ist jetzt sein Job.

Thomas Schulzke

Angesprochen auf die Aussagen des Trainers, wollte Habibovic keine Stellung beziehen. „Ich werde eine Nacht darüber schlafen, mit dem Trainer reden und mich dann erst äußern“, sagte Habibovic. Stellung bezog aber der Kapitän Kevin Brümmer: „Der Trainer muss sich nicht hinterfragen. Wir als Mannschaft müssen uns hinterfragen. Wir zeigen überhaupt nicht was wir können, funktionieren nicht als Team“, sagte Brümmer.

Die komplette Mannschaft enttäuscht

Gegen Ahlen enttäuschte die komplette Mannschaft. Die Defensive agierte in den ersten 45 Minuten indiskutabel. In der Offensive erspielte sich der ASC in den 90 Minuten nur eine einzige Torchance. Den Schuss von Lars Warschewski parierte Ahlens Torhüter Bernd Schipmann (83.). „Das ist natürlich viel zu wenig, was wir in der Offensive anbieten“, sagte Brümmer.

Zur Halbzeit lag der ASC schon mit 0:2 hinten. In der dritten Spielminute verursachte Innenverteidiger Marcel Münzel völlig unnötig einen Foulelfmeter – Timon Schmitz verwandelte eiskalt. Die Vorentscheidung fiel schon in der 23. Spielminute. Innenverteidiger Sven Höveler verwandelte eine Flanke von Mike Pihl zur 2:0-Führung. „Der frühe Rückstand hat unserem Selbstvertrauen bestimmt nicht geholfen. Wir haben dann aber auch keine Reaktion gezeigt“, sagte Brümmer.

Drei Spieler aus der Viererkette gehen frühzeitig

Wie unzufrieden Sekic mit der Defensive war, bewies die Tatsache, dass er bis zur 53. Minute gleich drei Spieler aus der Viererkette austauschte. Dennis Drontmann, Jannik Marth und Marcel Münzel mussten vom Platz. „Diese Jungs haben einen schwachen Auftritt abgeliefert, ganz klar. Aber enttäuscht bin in erster Linie von unseren Führungsspielern“, sagte Sekic.

Wer den Ball hatte, hatte am Sonntag ein Riesenproblem. Er war nämlich komplett auf sich alleine gestellt. In den zweiten 45 Minuten erhöhte der ASC zwar den Druck, ohne richtig gefährlich zu werden, weil die Kreativen Brümmer, Paul Stieber, Daniel Schaffer und Maximilian Podehl überhaupt nicht ins Spiel fanden. So hatte Ahlen leichtes Spiel und der ASC liegt nur noch drei Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz.

Philipp Rosenkranz ist gesperrt

Und in der kommenden Woche fehlt auch noch Philipp Rosenkranz, der in der 90. Minute die Gelb-Rote Karte sah.

ASC: Held - Drontmann (46. Hendel), Münzel (52. Buckesfeld), Stuhldreier, Marth (46. Simatos) - Stieber, Rosenkranz - Isensee (68. Warschewski), Schaffer, Brümmer - Podehl

Tore: 0:1 Schmitz (3., FE), 0:2 Höveler (23.)

Bes. Vork.: Gelb-Rot für Rosenkranz (90., ASC)
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