Axel Schmeing: „Als Trainerstation in Dortmund kommt aktuell für mich nur ein Klub infrage“

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Vor kurzem hat das Dortmunder Spieler- und Trainerurgestein Axel Schmeing seinen Vertrag beim Holzwickeder SC verlängert. Im Interview spricht er über andere Anfragen und seine Zeit als Spieler.

Dortmund, Holzwickede, Aplerbeck

, 01.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Axel Schmeing (45) ist im Dortmunder Amateurfußball ein wahres Urgestein. Als Spieler kickte er unter anderem beim Hombrucher SV, bei Westfalia Wickede und beim TV Brechten. Seine erste Trainerstation war dann der DJK TuS Körne, bei dem er drei Jahre als Spielertrainer agierte.

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Danach folgte sein Engagement beim SV Brackel, bevor er 2016 zum Holzwickeder SC wechselte. Mit dem HSC stieg er in die Oberliga auf und da läuft nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison auch in dieser Spielzeit alles nach Plan. Auch deshalb hat er bereits für das nächste Jahr zugesagt. Über seine Dortmunder Verbindungen, die Hallenstadtmeisterschaft und die finanziellen Möglichkeiten des HSC spricht Schmeing im Interview.

Axel Schmeing, Sie haben vor wenigen Wochen Ihre Zusage beim Holzwickeder SC gegeben, dort auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie zu stehen. Wird man Sie als Trainer nochmal in Dortmund sehen?

Klar würde ich gerne nochmal in Dortmund arbeiten. Als Trainerstation in Dortmund kommt aktuell für mich nur ein Klub infrage. Und das ist der ASC.

Der ASC suchte im Winter nach einem neuen Trainer...

Ich weiß. Aber ich wollte den HSC nicht im Winter verlassen. Daher kam ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Außerdem habe ich mit der sportlichen Leitung und dem Vorstand hier beim HSC eine Mannschaft zusammengestellt, die ich gerne auch noch länger trainieren möchte. Das ist eine super Truppe.

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Gab es denn mal Anfragen von anderen Vereinen.

Ja, durchaus.

Auch aus dem Dortmunder Raum?

Nein, das nicht. Die Angebote, die ich hatte, waren von Vereinen aus anderen Regionen.

Als Spieler kickten Sie in Dortmund für zahlreiche Vereine: Westfalia Wickede, den TV Brechten, den DJK Nette, FV Hombruch ...

Nicht zu vergessen: Der SC Fatihspor 88, der heute gar nicht mehr mit einer Mannschaft im Spielbetrieb vertreten ist.

Zum FV Hombruch hatten Sie anscheinend einen besonderen Draht: Dreimal sind Sie dorthin zurückgekehrt.

Mir war es wichtig, im Bereich Dortmund so ambitioniert wie möglich zu spielen. Ich habe für viele tolle Vereine gespielt und eine Menge Spaß gehabt. Über die Landesliga (die damalige 6. Liga, Anm. d. Red.) ging es damals nicht hinaus. Außer in einer Saison: Da spielte ich für den FC Iserlohn in der Verbandsliga. Das war insgesamt eine schöne Zeit.

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Wie muss man sich das Niveau in der Ober- bzw. Verbandsliga damals vorstellen?

Ich denke, das Niveau in der Verbandsliga ist mit der heutigen Oberliga vergleichbar. Ich denke, ich kann das ganz gut einschätzen, schließlich schaue ich mir jede Woche ein Spiel in der Oberliga an. (lacht)

Aber der heutige Fußball ist schon noch schneller und athletischer?

Das stimmt.

Damit hätten die damaligen Fußballer wohl Probleme, heutzutage mitzuhalten...

Ich denke, das könnte schwierig werden. Andererseits denke ich, dass auch die heutigen Kicker nicht gerne vor 20 Jahren gespielt hätten (schmunzelt).

Haben Sie den noch Kontakt zu ehemaligen Vereinen in Dortmund. Zum Beispiel zum Hombrucher SV, bei dem Sie ja mehrmals waren.

Einige Leute kenne ich immer noch. Aber muss man auch sehen, dass das schon über 20 Jahre her ist. Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich überall im Guten gegangen bin. Daher freue ich mich jedes Jahr auf die Hallenstadtmeisterschaft. Da treffe ich dann auf 100 bis 200 alte Weggefährten. Das ist eine schöne Zeit.

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Noch zu einem anderen Aspekt: In Ihrem Kader beim HSC befinden sich viele Kicker mit Dortmunder Vergangenheit. Sind die Spieler aus Dortmund Ihre erste Anlaufstelle für Verpflichtungen?

Ich denke schon. Für die Oberligisten kommen viele junge Spieler aus dem Dortmunder Raum, aber auch aus dem Ruhrgebiet oder von Preußen Münster in Frage. Gerade der Hombrucher SV und der TSC Eintracht machen super Jugendarbeit. Gerade wir in Holzwickede oder auch der ASC können finanziell nicht mit anderen Teams in der Oberliga mithalten. Daher setzen wir auf junge lokale Talente. Mit Firat Cinar und Dario Biancardi haben schon zwei Spieler der U19 des HSV für die kommenden Saison zugesagt.

Sie haben den finanziellen Aspekt angesprochen: Ist das Setzen auf junge Spieler die einzige Möglichkeit für den HSC in der Oberliga mitzuhalten?

Ja. Wir haben einfach nicht viele andere Optionen. Wir können nicht mithalten mit der Créme de la Créme der Oberliga. Wir können nur auf unser Gesamtpaket und unsere Perspektiven verweisen. Die Frage ist allerdings auch, ob ein Spieler einen längeren Fahrweg in Kauf nimmt, um 1000 Euro im Monat zu bekommen oder eher einen kürzere Anfahrt und unter Umständen größere Einsatzchancen, aber dafür weniger Geld.

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Momentan scheint Ihr Konzept beim HSC ja aufzugehen. Nach dem Aufstieg schafften Sie den Klassenerhalt, nun liegt das Team auf Rang sechs.

Wir sind absolut im Soll. Vielleicht sogar über dem Soll. Es läuft total super. Die Entwicklung des Teams ist klasse. Ich denke, viele Spieler sind zudem noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Der eine oder andere kann es durchaus in die Regionalliga schaffen. Das spricht dann auch für uns als Ausbildungsverein und sendet ein positives Signal nach außen.

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