Aufstiegsjubel bei TSC Eintracht Dortmund: Ein mysteriöser Panda, Vitamine und Teamgeist

Hockey

Die Hockeyfrauen der TSC Eintracht Dortmund sind durch die Oberliga marschiert. Das Erfolgsgeheimnis findet sich auf den Aufstiegsshirts - und bei einer zurückliegenden Weihnachtsfeier.

von Patrick Radtke

Dortmund

, 07.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Hockeydamen der TSC Eintracht Dortmund feiern den Aufstieg in die Regionalliga.

Die Hockeydamen der TSC Eintracht Dortmund feiern den Aufstieg in die Regionalliga. © privat

Neun Partien, acht Siege und nur eine Niederlage: Bereits einen Spieltag vor Ende der Saison (am 16. Februar gegen THC Münster II) stehen die Hockeyfrauen der TSC Eintracht Dortmund als Aufsteiger in die 2. Hallen-Regionalliga fest. Das Erfolgsgeheimnis findet sich auf den Aufstiegstrikots: „Teamgeist + Vitamine = Aufstieg“.

Ein Spruch, der seit Anfang der Saison ein Running Gag in der Mannschaft ist. „Das ist zufällig entstanden. Wir hatten vor der Saison eine taktische Besprechung. Ich wollte darauf hinaus, dass man in den Schusskreis rein muss, um ein Tor zu schießen. Aber eine Spielerin sagte, man brauche Teamgeist, um Tore zu schießen. Dann war es ab der ersten Sekunde unser Leitspruch“, erklärt Eintrachts Trainer Alexander Roltsch.

„Die Mädels haben wirklich einen exzellenten Zusammenhalt und verstehen sich auch außerhalb des Platzes. Das ist die Grundvoraussetzung“, so Roltsch.

Bundesligaspielerinnen verstärkten die TSC Eintracht punktuell

Doch natürlich reicht es nicht aus, nur neben dem Platz eine gute Truppe zu sein, auch auf dem Feld muss die Kommunikation funktionieren - und genau das tat sie. „Wir haben einen harten Kern von Spielerinnen, die schon immer da waren“, sagt Kapitänin Semira Khakban über den Aufstiegskader, der vor der Saison ergänzt wurde mit Akteurinnen, die Erfahrung aus höheren Ligen mitbrachten - wie Birthe Hülser und Mona Wüste, die auf dem Feld für Zweitligist ETUF Essen auflaufen. „Das hat uns gut getan, da hat man von Anfang an gemerkt, dass neuer frischer Wind drin ist“, so Khakban.

Kapitänin Semira Khakban führte die TSC Eintracht Dortmund zum Aufstieg.

Kapitänin Semira Khakban führte die TSC Eintracht Dortmund zum Aufstieg. © Dieter Menne

Wüste war schon früher für die Eintracht aktiv, kannte den Großteil der Spielerinnen bereits und hatte daher keinerlei Probleme, ihren Platz im Team zu finden. „Und auch Birthe hat super hereingepasst, sie haben auf jeden Fall Erfahrung mitgebracht. Es war ein gutes Zusammenspiel zwischen Jung und Alt, das war perfekt“, sagt Khakban.

Auch Trainer Roltsch weiß um den Wert der beiden Bundesligaspielerinnen. „Da haben wir uns gut verstärken können“, sagt er. Gemeinsam mit Ella Hartke, die schon etwas früher kam, hätten sie der Mannschaft mit „Abgebrühtheit und Torgefahr“ geholfen. „Man muss aber auch sagen, dass der Aufstieg eine geschlossene Mannschaftsleistung war. Ein Gros der Mannschaft spielt schon lange zusammen und wurde nur punktuell verstärkt, auch mit einigen, die aus der Jugend hochgekommen sind“, so Roltsch.

Ab dem dritten Spieltag hat sich die Eintracht in einen Rausch gespielt

Gerade die Rolle der Jugendabteilung stellt der Eintracht-Trainer heraus: „Da kommen immer einige sehr talentierte Verstärkungen hoch - vorausgesetzt, sie bleiben auch noch ein paar Jahre in Dortmund. Das wurde in der jüngsten Zeit sehr aktiv vorangetrieben. Es ist die Basis des Vereins, um Erfolg zu haben.“

Dieses Fundament führt nun dazu, dass die Eintracht in der kommenden Saison in der 2. Regionalliga an den Start geht, welches der dritten Spielklasse entspricht. Ein Konsequenz aus der überragenden aktuellen Saison, die genau so geplant war. „Bis auf das zweite Spiel (4:5-Niederlage gegen Uhlenhorst Mülheim) waren wir in dieser Saison in der ersten Hälfte immer sehr gut“, sagt Khakban, die den 10:5-Erfolg gegen Raffelberg als „Knackpunkt“ der Saison bezeichnet.

Das sieht auch Roltsch so. „Wir haben schon von Anfang an dran geglaubt. Von der Mannschaft kam die klare Zielsetzung, dass sie aufsteigen möchte. Auf dem Platz gemerkt, dass da was gehen kann, haben wir im November, als wir in einem Turnier gegen höherklassige Teams gewonnen haben.“ Ab Spieltag drei, mit dem klaren Sieg gegen Rot-Weiß Köln, habe sich sein Team dann in einen Rausch gespielt.

Der Pandabär „Confetti Mara“ und ausufernde Partys

Geht das auch in der Regionalliga so weiter? „Der Sprung ist enorm“, warnt Roltsch. Ziel sei eindeutig nur der Klassenerhalt. Grund zum Optimismus gibt es aber: „Wir hoffen, dass wir die Mannschaft wieder zusammenhalten können. Es wird aber auch erneut punktuelle Verstärkungen geben“, sagt Roltsch.

Großer Jubel bei den Hockeydamen der TSC Eintracht Dortmund.

Großer Jubel bei den Hockeydamen der TSC Eintracht Dortmund. © privat

Birthe Hülser und Mona Wüste werden zwar zunächst zurück nach Essen gehen, „Aber wir hoffen, dass sie in absehbarer Zeit wieder nach Dortmund kommen“, sagt Roltsch. Für die kommende Saison sieht er es vor allem als wichtig an, „dass man sich schnell an das höhere Tempo gewöhnt, auch schon in den Vorbereitungsspielen.“

Doch all das ist Zukunftsmusik. Erst einmal steht noch die große Aufstiegsfeier - es soll eine ganze Aufstiegswoche werden - an, auch wenn am vergangenen Wochenende bereits ordentlich die Korken knallen gelassen wurden. „Wir waren nach dem Spiel bei unserem Stammgriechen und sind dann noch weiter zu unserem Hockeyplatz gefahren. Aber die richtige Aufstiegsfeier kommt noch“, freut sich Kakhban, die eine große Partywoche ankündigt: „Ich bin gespannt, wie die arbeitende Bevölkerung das schafft.“

Dass die besten Ideen auf den gemeinsamen Feiern entstehen, hat die Mannschaft jedenfalls schon bewiesen. „Bei unseren Weihnachtsfeiern bekommen die neuen immer Aufgaben. Da dachten wir uns, dass es eine schöne Aufgabe sei, dass eine ein Luftballontier mitbringen muss“, sagt Khakban. Seitdem ist der Panda „Confetti Mara“ ein steter Begleiter des Teams. Jedoch: „Wir befürchten, dass sie nicht mehr lange lebt“, so Khakban lachend über den immer mehr an Luft verlierenden Ballon.

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